Nach drei sieglosen Spielen will Eintracht Frankfurt beim VfB Stuttgart wieder gewinnen. Mithelfen könnten dabei ein Eigengewächs und ein sehnlichst erwarteter Rückkehrer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht tritt beim schweren Brocken VfB Stuttgart an

Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt peilt am Samstag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart den dritten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga an. Zuletzt waren die Hessen dreimal sieglos geblieben. Mit einem Erfolg würde die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in der Tabelle am Aufsteiger vorbeiziehen.

Die Ausgangslage

Und das nächste richtungsweisende Spiel: Nach positivem Saisonstart kann man sich bei der Eintracht nicht des Eindrucks erwehren, dass die Hessen seit nun einiger Zeit ein wenig auf der Stelle treten. Nach dem unnötigen Remis in Köln und der erwartbaren Niederlage gegen die Bayern war eigentlich bereits das Heimspiel gegen Werder als richtungsweisend ausgerufen, schließlich hätten die Hessen mit einem Sieg wieder sachte oben anklopfen können.

Nachdem auch gegen biedere Bremer nur ein Punkt heraussprang, droht der gute Saisonstart nun jedoch zu versanden. Und die Richtung, die dann gewiesen würde, wäre das graue Mittelfeld.

Nicht unwesentlich dabei: Aufsteiger VfB Stuttgart spielt bislang eine solide Saison, liegt in der Tabelle mit den Hessen gleichauf und ist keinesfalls Kanonenfutter. Auch das Team von Pellegrino Matarazzo hat bereits neun Punkte gesammelt und kann mit der Ausbeute, im Gegensatz zur Eintracht, bislang zufrieden sein. Mal sehen, wie die Stimmung am Samstag gegen 17.20 Uhr ist.

Das Personal

Ein sachtes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Spielmacher Daichi Kamada, der laut Hütter "leicht angeschlagen" ist. Bessere Nachrichten gibt es hingegen vom schmerzlich vermissten Ausnahmespieler Filip Kostic, der Hütter eventuell schon in Stuttgart und damit früher als geplant zur Verüfgung steht. Seit Dienstag ist der 28-jährige Serbe, der wegen eines Teilsehnenanrisses des Innenbandes im Knie seit Ende September pausieren musste, wieder im Training.

"Er hat alles dafür getan, schnell wieder dabei zu sein", sagte Hütter, der Kostics Nominierung für das Stuttgart-Spiel nicht ausschloss. Verzichten muss Hütter hingegen auf das verletzte Sturmtalent Ragnar Ache, der nun sogar einen Rückschlag erlitten hat und nach einer Operation bis zum Jahresende ausfällt.

So könnte Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Stuttgart

Hütters Gegenüber Matarazzo muss derweil auf Arsenal-Leihgabe Konstantinos Mavropanos verzichten, der mit einem Meniskusriss ausfällt. Darüber hinaus muss auch Mittelfeldspieler Erik Thommy passen, der sich den Ellbogen gebrochen hat. Autsch.

So könnte der VfB spielen: Kobel - Anton, Karazor, Kempf - Wamangituka, Endo, Mangala, Gonzalez - Castro, Didavi - Kalajdzic

Das sagen die Trainer

Hütter: "Stuttgart hat ein gutes Team, das stark in die Saison gestartet ist. Am Samstag wird entscheidend sein, wer die bessere Tagesform hat. Wir erwarten ein Spiel, in dem es hin und her gehen wird. Natürlich wollen wir unbedingt drei Punkte ergattern. Aber das wollen wir in jedem Bundesligaspiel, dafür muss alles stimmen."

Matarazzo: "Wir stellen uns auf ein intensives Spiel ein. Frankfurt hat eine reife Mannschaft mit einer klaren Spielidee. Sie spielen gradlinigen und mutigen Offensivfußball. Wir werden darauf vorbereitet sein. Wir müssen mit voller Überzeugung auftreten."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Nach der spielerisch schwachen ersten Hälfte gegen Werder, kam erst nach der Pause Schwung ins Eintracht-Spiel. Und das hatte genau zwei Gründe: Die eingewechselten Aymen Barkok und Amin Younes, die auf den Flügeln sehr viel mehr Betrieb machten als ihre Vorgänger Almamy Touré und Steven Zuber.

Vor allem Barkok tat sich mit der einen oder anderen überraschenden Idee hervor, auch dem Ausgleich ging ein Ballgewinn Barkoks voraus. Gut möglich, dass er in Stuttgart das erste Mal von Beginn an ran darf. Erst recht, wenn Kamada wirklich ausfallen sollte.

Beim VfB gilt es auf die Entdeckung der noch jungen Saison zu achten. Der 23 Jahre alte Mittelstürmer Sasa Kalajdzic liefert bislang beachtenswert ab, steht bei drei Toren und zwei Vorlagen. Kleiner Wermutstropfen: Der zwei Meter große Österreicher erzielte seine drei Treffer an den ersten drei Spieltagen. Man könnte aktuell, wäre man fies, also auch von seiner ersten Durststrecke sprechen.

Die Statistik des Spiels

Ein Rekord, über den in Stuttgart niemand jubeln würde: Der VfB könnte gegen Frankfurt die 202. Bundesliga-Heimniederlage kassieren und wäre damit alleiniger Rekordhalter. Aktuell liefern sich die Schwaben mit dem 1. FC Köln noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Eintracht scheint dafür ein geeigneter Gegner: Die Hessen präsentieren sich auswärts aktuell stabiler als zuhause, in den vergangenen sieben Auswärtsspielen gab es nur eine Niederlage für die Eintracht. Aus hessischer Sicht steht dem Rekord also nichts im Wege.