Jubeln gegen Düsseldorf: Für die Eintracht ist das traditionell Formsache.

Eintracht Frankfurt hat gegen RC Straßburg einige Körner gelassen. Umso wichtiger ist es, dass im Bundesliga-Heimspiel gegen Düsseldorf zwei Neuzugänge vor ihrem Debüt stehen. Die Bilanz gegen die Fortuna könnte sich schöner kaum lesen.

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zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Düsseldorf-Spiel

Adi Hütter
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Es war ein wilder Ritt, den die Eintracht beim Heimspiel gegen RC Straßburg am Donnerstag erlebte. Den hochemotionalen und teilweise überhart geführten Fight gegen die Franzosen gewannen die Hessen mit 3:0 und sicherten sich dadurch die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League. Mit diesem Rückenwind geht es ins Bundesliga-Spiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf.

Die Ausgangslage

Das jüngste Erfolgserlebnis dürfte die Frankfurter zwar beflügeln, doch es wird abzuwarten sein, wie viel Kraft die Partie gegen Straßburg tatsächlich gekostet hat. Trainer Adi Hütter wird den einen oder anderen Wechsel vornehmen. Für diejenigen, die mit 90 harten Minuten an den Beinen wieder ran müssen, heißt es: beißen!

In der Bundesliga erwischten Frankfurt und Düsseldorf einen beinahe identischen Start: Beide Mannschaften gewannen ihr Auftaktspiel, beide Mannschaften verloren am 2. Spieltag. Das bisherige Torverhältnis spricht hauchzart für die Fortuna (4:4), die somit zwei Plätze vor der Eintracht (2:2) in der Tabelle steht.

Das Personal

Eine Premiere, so viel verriet Hütter auf der Pressekonferenz, wird es auf Seiten der Hessen aller Voraussicht nach geben. Neuzugang Bas Dost, der die Europa-League-Playoffs wegen fehlender Spielerlaubnis als Zuschauer verfolgen musste, dürfte gute Chancen haben, im Sturmzentrum zu beginnen. "Er freut sich total, sich hier nun auch auf dem Platz einzubringen", sagte Hütter.

Ebenfalls eine Option ist überraschenderweise Djibril Sow, der seit seinem Wechsel von den Young Boys Bern nach Frankfurt noch immer auf sein Pflichtspieldebüt wartet. Der Mittelfeldspieler laborierte an einem Sehnenanriss, konnte in den vergangenen zwei Wochen aber schmerzfrei mit dem Team trainieren. Und: David Abraham steht nach muskulären Problemen vor der Rückkehr in den Kader.

Düsseldorf plagt sich mit einer kuriosen Verletzungsserie herum: Nachdem mit Tim Wiesner und Raphael Wolf zwei Torhüter ohnehin verletzt gefehlt hatten, zog sich zuletzt auch Stammkeeper Michael Rensing eine Schulterverletzung zu. Somit kommt der 24-jährige US-Amerikaner Zack Steffen zwischen den Pfosten zu seinem dritten Bundesliga-Einsatz. Linksverteidiger Markus Suttner muss wegen eines Magen-Darm-Infekts pausieren.

So könnte die Eintracht spielen: Trapp – Abraham, Hasebe, Hinteregger  - Kohr, Rode – Durm, Kamada, Kostic – Dost, Rebic

So könnte Düsseldorf spielen: Steffen – Zimmermann, Ayhan, Hoffmann, Gießelmann – Baker, Morales – Thommy, Karaman, Tekpetey - Hennings

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir müssen schauen, dass wir uns so schnell wie möglich wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Das ist für uns ein ganz wichtiges Spiel. Mit einem Sieg könnten wir einen absolut perfekten Start in die Saison hinlegen. Das wäre sehr gut. Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen. Wir können uns nicht erlauben, gegen irgendwen nur 90 Prozent Fußball zu spielen. Aber ich glaube, es ist sehr viel positive Energie da."

Friedhelm Funkel: "Das Auswärtsspiel in der letzten Saison war ein rabenschwarzer Tag für uns. Aber das spielt alles keine Rolle mehr. Solche Spiele kommen immer mal vor und sind nicht alltäglich."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht richten sich alle Augen auf Bas Dost, der vor seinem ersten Auftritt für seinen neuen Verein steht. Dass der Niederländer weiß, wo das Tor steht, hat er bei seinen Stationen in Wolfsburg und speziell Lissabon unter Beweis gestellt. Ebenfalls im Fokus steht Ante Rebic. Wird es das letzte Spiel des Kroaten für die Eintracht? Bleibt Rebic doch? Und hat er Lust auf Fußball? Zumindest letztere Frage wird am Sonntagabend beantwortet.

Nach den Abgängen der beiden Topscorer Dodi Lukebakio und Benito Rahman müssen bei Düsseldorf andere Spieler in die Bresche springen. Einer, dem das bislang sehr gut gelang, ist Erik Thommy. Der Ex-Stuttgarter bereitete an den ersten beiden Spieltagen drei Tore vor. Dennoch sagte Funkel: "Wir sind auf den Flügeln noch längst nicht so weit wie letztes Jahr."

Die Statistik zum Spiel

Apropos vergangenes Jahr: An Düsseldorf hat die Eintracht nur allerbeste Erinnerungen. Das Hütter-Team gewann beide Spiele mit einer Wahnsinns-Torbilanz von 10:1. Besonders das 7:1 in Frankfurt, der höchste Bundesliga-Sieg der Eintracht seit 1981, ist in Erinnerung geblieben. Einziger Haken: Neun der zehn Treffer gegen die Fortuna erzielten Luka Jovic und Sébastien Haller, und die verdienen ihre Brötchen mittlerweile in Madrid respektive London.

Auch ohne die beiden Toptorjäger geht Frankfurt als Favorit ins Spiel. Und das traditionell: Gegen keinen Bundesligisten haben die Hessen eine bessere Bilanz als gegen Düsseldorf – 24 von 46 Spielen wurden gewonnen. Call it a Lieblingsgegner!