Eintracht Frankfurt kämpft um Punkte bei Bayer Leverkusen.

Jubel, Trubel, Heiterkeit in den Pokal-Wettbewerben – Tristesse in der Bundesliga. Eintracht Frankfurt kämpft um Punkte für das Tabellenmittelfeld. Gegner Bayer Leverkusen blickt hingegen nach ganz oben. Das Wichtigste zum Spiel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht in Leverkusen: Bitte nicht noch einmal

Eintracht-Frust in Leverkusen
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Nach zwölf Tagen Bundesliga-Pause geht es für Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen weiter. Die Rollen sind klar verteilt: Oben die Rheinländer, die von Sieg zu Sieg eilen. Im Mittelfeld die Hessen, die die letzten Punkte für den Klassenerhalt sammeln und dafür die Pokal-Euphorie mitnehmen wollen.

Die Ausgangslage

Nach dem Sieg im DFB-Pokal gegen Werder Bremen steht nach der Spielabsage am vergangenen Wochenende nach rund zwei Wochen wieder Bundesliga-Alltag auf dem Programm. Eintracht Frankfurt belegt aktuell den zwölften Platz und befindet sich damit im trügerisch sicheren Niemandsland der Tabelle. Sieben Punkte und 24 Tore beträgt der Vorsprung auf Relegationsrang 16, Europa-League-Rang sechs liegt acht Zähler entfernt. Euphorie in den Pokal-Wettbewerben, mausgraues Mittelmaß in der Bundesliga. Mit Blick auf die kommenden Partien gegen die Top-Gegner Leverkusen, Gladbach und München besteht gar die Sorge vor einem Abrutschen in die ganz unangenehme Zone.

Bayer Leverkusen hingegen ist nach einer starken Serie für Trainer Adi Hütter zum Titel-Mitfavoriten herangewachsen. In den vergangenen acht Ligapartien gingen die Rheinländer sechsmal als Sieger vom Platz und sammelten 19 Zähler. Tabellenführer FC Bayern München hat zwar acht Punkte Vorsprung, doch bei gleichbleibender Konstanz spricht Leverkusen möglicherweise noch ein Wörtchen im Rennen um die deutsche Meisterschaft mit.

Das Personal

Sebastian Rode könnte nach überwundenem Magen-Darm-Infekt wieder zurückkehren, auch Stefan Ilsanker soll nach seinem Cut gegen Werder Bremen – möglicherweise von Beginn an mit Turban auf dem Kopf – mitwirken. Keine Rolle in den Planungen spielt weiterhin Bas Dost. Den Niederländer plagen Adduktorenproblemen, er ist wohl frühestens im Heimspiel am 5. April gegen den SC Freiburg wieder ein Kader-Kandidat. Ob die Eintracht weitere Ausfälle zu verkraften hat, ließ Hütter wie gewohnt offen.

Bayer muss beim Rennen um die Champions-League-Plätze auf ein wichtiges Trio verzichten: Stürmer Kevin Volland (Syndesmoseriss), Nadiem Amiri (Schulter) und Lars Bender (Oberschenkel) fehlen. Ansonsten kann Trainer Peter Bosz aber auf seine Leistungsträger wie Kai Havertz, Moussa Diaby oder Charles Aranguiz zurückgreifen.

So könnte die Eintracht spielen:

So könnte die Eintracht spielen.

So könnte Leverkusen spielen: Hradecky - Tapsoba, S. Bender, Tah - Weiser, Aranguiz, Demirbay, Sinkgraven - Havertz, Diaby - Alario

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Als Spieler und Trainer war das 1:6 in Leverkusen meine schlimmste Niederlage. Obwohl Leverkusen von den letzten elf Pflichtspielen neun gewonnen hat, darf uns so etwas nicht mehr passieren. Sie sind sehr gut drauf. Wir müssen uns dementsprechend vorbereiten und besser präsentieren als letztes Jahr. Meine Mannschaft kann immer punkten. Wir benötigen die richtige Balance, müssen kompakt stehen und in die Zweikämpfe kommen. Wenn Leverkusen Platz hat, dann können sie dem Gegner weh tun.“

Peter Bosz: "Wir haben in der Winterpause geschaut, wo wir uns steigern können: Zum einen in der Stabilität, zum anderen in den Heimspielen. Beides klappt bis jetzt ganz gut. Vor allem haben wir zu Hause wieder unsere Spiele gewonnen – das war wichtig. Aber Eintracht Frankfurt hat eine gute Mannschaft. In der Bundesliga tun sie sich dieses Jahr zwar etwas schwer, aber in den anderen beiden Wettbewerben – im DFB-Pokal und der Europa League – machen sie es wirklich super."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Stefan Ilsanker hat sich bei den Hessen in kürzester Zeit zu einem wichtigen Faktor in der Defensive entwickelt. Gegen Werder Bremen war der Mittelfeldspieler mit seiner Führungs- und Zweikampfstärke ein Schlüssel für den Sieg. Spannend: Wie verkraftet Filip Kostic seine Rote Karte mitsamt Vier-Spiele-Sperre? Der Serbe würde ein mögliches Pokalfinale verpassen und bringt sich so um die Ernte seiner Früchte. Bleibt er davon unbeeindruckt?

Bei Bayer präsentiert sich Havertz nach mäßiger Hinserie wieder in ausgezeichneter Verfassung. Mit elf Scorerpunkten in elf Rückrundenspielen ist der Offensivmann – wie Hütter erkannte – "der Schlüsselspieler" der Leverkusener. Für die Defensive gelang dem Club mit der Winter-Verpflichtung von Edmond Tapsoba ein Überraschungstransfer. Der Innenverteidiger präsentiert sich als starker Abräumer. Die Frankfurter kennen ihn bereits aus einem Europa-League-Gruppenspiel gegen Vitória Guimaraes.

Die Statistik des Spiels

Leverkusen und die Eintracht tanzen auch im Frühjahr auf drei Hochzeiten: Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. Es könnte also sein, dass sich die beiden Mannschaften in dieser Saison noch häufiger begegnen. Beeindruckend: Mit dem FC Porto (insgesamt 5:2) und dem FC Salzburg (6:2) wurden international zwei starke Gegner klar besiegt. Tore sind auch diesmal wieder zu erwarten, in 69 Partien gab es noch kein 0:0. Allerdings tat den Frankfurtern die Reise nach Leverkusen in den vergangenen vier Jahren weh: 2:16 Tore und null Punkte lautet die Bilanz aus Eintracht-Sicht in diesem Zeitraum. Vor allem die 1:6-Niederlage aus der Vorsaison befindet sich noch immer in den Hinterköpfen.