André Silva im Zweikampf mit Jonathan Tah

Eintracht Frankfurt bei Bayer Leverkusen? Diese Ausflüge haben sich selten gelohnt. Doch im Knacken von Negativserien zeigen sich die Hessen in dieser Saison als Spezialisten.

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Adi Hütter
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Die Englische Woche von Eintracht Frankfurt endet mit dem Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen. Der 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg beruhigte Gemüter und Nerven. Bei den Rheinländern kann ein entscheidender Schritt in Richtung Champions League gelingen.

Die Ausgangslage

Die bereits für den Europapokal qualifizierte Eintracht kann den nächsten großen Schritt in Richtung Champions League gehen. Bei einem Sieg in Leverkusen wäre Bayer auf uneinholbare zwölf Punkte distanziert, die Frankfurter könnten dann schlechtestenfalls noch auf Rang fünf abrutschen. Zur Erinnerung: Vor dem Duell in der Hinrunde lagen die Frankfurter noch elf Zähler hinter Leverkusen.

Bayer hingegen erlebt ein schwaches Jahr 2021. 21 Punkte sind eine unbefriedigende Bilanz, die bereits den Trainerwechsel von Peter Bosz zu Hannes Wolf nach sich zog. Unter dem neuen Coach wirkt das Team insgesamt etwas stabiler, doch das Erreichen der Königsklasse ist angesichts des kernigen Restprogramms kaum mehr möglich. Der Einzug in die Europa League würde immerhin versöhnlich stimmen.

Das Personal

Die Eintracht muss defintiv auf den gelbgesperrten Sebastian Rode verzichten. Der Mittelfeldspieler holte sich beim 2:0-Sieg gegen Augsburg die zehnte Verwarnung ab, ihn könnten Makoto Hasebe oder Stefan Ilsanker ersetzen. Sorgen bereitet der Blick auf die beiden Spielmacher. Daichi Kamada droht aufgrund eines gequetschen Fingers auszufallen, Amin Younes kämpft immer noch mit Adduktorenproblemen.

Die Gastegeber müssen auf die Langzeitverletzten Julian Baumgartlinger, Lars Bender, Timothy Fosu-Mensah, Paulinho und Santiago Arias verzichten.

So könnte die Eintracht spielen:

Mögliche Aufstellung Eintracht Frankfurt Bayer Leverkusen

So könnte Leverkusen spielen: Hradecky - Tah, S. Bender, Tapsoba, - Frimpong, Aranguiz, Demirbay, Wendell - Diaby, Schick, Bailey

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Leverkusen hat eine sehr gute Mannschaft mit viel Speed und guter Technik. Trotz allem sind sie anfällig und das wollen wir ausnutzen. Bayer steht enorm unter Druck. Wir müssen spielerisch sehr ordentlichen Fußball zeigen, sonst werden wir dort nichts holen."

Hannes Wolf: "Die Eintracht steht für eine Art von Fußball, die nach vorne geht. Sie spielen viel im Zentrum und schlagen über Flanken von der linken Seite zu. Ihre Spielweise ist ein bisschen wild und geprägt von sehr physischen Spielern. Es wird ein intensives Spiel."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Unterschiedsspieler überall bei der Eintracht. Ob im Tor Kevin Trapp, in der Abwehr Martin Hinteregger, auf dem Flügel Filip Kostic, im Zentrum Makoto Hasebe, Amin Younes und Daichi Kamada oder ganz vorne Luka Jovic und André Silva: Hütter hat einen kleinen, aber mit vielen Stars gespickten Kader zur Verfügung. Ob mit Doppel-Zehn oder Doppel-Sturm? Beinahe schon zweitrangig. Es hat in beiden Formationen häufig schon gut funktioniert. Hütter hat also die Qual der Wahl.

Bayer erlebt eine Saison mit Höhen und Tiefen. Konstanz ist ein Fremdwort in dieser Spielzeit, weshalb auch die Schlüsselspieler nie so richtig in Fahrt kamen. Wenn es ganz vorne gefährlich zugeht, dann sind die Flügelflitzer Moussa Diaby und Leon Bailey nicht fern. Der lange Zeit herausragend agierende Youngster Florian Wirtz ist inzwischen müde, er legte in den vergangenen acht Partien nur noch einmal auf. Diese Schwankungen ziehen sich bei Leverkusen durch das gesamte Jahr 2021.

Die Statistik(en) des Spiels

24! So viele Gegentreffer kassierte die Eintracht bei den vergangenen sechs Gastspielen in Leverkusen. Angstgegner nennt man so etwas in der Fußballer-Sprache, auf Bayer bezogen ist es ein Auswärts-Angstgegner. So gut es unter Hütter mit drei Heimsiegen daheim lief, so schlecht lief es stets in der Fremde: 1:6, 0:4 und in der zweiten DFB-Pokal-Runde 1:4 bedeuten drei Niederlagen und durchschnittlich rund fünf Gegentore pro Partie. "Wir haben schon einige bittere Nachmittage und Abende in Leverkusen erlebt. Wir haben uns dort nie so präsentiert, wie es eigentlich sein sollte", stellte Hütter fest.

Doch da ist die zweite Statistik in dieser Saison. Die Eintracht hat bereits einige Negativserien geknackt. In Dortmund wurde erstmals seit März 2010 gewonnen, der FSV Mainz 05 erstmals überhaupt in einem Auswärts-Aufeinandertreffen in der Bundesliga besiegt. Auch die gewohnten Stolpersteine in Augsburg (erst der zweite Bundesligasieg im neunten Duell) oder zu Hause gegen Wolfsburg (erster Heimsieg seit Januar 2016) wurden erfolgreich gemeistert. Knackt die Eintracht auch den nächsten Negativlauf, wäre der Sprung in die Champions League greifbar nahe.