André Silva

Pflichtspielauftakt für Eintracht Frankfurt. Beim TSV 1860 München wollen die Hessen am Samstag zeigen, dass sie eine Pokalmannschaft sind. Und müssen dabei auf ihren besten Mann verzichten. Alles Wichtige zur Pokal-Partie.

Die Ausgangslage

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zum Video Die komplette Eintracht-PK zum Pokalspiel bei 1860 München

Adi Hütter PK still
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Ist eigentlich klar: Hier die Eintracht, der Favorit aus der Bundesliga, dort 1860 München, der Underdog aus der Dritten Liga. So weit, so normal. Aber a): Was ist in Zeiten von Corona noch normal? Und b): Ist das immer noch der DFB-Pokal, der nach wie vor seine eigenen Gesetzte hat. Entsprechend brachte Eintracht-Trainer Adi Hütter die Marschroute auf den Punkt: "Ich würde sagen, wir machen es so wie gegen Waldhof Mannheim und nicht wie gegen Ulm."

Zur Erinnerung: Gegen den Waldhof setzte sich die Eintracht in der letzten Saison in der ersten Runde durch, wenngleich mit Problemen. Gegen Oberligist Ulm gab es im Jahr davor das bittere Erstrunden-Aus. Die Erfahrung zeigt: Auch in dieser Pokalsaison wird es wahrscheinlich den ein oder anderen Ertsligisten überraschend erwischen, Hertha BSC lässt grüßen. Die Eintracht täte gut daran, das Spiel gegen die Sechziger (Samstag, 15.30 Uhr) ernst zu nehmen, um nicht dazuzugehören.

Das Personal

Bitter: Wegen seiner Roten Karte gegen Werder Bremen in der vergangenen Pokalsaison fehlt Filip Kostic weiterhin gesperrt. Für den Serben dürfte Neuzugang Steven Zuber ins Team rücken. Ansonsten kann Hütter, mit Ausnahme von Langzeitpatient Jetro Willems, aus dem Vollen schöpfen.

Selbiges gilt für Hütters Gegenüber Michael Köllner, dem mit Ausnahme von Nachwuchskicker Ahanna Agbowo alle Spieler zur Verfügung stehen. Volle Kapelle gegen volle Kapelle also.

So könnte die Eintracht spielen: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Kohr, Rode - da Costa, Kamada, Zuber - Dost, Silva

So könnte 1860 spielen: Hiller - Willsch, Moll, Salger, Steinhart - Wein - Tallig, Dressel - Neudecker - Mölders, Lex

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "1860 ist eine kampfkräftige und körperlich robuste Mannschaft. Wir müssen die Zweikämpfe von der ersten Sekunde weg annehmen. Wenn wir das nicht machen, kann es unangenehm werden. Wenn wir das aber schaffen und unsere Qualitäten auf den Platz bringen, bin ich davon überzeugt, dass wir eine Runde weiterkommen. Frankfurt ist eine Pokalmannschaft. Wir wollen auch dieses Jahr so lang wie möglich im Wettbewerb bleiben. Das ist der kürzeste Weg nach Europa, aber wir wissen, dass er auch sehr steinig und schwierig ist."

Michel Köllner: "Im Mann-gegen-Mann-Vergleich hat die Eintracht die deutlich besseren Spieler. Aber auch wenn unsere Chancen prozentual gering sind, werden wir alles dafür tun, um die Überraschung zu schaffen. Wir sind gut vorbereitet. Frankfurt wird uns 90 bzw. 120 Minuten alles abfordern. Wir sind bereit, dem Gegner ein hartes Match zu bieten."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht schaut gerade alles auf Stürmer André Silva, der unlängst fest verpflichtet und bis 2023 an den Verein gebunden wurde. Sollte der Portugiese seine Form nach dem Corona-Restart dauerhaft bestätigen, haben sich die Hessen einen dicken Fisch geangelt. Spannend wird auch zu sehen sein, wie Neuzugang Steven Zuber den besten Frankfurter, Filip Kostic, auf Linksaußen vertritt.

Bei den Hausherren aus München dürfte Sascha Mölders im Fokus stehen. Mölders, alter Haudegen mit ordentlich Bundesligaerfahrung (103 Bundesligaspiele, 18 Tore), wollte seine Karriere eigentlich im Sommer beenden, hängt nun aber doch noch ein Jährchen dran. Angesicht von 15 Toren und 15 Vorlagen in der letzten Saison wohl keine schlechte Idee.

Die Statistik des Spiels

Schon ein wenig her, dass sich die Frankfurter Eintracht mit 1860 München in einem Pflichtspiel messen konnte: 2012 war das, am 32. Spieltag der Zweitligasaison. Damals standen die Hessen seit einer Woche als Aufsteiger fest und wollten die Rückkehr in die erste Liga im heimischen Stadion mit Fans und Riesen-Choreo standesgemäß feiern. Die Sechzger hatten indes etwas dagegen und spuckten der Eintracht in die Suppe, am Ende hieß es 0:2. Gefeiert wurde aber trotzdem.