Trainer Adi Hütter im Kreise seiner Spieler von Eintracht Frankfurt

Es geht wieder los: 84 Tage nach dem letzten Ligaspiel eröffnet die Frankfurter Eintracht die neue Saison am Samstag mit einem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. Für die Hessen geht es um Erfolgsserien und Geschichtsträchtiges. Das Wichtigste zum Spiel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Müssen gegen Arminia an unsere Leistungsgrenze gehen"

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6.500 Zuschauer dürfen am Samstag (15.30 Uhr) Zeuge sein, wenn die Frankfurter Eintracht gegen Arminia Bielefeld in die neue Bundesliga-Saison startet. Mehr Fans sind coronabedingt vorerst nicht zugelassen. Aber immerhin. Zu sehen bekommen sie eine Partie unter klaren Vorzeichen.

Die Ausgangslage

Am 1. Spieltag von Pflichtaufgabe zu sprechen, ist sicher schwierig. Alles andere als ein Sieg gegen den Aufsteiger und zugleich heißesten Abstiegskandidaten aus Ostwestfalen wäre für die Eintracht aber dennoch eine Enttäuschung. Und genau hierin lauert natürlich die Gefahr: Mal eben wegbügeln? Unwahrscheinlich. Zumal Neulinge gerade zu Saisonbeginn oft noch eine gute Portion Euphorie und Unbekümmertheit mitbringen. Zudem kommt Bielefeld mit der Empfehlung von stolzen 34 Auswärtspunkten (nur eine Niederlage) aus der vergangenen Zweitliga-Saison.

Mit einer konzentrierten Vorstellung sollte die Eintracht ihre Favoritenrolle aber trotzdem in drei Punkte ummünzen können. Die besseren Einzelspieler und die weitaus größere Erstliga-Erfahrung ist definitiv in den Reihen der Hessen zu finden. Allein Makoto Hasebe (311 Bundesliga-Spiele) hat deutlich mehr Partien im Oberhaus bestritten als die komplette Bielefelder Mannschaft (224). Auch die Generalprobe spricht für die Eintracht: Beim 2:1 im Pokal bei 1860 München war zwar noch Luft nach oben, die Arminia erwies sich beim 0:1 gegen Regionalligist RW Esssen aber alles andere als startklar.

Das Personal

Beide Teams setzen auf Kontinuität. Im bisher trägen Transfersommer stießen bei den Frankfurtern nur Steven Zuber und Ragnar Ache als namhafte Neuzugänge dazu, obendrein wurde die bisherige Leihgabe André Silva fest verpflichtet. Auch die Arminen verzichteten als Aufsteiger auf einen größeren Umbruch und wollen mit der eingespielten Elf aus dem Vorjahr das Unternehmen Klassenerhalt angehen. Mit Abwehrspieler Evan Ndicka (Frankfurt) und Stürmer Andreas Voglsammer (Bielefeld) müssen beide Teams zum Auftakt eine verletzte Stammkraft ersetzen.

Einen erfahrenen Debütanten gibt es bei den Ostwestfalen aber doch zu verzeichnen: Trainer Uwe Neuhaus feiert mit stolzen 60 Jahren seine Bundesliga-Premiere an der Außenlinie. 26 Jahre nach seinem letzten Ligaspiel kehrt der Ex-Profi damit doch noch einmal auf die große Bühne zurück. Nur der Bremer Fritz Rebell war 1969 mit 64 Jahren bei seinem ersten Bundesliga-Spiel noch älter.

So könnte die Eintracht spielen:

Die mögliche Aufstellung der Eintracht gegen Bielefeld

So könnte Bielefeld spielen: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen - Prietl - Consbruch, Hartel - Doan, Cordova - Klos

Das sagen die Trainer

Adi Hütter (Frankfurt): "Wir spielen zu Hause, ich möchte, dass wir spielbestimmend sind. Wir wollen natürlich mit einem Erfolgserlebnis beginnen. Im Vorbeigehen klappt das aber nicht, Bielefeld ist eine Mannschaft, die auch gut Fußball spielen kann."

Uwe Neuhaus (Bielefeld): "Die Art und Weise, wie die Mannschaft in dieser Woche trainiert hat, war total engagiert und zielgerichtet Richtung Frankfurt. Die Mannschaft wird sich verändern, ich werde aber nicht alles über den Haufen werfen. Wir werden sicher nicht in gebückter Haltung antreten, weil wir mal ein Spiel verloren haben. Die Freude ist da, ich spüre auch die Anspannung."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht sind es die üblichen Verdächtigen, auf die man gespannt sein darf. Wird Martin Hinteregger wieder zum stürmenden Innenverteidiger? Der Österreicher will seine imposante Torquote von acht Ligatreffern aus der Vorsaison weiter steigern. Findet Filip Kostic wieder zu seiner überragenden Form auf dem linken Flügel zurück, die ihm vor der Sommerpause etwas abhanden gekommen war? Und kann das Sturmduo Bas Dost/André Silva an die vielversprechende Vorstellung aus dem DFB-Pokal anknüpfen? Gespannt darf man zudem sein, ob der junge Ragnar Ache mit seinen starken Trainingsleistungen schon reif für die Bundesliga ist.

Auf Bielefelder Seite könnte neben Dauerbrenner und Zweitliga-Torschützenkönig Fabian Klos auch Neuzugang Christian Gebauer ein interessanter Faktor werden. Der Offensivmann, der aus seiner österreichischen Heimat vom SCR Altach kam, bringt ordentlich Tempo ins Spiel. Bei einer Messung auf den ersten 30 Metern wurde der 26-Jährige bei 3,75 Sekunden gestoppt und war damit sogar schneller als Sprint-König Usain Bolt.

Die Statistik des Spiels

An Zahlen mangelt es bei dieser Begegnung nicht, und die sind aus Frankfurter Sicht alles andere als negativ: Denn mit Bielefeld wartet einer der Lieblingsgegner auf die Eintracht, nur eines von 26 Bundesliga-Spielen gegen die Ostwestfalen ging verloren. Und auch in Sachen Saisonstart hat die Eintracht eine kleine Serie vorzuweisen: In den vergangenen vier Jahren gab es zum Auftakt drei Siege und ein Remis - und das alles ohne ein einziges Gegentor. Starteten die Hessen zu Hause, wurden gar die letzten vier Spiele hintereinander gewonnen.

Gleich einen Platz in den Geschichtsbüchern könnte sich zudem ein Neuzugang der Eintracht sichern. Kommt etwa Steven Zuber zum Einsatz, wäre er der 439. Profi in der Frankfurter Bundesliga-Historie. So viele Spieler setzte kein anderer Club ein. Bislang liegen die Hessen in dieser Statistik gleichauf mit dem jetzigen Zweitligisten Hamburger SV bei 438.