Viel identischer als Frankfurt und Bremen hätten zwei Konkurrenten nicht in die Bundesliga-Saison starten können. Wer die Nase hauchzart vorn hat und wer sich besonders auf die Gäste aus dem Norden freut? Hier erfahren Sie's.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Viel Lob aus Bremen vor dem Spiel in Frankfurt

Florian Kohfeldt (li.) will Adi Hütter und Eintracht Frankfurt den Samstag vermiesen.
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Nach dem 0:5 bei den Bayern kann Eintracht Frankfurt vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen nur ein Ziel haben: die Trendwende. Die beiden punktgleichen Tabellennachbarn treffen am Samstag (15.30 Uhr) in der Frankfurter Arena aufeinander.

Die Ausgangslage

Ganze zwei Gegentore machen den Unterschied in der Bilanz beider Teams vor dem Wochenende aus. Fünf Spiele, zwei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage: Frankfurt und Werder marschieren in der Bundesliga im Gleichschritt, viel mehr Augenhöhe geht nicht. Lediglich das 0:5 in München sorgt dafür, dass die Hessen wegen der Tordifferenz (7:9) einen Tabellenplatz hinter den Gästen (7:7) stehen.

Vor allem die Bremer dürften mit der bisherigen Ausbeute gut leben, zumal der Club nach einer katastrophalen vergangenen Saison auch in diesem Jahr zu den Kandidaten gezählt wird, die in größere Abstiegssorgen geraten könnten. Und Frankfurt? Muss nach gutem Start die Packung aus dem Bayern-Spiel aus den Trikots schütteln. In Panik sollte man auch nach einem solchen Ergebnis gegen den Abonnement-Meister nicht verfallen. So schlimm das auch klingt.

Das Personal

Der Capitano kehrt zurück: David Abraham wird bei der Eintracht in die Startelf zurückkehren. Das verriet Trainer Hütter auf der Spieltags-Pressekonferenz, nachdem Abraham zuletzt wegen Schmerzen in der Kniekehle gefehlt hatte. Der Brasilianer Tuta, der Abraham in München ersetzt hatte, muss hingegen angeschlagen passen.

Die Bremer sollten im Vorfeld die Möglichkeit abklopfen, Ex-Stürmer wie Ailton oder Klasnic zu reaktivieren, so groß ist die Not im Angriff. Davie Selke fällt mit einer Leistenverletzung aus, Niclas Füllkrug hat muskuläre Probleme. Hinter Yuya Osako steht ein Fragezeichen, ihn zwickt's im Knie. Trainer Kohfeldt beruhigt aber: "Wir haben trotzdem noch ein paar Spieler, die Tore schießen können."

Mögliche SGE-Aufstellung gegen Bremen

So könnte Werder Bremen spielen: Pavlenka - Veljkovic, Moisander, Friedl - Gebre Selassie, Eggestein, Groß, Mbom - Chong, Bittencourt - Sargent

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Das 0:5 in München war eine deftige Niederlage, wir werden ein komplett anderes Bild sehen. Wir wollen eine Reaktion zeigen. Bremen zuhause kann man schlagen, das ist auch unser Ziel."

Florian Kohfeldt: "Wir fahren ohne den ganz großen Rucksack dahin und wollen zeigen, dass die Mannschaft einfach Lust darauf hat, dieses Spiel zu gewinnen. Es wird keine Ruhe und so gut wie keine Ballbesitzphasen im Spiel geben. Beide Mannschaften müssen sich auf eine physisch geprägte Partie einstellen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Von vielen Fans und Sofa-Experten bereits früh abgeschrieben, hat sich Bas Dost auf seine alten Tage bei der Eintracht zu einem unverzichtbaren Angreifer entwickelt. Der 1,96 Meter große Niederländer funktioniert nicht nur als Wandspieler, er trifft und bereitet vor. Zwei Tore und zwei Assists stehen bisher zu Buche, dazu noch die stärkste Zweikampfquote aller Bundesliga-Stürmer. Dost gewann 61 Prozent seiner Duelle. Und: Er liebt es, gegen Bremen zu spielen. In fünf Spielen gegen Grün-Weiß traf er fünf Mal und bereitete drei weitere Tore vor.

Bei den Bremern lohnt sich ein Blick auf Tahith Chong. Dabei steht nach dem Stotterstart des 20-Jährigen in Bremen gar nicht fest, ob er von Beginn an aufläuft. Angesichts der personellen Flaute könnte Kohfeldt der Leihgabe von Manchester United nach einigen Joker-Einsätzen wieder das Vertrauen schenken. Abschluss, Vorlagen, Dribbling: Im Portfolio des niederländischen U-Nationalspielers sind viele Attribute eines potenziell herausragenden Offensivspielers aufgelistet. Jetzt muss nur noch der Knoten platzen. Aus Frankfurter Sicht drängt die Zeit allerdings nicht.

Statistik des Spiels

Immer schneller, immer jünger, immer polyvalenter: Die Entwicklung im internationalen Fußball kennt nur eine Richtung. Die aktuelle Frankfurter Mannschaft wirkt da wie ein schrullig-sympathischer Gegenentwurf. Alle bisher in dieser Saison eingesetzten Spieler kommen auf einen Altersdurchschnitt von 28,3 Jahren. Älter war zuletzt Energie Cottbus in der Saison 2008/09. Ein gewisser Makoto Hasebe machte damals seine ersten Bundesliga-Schritte im Trikot des VfL Wolfsburg.

Jener Hasebe spielt mittlerweile für Frankfurt, hat 36 Jahre auf dem Buckel und ist damit ältester Spieler dieser Bundesliga-Saison. Im Gegensatz zu Claudio Pizarro, der in der abgelaufenen Saison noch als 41-Jähriger (!) für Bremen die Schuhe schnürte, zählt der Frankfurter aber auch im gesetzten Alter noch zu den Leistungsträgern seines Teams. Hasebe soll gegen Bremen den Laden dicht halten. Passend zu seinem Alter natürlich als Libero. Wenn schon Old School, dann auch richtig!

Makoto Hasebe