Filip Kostic Eintracht

Nach dem Achtelfinal-Einzug in Europa will Eintracht Frankfurt den Schwung mit in die Liga nehmen. Mit Leverkusen wartet allerdings ein schwerer Gegner - der der Eintracht historisch unterhaltsame Spiele bietet

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zum Video Die gesamte Eintracht-PK vor dem Spiel gegen Leverkusen

Oliver Glasner auf der Pressekonferenz
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Nach dem Achtelfinaleinzug in der Europa League will Eintracht Frankfurt am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen den nächsten Erfolg einfahren.

Die Ausgangslage

Nach dem 1:1 bei Fenerbahce Istanbul und dem damit verbundenen Achtelfinal-Einzug in der Europa League ist die Stimmung bestens bei Eintracht Frankfurt. "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Heute können wir glücklich sein", jubelte Eintracht-Verteidiger Timothy Chandler nach der Partie. Noch besser wäre die Laune, wenn die Hessen den Schwung am Sonntag mit in die Liga nehmen. Denn obschon die Eintracht aktuell nur auf Platz 12 liegt, geht in einer engen Liga noch so einiges. Drei Punkte sind es lediglich zum Siebten, mit einem Sieg könnten die Hessen also wieder in Schlagweite der Europacup-Plätze kommen. Andersherum sind es aber auch nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Alles offen also.

Und Leverkusen? Alles wie immer, möchte man sagen. Der Werksklub hat mal wieder eine fantastische Mannschaft beisammen, liegt auf Platz drei, wird sich relativ sicher für den Europacup qualifizieren, für den ganz großen Wurf wird es aber auch in dieser Saison nicht reichen. Leverkusener Business as usual eben.

Das Personal

Eintracht-Trainer Oliver Glasner kann aktuell aus dem Vollen schöpfen, so sehr sogar, dass er stets acht Spieler zuhause lassen muss. Aber besser so, als andersherum.

Mit Timothy Fosu-Mensah und Julian Baumgartlinger fehlen Glasners Gegenüber Gerardo Seoane zwei Langzeitverletzte, zudem ist der Einsatz von Jeremie Frimpong nach einem Schlag auf den Knöchel im Europacup-Spiel gegen Budapest am Donnerstag noch leicht fraglich.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht Aufstellung Fenerbahce

So könnte Leverkusen spielen: Hradecky - Frimpong, Tah, Tapsoba, Hincapie - Andrich, Demirbay - Diaby, Wirtz, Adli - Schick

Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Es wird am Sonntag ganz wichtig sein, die Konterspieler von Bayer schon bei der Ballannahme im Griff zu haben. Wir müssen es gegen Leverkusen im Verbund gut machen. Wir müssen uns unterstützen, die Spieler doppeln. Wir müssen fleißig und diszipliniert agieren, weil Bayer gerade in der Offensive sehr viel Qualität hat."

Gerardo Seoane: "Eintracht Frankfurt ist sehr zweikampfstark, robust und stark bei Standards. Beide Teams lieben es umzuschalten, was die Intensität erhöht – es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir freuen uns darauf."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Im Europacup oft der beste Mann auf dem Platz, schafft es Daichi Kamada in dieser Saison in der Bundesliga noch nicht konstant, seine PS auf die Straße zu bringen. Was schade ist, denn der Japaner ist der wohl kreativste und spielstärkste Kicker im Kader der Hessen, stets für einen Geistesblitz zu haben. Und, wie er eindrucksvoll in Istanbul bewies, durchaus auch zu galliger Pressingführung fähig. Kombiniert er seinen feinen Fuß mit seiner Zweikampfstärke aus Istanbul, dürfte auch in der Liga bald mehr in Kamadas Statistiken stehen als ein einziger Assist.

Wer nicht ganz so oft Leverkusen-Spiele guckt – und seien wir ehrlich, das sind die meisten – dem ist Patrick Schick möglicherweise bereits bei der Europameisterschaft im Sommer aufgefallen, als er das Tor des Turniers aus 50 Metern schoss. Seine formidable Form hat der Tscheche eins zu eins in die Liga hinübergerettet und in elf Spielen satte zwölf Tore erzielt, zuletzt gegen Fürth gar vier in einem Spiel, was überhaup noch nie einem Leverkusener Stürmer gelungen ist. Aktuell liegt Schick damit auf Platz zwei in der Torjägerliste, bleibt aus hessischer Sicht zu hoffen, dass Schick am Sonntag eine kleine Schaffenspause einlegt.

Die Statistik des Spiels

Egal wie das Spiel ausgeht, langweilig wird es nicht. Die letzten 13 Bundesliga-Partien zwischen Frankfurt und Leverkusen fanden immer einen Sieger (achtmal Bayer, fünfmal die Eintracht), ein 0:0 gab es in der Ligageschichte zwischen den beiden Teams gar überhaupt noch nicht. Bei 72 Bundesliga-Duellen bedeutet das Rekord, keine andere Paarung fand historisch so oft statt, ohne dass es eine Nullnummer gab. Das letzte Remis datiert vom 20. Dezember 2014 (1:1 in Leverkusen), das letzte Remis in Frankfurt sogar vom 16. März 1996. Na dann, anschnallen bitte.