Frankfurter Jubel in der Europa League
Fünfter Sieg im fünften Spiel: Die Eintracht will auch gegen Marseille jubeln. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt kann gegen Marseille vorzeitig den Gruppensieg eintüten und nebenbei die beeindruckende Serie in der Europa League ausbauen. Personell wird auf beiden Seiten durchgemischt.

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Die Spieler von Eintracht Frankfurt wollen auch gegen Lazio Rom jubeln.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter: Man denkt nicht daran, das Spiel locker anzugehen

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Der nächste Fußball-Feiertag steht an: Eintracht Frankfurt empfängt am Donnerstag (21 Uhr) Olympique Marseille zum dritten und letzten Vorrunden-Heimspiel in der Europa League. Während die Franzosen bereits ausgeschieden sind, geht es für die Hessen um den Gruppensieg.

Die Ausgangslage

Wer hätte das gedacht: Am vorletzten Spieltag der Gruppe H steht die Eintracht mit der makellosen Bilanz von vier Siegen aus vier Spielen an der Tabellenspitze und hat sich bereits  sicher für die K.o.-Phase qualifiziert. Sollte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter mindestens einen Punkt mehr holen als Lazio Rom im Parallelspiel auf Zypern wäre ihr Platz eins nicht mehr zu nehmen. Jede Menge wirtschaftliche und sportliche Vorteile inklusive.

Für Marseille, immerhin Vorjahres-Finalist, geht es hingegen nur noch um die berühmte goldene Europa-League-Ananas. Der neunfache französische Meister von der Cote d’Azur hat bislang einen mickrigen Punkt gesammelt und grüßt gemeinsam mit Limassol abgeschlagen vom Tabellenende.

Das Personal

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Eintracht-Trainer Adi Hütter

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zum Video Adi Hütter über die Personallage gegen Marseille

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Nach zehn ungeschlagenen Spielen und allerlei Englischen Wochen in Folge hätten einige der Frankfurter Dauerbrenner eine Verschnaufpause verdient. Problem dabei: Aufgrund zahlreicher verletzter, gesperrter oder nicht nominierter Spieler ist nur eine Rotation light möglich. Vor allem im Mittelfeld wird es nach den definitiven Ausfällen von Marc Stendera, Lucas Torro, Allan und Chico Geraldes sowie der Erkrankung von Jonathan De Guzman sehr eng. In der Abwehr fehlt zudem David Abraham; Carlos Salcedo ist nicht spielberechtigt. Im Tor könnte Frederik Rönnow eine Bewährungschance erhalten.

Die mögliche Eintracht-Aufstellung Augsburg
Bild © hessenschau.de

Ein deutlich größeres Rätsel ist die Aufstellung der Gäste. Die Europa-League-Saison ist abgehakt, die volle Konzentration liegt schon jetzt auf der Ligue-1-Partie am Sonntag bei Tabellennachbar Reims. Folgerichtig hat Coach Rudi Garcia einige Leistungsträger (siehe unten) gar nicht erst mitgenommen. "Ich weiß auch nicht, wie die hier auflaufen werden", kommentierte Eintracht-Trainer Hütter.

Wir versuchen es trotzdem mal – so könnte Marseille spielen: Pele - Kamara, Rolando, Caleta-Car, Amavi - Lopez, Luiz Gustavo - Chabrolle, Germain, Radonjic - Mitroglou

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: Es ist beeindruckend, dass wir schon qualifiziert sind. Aber wir wollen auch das fünfte Spiel gewinnen und Gruppenerster werden. Wer uns besiegen will, muss sehr gut sein – so viel Selbstvertrauen haben wir mittlerweile. Wenn wir auf den Platz gehen, wollen wir gewinnen. Deshalb erwarte ich, dass die Mannschaft das Gesicht der vergangenen zwei Monate zeigt.

Rudi Garcia
OM-Trainer Rudi Garcia gibt sich nicht geschlagen. Bild © Imago

Trainer Rudi Garcia: Es wird ein großes Match gegen einen Gegner, der auf höchstem Bundesliga-Niveau spielt. Wir sind schon draußen, aber wir wollen unser Bestes geben - und eine Revanche wäre auch nicht schlecht. Das Hinspiel hätten wir niemals verlieren dürfen. Jetzt möchten wir beweisen, dass wir besser sind als es unsere Ergebnisse zeigen. Für die jungen Spieler ist es eine Riesenchance, sich zu präsentieren.

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Das ist vor allem auf Seiten der Gäste gar nicht so leicht zu beantworten. Die wertvollsten und erfolgreichsten Akteure von Olympique Marseille werden den Donnerstagabend nämlich nicht im Frankfurter Stadion, sondern vermutlich auf der heimischen Couch verbringen. Florian Thauvin, seines Zeichens Weltmeister mit einem Marktwert von rund 50 Millionen Euro und in der heimischen Torschützenliste gleichauf mit Superstar Neymar wird ebenso geschont wie seine Nationalelf-Kollegen Adil Rami und Dimitri Payet oder der Holländer Kevin Strootman. Einen, den fast jeder kennt, ist aber dabei: Der Ex-Bayer Luiz Gustavo steht im Kader. Na immerhin.

Besonders interessant bei der Eintracht könnte derweil ein Blick zwischen die Pfosten sein. Ersatzkeeper Rönnow könnte dort Kevin Trapp für ein Spiel ersetzen und etwas internationale Luft schnuppern. Auch Nicolai Müller winkt ein Platz in der Startelf.

Die Statistik des Spiels

Rein statistisch kann sich Marseille die Reise ins winterliche Rhein-Main-Gebiet eigentlich sparen. Allzu groß sind die Chancen auf einen Erfolg in der Frankfurter Arena für internationale Gäste nämlich nicht. Von den vergangenen 17 Heimspielen auf europäischer Bühne verlor die Eintracht lediglich eines – im Herbst 2006 gegen US Palermo (1:2). Dreimal gab es ein Remis, 13 Duelle endeten mit einem Heimsieg. Auch beim letzten Start in der Europa League wurden alle Gruppen-Heimspiele gewonnen. Wir ziehen unseren Hut und sagen: Champs-Élysées.