Rode und Burkhardt im Zweikampf

Eintracht Frankfurt und Mainz 05 liegen geografisch nicht weit auseinander - aber ebensowenig in der Tabelle im Kampf um Europapokalplätze. Beide Teams pressen und kämpfen - Trainer Oliver Glasner verspricht also ein heißes Spiel.

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Audioseite Glasner: "Erwarte ein heißes Spiel gegen Mainz"

Glasner PK
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Am Samstag um 15.30 Uhr steht das letzte Hinrundenspiel der Saison an: Eintracht Frankfurt empfängt daheim die Überraschungsmannschaft vom FSV Mainz 05.

Die Ausgangslage

Es ist ein echtes Topspiel um die europäischen Plätze: Frankfurt als Siebter empfängt Mainz 05 (Sechster) - beide Teams stehen bei 24 Punkten, die Mainzer haben aber die bessere Tordifferenz. Das ist aus zweierlei Sicht überraschend: Die Eintracht musste vor gut zwei Monaten und nach der Niederlage in Bochum noch eher den Blick Richtung Abstiegsplätze richten. Doch momentan ist das Team von Oliver Glasner richtig gut in Form, gewann fünf der vergangenen sechs Bundesligaspiele.

Die Mainzer gehören ohnehin zu den Überraschungsteams dieser Saison, schaffen sie doch wieder einmal mit vergleichsweise kleinem Etat große Sprünge. Noch vor einem Jahr galt die Mannschaft als so gut wie abgestiegen und scheiterte kurz vor Weihnachten 2020 blamabel daheim im Pokal gegen den damaligen Zweitligisten Bochum. Seit der Amtsübernahme von Trainer Bo Svensson agieren die Nullfünfer aber wieder in altem Stile und haben die urtümlichen Klubtugenden wie die intensive Arbeit gegen den Ball reaktiviert.

Das Personal

Bei der Eintracht fehlt Tuta rotgesperrt, Aymen Barkok, Christopher Lenz und Jens Petter Hauge fallen sicher aus, Kristijan Jakic ist fraglich. Jakic' Absenz könnte dazu führen, dass Glasner den "Oldie" Makoto Hasebe ins Mittelfeld zieht und hinten rechts Almamy Touré für Tuta aufläuft. Der Japaner Hasebe könnte allerdings im defensiven Mittelfeld eher seiner Schnelligkeitsdefizite überführt werden, weswegen die Eintracht auf einen Einsatz des in Gladbach formidabel aufgetretenen Kapitäns Sebastian Rode hofft.

Doch bei Rode entscheidet sich kurzfristig, ob er in der englischen Woche gleich wieder ran kann - oder ob sich das lädierte Knie meldet. Auf die Frage, ob er Rode 90 Minuten zutraue, entgegnete Glasner mit einem Lächeln: "Ich habe ihm noch nicht einmal 70 Minuten zugetraut." Rode aber biss sich nach seiner Einwechslung in Gladbach durch.

In jenem Spiel erwischte Danny da Costa keinen guten Tag und könnte deswegen auf rechts Timothy Chandler weichen. Auf der anderen Seite dürfte da Costa gegen seinen Ex-Klub besonders motiviert sein und sich allein dafür eine Chance von Beginn an verdienen. Bei den Mainzern fehlen Jeremiah St. Juste und der ehemalige Frankfurter Dominik Kohr. Karim Onisiwo ist angeschlagen.

So könnte die Eintracht spielen:

So könnte die Eintracht gegen Mainz spielen.

So könnte Mainz spielen: Zentner - Bell, Hack, Niakhaté - Widmer, Stach, Aaron - Barreiro, Lee - Burkardt, Onisiwo.

Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Ich erwarte ein heißes Spiel. Mainz macht das sehr, sehr gut. Es gibt eine klare Handschrift des Trainers Bo Svensson: Sie machen die Räume sehr eng, spielen ein wahnsinnig aggressives Gegenpressing und schnell nach vorne. Sie haben da sehr schnelle Spieler außen und in der Spitze. Das wird noch mal ein richtig guter Gradmesser zum Abschluss der Hinrunde."

Bo Svensson: "Es ist ein bisschen komisch, dass mein erstes Spiel und das letzte Spiel des Jahres gegen die Eintracht stattfindet. Das wird eine große Herausforderung, wie man in den letzten Spielen von Frankfurt sehen konnte. Wir stellen uns dieser Aufgabe auch gerne. Ich traue meiner Mannschaft alles zu, auch sogar, in Frankfurt zu bestehen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht blüht Jesper Lindström immer mehr auf. Das mag nicht nur daran liegen, dass er kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Stadion erstmals am warmen Apfelwein nippte. Lindström fühlt sich auch ansonsten angekommen in Frankfurt, vor allem in der Offensive der Eintracht. Mit Daichi Kamada und Rafael Borré bildet er eine schlagkräftige Offensive. In Gladbach legte er den ersten Treffer auf, erzielte das 2:1 selbst und hätte später noch erhöhen können. Immerhin eine Antwort kann er schon auf deutsch geben: "Sehr gut."

Die Mainzer haben unter der Woche Hertha BSC mit 4:0 abgefertigt, Innenverteidiger Alexander Hack und der rechte Außenspieler Silvan Widmer lieferten eine starke Partie ab. Widmer war an den ersten drei Toren beteiligt. Da fiel es gar nicht ins Gewicht, dass der Topschütze der Mainzer, Jonathan Burkardt (sieben Tore), gegen Berlin nicht einnetzte. Der gebürtige Darmstädter wird schon als potenzieller Mann für den Sturm der deutschen Nationalmannschaft gehandelt.

Die Statistik des Spiels

Im Mai verspielte die Eintracht beim Heimspiel gegen Mainz (1:1) wichtige Punkte im Kampf um die Champions League. Bei Svenssons Premiere im Januar siegte die Eintracht mit 2:0, Mainz hatte aber in den vorangegangenen drei Partien die Oberhand behalten.

Frankfurt liegt bei den Sprints und der Laufdistanz ligaweit jeweils auf Rang zwei, die Mainzer führen eine unrühmliche Statistik an: Sie haben mit 218 die meisten Fouls von allen Teams begangen.

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