Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte in Lüttich Grund zur Wut.

Mit einer Überraschung bei Arsenal kann Eintracht Frankfurt das Tor zur K.o.-Phase wieder ganz weit aufstoßen. Beim kriselnden Gegner müssen die Hessen dabei aber auf zwei Stammspieler verzichten. Das Wichtigste zum Spiel.

Die Ausgangslage

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Hätte so viel schöner sein können, wenn Filip Kostic seine Großchance in Lüttich zum sicheren Weiterkommen der Eintracht genutzt und die Belgier nicht im direkten Gegenzug den Siegtreffer erzielt hätten. Dann wäre der Trip der Hessen nach London nämlich ein besserer Betriebsausflug, bisschen Sightseeing, bisschen kicken, ab zurück nach Hause. So aber steht die Eintracht nun vor zwei verbleibenden Europacup-Spielen, in denen es gilt. Arsenal liegt mit zehn Punkten auf Platz eins in der Europa-League-Gruppe, Lüttich mit sechs Punkten auf Platz zwei, die Eintracht punktgleich auf Rang drei. Klare Sache: Es ist Crunchtime in Gruppe F.

Das Problem: Bei den Hessen läuft aktuell wenig zusammen. Die letzten drei Partien gingen verloren, der Auftritt zuletzt gegen Wolfsburg war einer der schlechtesten der jüngeren Vergangenheit. Leistungsträger wie Kostic oder Makoto Hasebe sind außer Form, Stürmer Bas Dost den Großteil seiner Arbeitswoche mit muskulären Problemen beschäftigt und auch Mittelfeldmotor Sebastian Rode fehlt mal wieder angeschlagen. Keine sonderlich guten Voraussetzungen für eine hessische Überraschung in London.

Weitere Informationen

Eintracht gegen Arsenal im Social-Radio

Das Spiel der Eintracht gibt es am Donnerstag ab 21 Uhr in der Vollreportage bei hr-iNFO und im Social Radio zum Mitdiskutieren bei hessenschau.de. hr1 berichtet ausführlich im heimspiel aus London.

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Mut macht allerdings, dass die Londoner aktuell in einer noch veritableren Formkrise sind als die Hessen. Aus den letzten sechs Pflichtspielen gewannen die Gunners nicht ein einziges, am vergangenen Wochenende gab es ein schmeichelhaftes 2:2 gegen den FC Southampton, die auch nicht unbedingt als Superclub bekannt sind. All das führt dazu, dass Trainer Unai Emery in der englischen Presse bereits als Dead Man Walking gilt. Diversen Medienberichten zufolge geht es bei seiner Entlassung nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wann. Vielleicht ja schon am Freitag? Dass die Eintracht Trainer aus dem Amt schießen kann, hat sie ja zuletzt gegen Bayern München bewiesen.

Das Personal

Nach dem Ausfall von Dost stellt sich die Frankfurter Offensive quasi von alleine auf, Goncalo Paciencia und André Silva werden aller Voraussicht nach für die Hessen beginnen. Gut möglich auch, dass Hütter Daichi Kamada für Rode bringt, wie er es in Wolfsburg zur Pause bereits getan hatte, in der Hoffnung auf spielerische Impulse des Japaners.

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Wieder mit dabei ist Keeper Frederik Rönnow, außerdem Jan Zimmermann und U19-Keeper Max Hinke als Ersatztorhüter. Felix Wiedwald, gegen Wolfsburg noch im Tor, darf nicht mit, weil – um es kurz zu machen – die Nominierungsbestimmungen der Uefa ein schlechter Witz sind.

Auf der Gegenseite muss Emery auf Real-Leihgabe Dani Ceballos verzichten, der mit muskulären Problemen ausfällt. Ein Einsatz der leicht angeschlagenen Hector Bellerin und Sead Kolasinac entscheidet sich kurzfristig.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Arsenal

So könnte Arsenal spielen: Leno - Sokratis, Chambers, Luiz - Bellerin, Guendouzi, Xhaka, Tierney, Özil - Aubameyang, Lacazette

Das sagen die Trainer:

Adi Hütter: "Es wird schwer, weil Arsenal einen sehr großen Kader hat. Sie haben in Frankfurt schon gezeigt, dass sie eine sehr hohe Qualität haben, auch mit ihren jungen Spielern. Sie haben auch eine sehr schnelle Mannschaft, spezielle in der Offensive. Egal ob Martinelli spielt, Saka, Pépé oder die Routiniers wie Aubameyang. Sie haben auch in der Defensive einige Möglichkeiten, weswegen es in der Analyse gar nicht so einfach war zu zeigen, mit welcher Mannschat sie auflaufen werden. Fakt ist: Die Spielidee bleibt dieselbe, darauf müssen wir uns einstellen."

Unai Emery: "Die letzten Spiele waren enttäuschend, weswegen auch unsere Fans enttäuscht waren. Aber wir spielen zuhause, mit unseren Fans im Rücken, und wollen unsere Energie und unseren Matchplan und alles, woran wir unter der Woche im Training arbeiten, auf den Platz übertragen. Wir müssen eine gute Performance hinlegen und wieder eine Einheit mit unseren Fans werden."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

In einem eher unschönen Fokus bei den Gunners steht aktuell der Ex-Gladbacher Granit Xhaka. Xhaka hatte sich vor sechs Wochen nach einer Auswechslung mit den eigenen Fans angelegt, als diese hämisch klatschten. Im Nachgang des Eklats verlor der Schweizer die Kapitänsbinde und stand seither kein einziges Mal mehr für Arsenal auf dem Platz. Eine zeitnahe Trennung scheint so gut wie sicher.

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Was nicht heißt, das Xhaka gar nicht mehr für die Gunners auflaufen wird, denn ausgerechnet gegen die Eintracht stellte Emery dem Schweizer nun einen Einsatz in Aussicht. Für die Hessen ist das eher keine so gute Nachricht. In den vergangenen Jahren haben die Londoner stets mehr Punkte geholt, wenn Xhaka auf dem Platz stand, als ohne ihn: Im Schnitt 1,44 Punkte mit Xhaka, nur 1,25 ohne ihn.

Die Statistik zum Spiel

Sechs Saisoneinsätze und nur ein Assists? Ist Mesut Özil krank? Nein. Die maue Statistik kommt daher, dass der deutsche Weltmeister von 2014 unter Emery in dieser Saison zeitweise nur noch auf der Bank saß, sehr zur Verwunderung der Arsenal-Fans und eigentlich jedem, der Özil mal Fußball spielen gesehen hat. In der Europa League kam Özil in dieser Saison noch überhaupt nicht zum Einsatz, was sich wegen chronischer Ideenlosigkeit seiner Kreativkollegen gegen die Eintracht allerdings ändern wird. Aller Voraussicht nach wird Özil gegen die Hessen auf seiner Stammposition auf der Zehn spielen und damit die Gelegenheit bekommen, seine unfassbare Karrierestatistik von 155 Assists und 68 Toren in 364 Spielen auf dieser Position weiter in die Höhe zu schrauben. Hossa.