Jovic, Haller und Rebic jubeln gemeinsam.
Das Hinspiel in Stuttgart war die Geburtstunde von Frankfurts "magischem Dreieick" Bild © picture-alliance/dpa

Nach der Länderspielpause ist vor dem Saisonendspurt: Eintracht Frankfurt will gegen den VfB Stuttgart die Erfolgsgeschichte 2019 weiterschreiben. Das Wichtigste zur Partie.

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Auf die Frankfurter Eintracht wartet am 27. Spieltag der Bundesliga der VfB Stuttgart. Anpfiff gegen die Schwaben ist am Sonntagabend um 18 Uhr.

Die Ausgangslage:

Könnte klarer nicht sein: Auf der einen Seite euphorische Frankfurter, die im Kalenderjahr 2019 noch kein Spiel verloren haben und durch Liga und Europacup gleichermaßen marschieren. Auf der anderen Seite ein taumelnder VfB Stuttgart, der nicht so recht vom Fleck kommt und seit dem 16. Spieltag auf dem Relegationsrang festklebt.

Aber genau da ist der Haken, denn während der neunzig Minuten auf dem Platz ist alle Theorie ja schnell mal grau, und dass die Stuttgarter durchaus Potential haben, belegt ein kurzer Blick auf den Kader. Mario Gomez, Steven Zuber, Daniel Didavi und Co. können alle sehr viel mehr, als sie in dieser Saison zeigen. Auch deshalb sollte sich die Eintracht hüten, den VfB als Kirmestruppe zu sehen, die man mal so eben aus dem Stadion schießt.

Das weiß glücklicherweise auch Eintracht-Coach Adi Hütter: "Der VfB hat sich stabilisiert und steht kompakter. Sie haben begriffen, um was es geht. Es wird kein einfaches Spiel", so der Coach der Eintracht auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Allerdings hat Hütter seine Mannschaft "im Training sehr bissig und fokussiert" gesehen. Anscheinend haben also auch seine Spieler begriffen, worum es geht. Um nicht weniger als die Chance auf die Champions League nämlich.

Das Personal:

David Abraham ist laut Trainer Adi Hütter wieder eine Option, ob der etatmäßige Kapitän trotz mangelnder Spielpraxis vielleicht sogar von Beginn an ran darf, ließ Hütter offen: "Vor dem Spiel gegen Donetsk hatte er auch nicht öfter trainiert als in dieser Woche. Ich lasse mir offen, wer spielt und die Binde tragen wird." Ein Fragezeichen steht derweil hinter Mijat Gacinovic, der angeschlagen von der Nationalelf zurückkam.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht-Aufstellung gegen den VfB Stuttgart
Eintracht-Aufstellung gegen den VfB Stuttgart Bild © hessenschau.de

Auch VfB-Trainer Weinzierl kann aus dem Vollen schöpfen. Außer dem gelbgesperrten Santiago Ascacibar sind alle Mann an Bord. Als möglichen Ersatz für den galligen Argentinier im defensiven Mittelfeld nannte Weinzierl Christian Gentner, Daniel Didavi, Dennis Aogo und Erik Thommy als Optionen.

Das sagen die Trainer:

Adi Hütter: "Wir sehen eine Mannschaft auf dem Platz, die uns alle begeistert. Wir müssen versuchen, dem Gegner wehzutun, benötigen eine gute Verteidigungshöhe und möchten schnell umschalten. Der VfB hat gerne den Ball und steht kompakt, aber wir müssen auf uns schauen und dem Gegner mit unserer Spielweise wehtun. Wir spielen zuhause, haben Selbstvertrauen und wollen mit Leidenschaft und unseren Fans im Rücken den nächsten Sieg landen."

Markus Weinzierl: "Wir haben zuletzt aufsteigende Tendenz gezeigt und zum Beispiel in Dortmund gut verteidigt. Wir werden in Frankfurt aber auch eigenen Ballbesitz benötigen, um noch mal einen Schritt nach vorne zu machen. Wir wollen der Eintracht-Offensive mit großer Kompaktheit und großer Lauffreude begegnen. Wir dürfen den Stürmern keine Räume bieten und müssen eigene Ballverluste definitiv vermeiden."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Am Sonntag sind es weniger die Spieler, die im Mittelpunkt stehen, als mehr das System. Der VfB spielt in der Formation nahezu deckungsgleich wie die Frankfurter – aber deutlich defensiver. Eintracht "light" sozusagen. Vor einer Fünferkette agieren auch bei den Schwaben zwei zentrale Mittelfeldspieler und weiter vorne drei Offensiv-Akteure. Bei den Stuttgartern ist das alles aber ein wenig vorsichtiger. Sprinten bei der Eintracht Filip Kostic und Danny da Costa die Linie hoch und runter, sind Andreas Beck und Emiliano Insua beim VfB eher mit Defensiv-Aufgaben vertraut.

Dazu wirbeln bei der Eintracht im Sturm oft drei richtige Stürmer, während die Schwaben in der Regel nur auf Mario Gomez setzen und dazu mit Alexander Esswein und Steven Zuber zwei offensive Mittelfeldspieler an seine Seite beordern, die auch nach hinten ackern müssen. Ein System, zwei Herangehensweisen also. Die Eintracht gegen den VfB bedeutet daher auch: Lust auf Offensive gegen Vertrauen in die Defensive.

Die Statistik des Spiels

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Allein Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic haben mit 37 Saisontreffern satte elf Treffer mehr geschossen als der VfB insgesamt. Was auch erklärt, warum stolze 25 Punkte zwischen beiden Teams liegen. Aber Vorsicht: Die Gesamtstatistik spricht für die Schwaben. 47 der insgesamt 105 Aufeinandertreffen gewannen die Stuttgarter, die Eintracht nur 38. Angst machen sollte das den Hessen allerdings nicht.