Jovic und Rebic
Luka Jovic und Ante Rebic haben nach dem späten Siegtreffer auf Schalke gut lachen. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt legt ein müdes Auswärtsspiel hin, gewinnt dann aber trotzdem. Großen Anteil daran haben der Videoschiri, aber auch drei neue Qualitäten, die man von der launischen Diva eigentlich noch nie gesehen hat. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat im Kampf um die Champions-League-Plätze auf Schalke nachgelegt. Die Führung der Hessen durch Ante Rebic (13.) glich Schalkes Suat Serdar noch aus (20.). In der neunten Minute der Nachspielzeit verwandelte Luka Jovic dann einen Handelfmeter zum Sieg.

Schiri Stegemann mit VAR-Doppelpack

Als Schiedsrichter Sascha Stegemann die Eintracht in der Hinrunde gegen Wolfsburg pfiff, platzte Keeper Kevin Trapp angesichts der Leistung des Unparteiischen der Kragen: "Es gibt Schiedsrichter, die sollen einfach ihren Pass abgeben und es sein lassen", ätzte Trapp, und man mag sich gar nicht vorstellen, was der Eintracht-Keeper Stegemann nach dem Schalke-Spiel entgegengegiftet hätte, hätte dieser nicht doch noch, in der 99. Minute, auf den Punkt gezeigt.

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Denn eigentlich hätte er genau das schon in der 30. Minute tun müssen, als Ante Rebic von Jeffrey Bruma im Strafraum klar gefoult wurde. Aber obwohl sich Stegemann die Szene noch einmal ansah, blieb er bei seiner Entscheidung, weiterspielen zu lassen. Selbst als Schalke-Ehrenmitglied auf Lebenszeit wäre man eigentlich nicht drum herum gekommen, diesen Elfer zu geben. Zum Glück für die Frankfurter entschied Stegemann nach dem Handspiel von Daniel Caligiuri in der Nachspielzeit anders, Luka Jovic verwandelte den seit Datenerfassung spätesten jemals gegebenen Bundesliga-Elfmeter zum glücklichen Eintracht-Sieg. Ein Tor, das mindestens 8.000 Euro wert ist. Zumindest für Trapp, der nach seiner Schiri-Kritik nach dem Wolfsburg-Spiel genau diese Summe an Strafe zahlen musste.

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Aller guten Spitzenteam-Dinge sind drei

20 gute Anfangsminuten, ein furioses Finale, aber dazwischen viel Leerlauf, wenig Biss und noch weniger Ideen: Nicht umsonst sprach Eintracht-Trainer Adi Hütter nach dem Spiel davon, die "Struktur verloren und nicht mehr unser Spiel durchgezogen" zu haben. Aber, und das ist eine Qualität, die man bei der einst so launischen Diva vom Main noch nie gesehen hat: Mittlerweile gewinnt die Eintracht eben auch Spiele, in denen sie nicht sonderlich gut, ja sogar schlecht spielt.

Auch die ärgerliche Angewohnheit, gegen angeknockte Teams aus der unteren Tabellenhälfte unnötige Punkte zu lassen, scheint passé. Ebenfalls neu: Spiele werden in den letzten Minuten gewonnen, zuletzt gegen Hoffenheim in der 96. Minute, gegen Schalke nun in der 99. Schlechte Spiele gewinnen, die Kleinen schlagen, späte Tore schießen: Das sind die drei Zutaten, die aus einer Mannschaft eine Spitzenmannschaft machen.

Der zweite Anzug zwickt

Dennoch: Von 99 Frankfurter Minuten waren knapp 79 schwach. Die unterdurchschnittliche Leistung der Hessen hatte dabei Gründe, und die spielten gemeinsam im zentralen Mittelfeld. Nach dem Ausfall von Sebastian Rode und Mijat Gacinovic versuchten sich dort Jonathan de Guzman und Jetro Willems als gemeinsame Spielgestalter - und waren mit der Aufgabe schlichtweg überfordert.

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Die Eintracht im heimspiel!

Der Sieg der Frankfurter Eintracht ist auch Thema im heimspiel! Im hr-Fernsehen am Sonntag um 22:05 Uhr und am Montag um 23:15 Uhr.

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Der spielerisch bessere de Guzman wandelte bereits Mitte der ersten Hälfte am Rande des Platzverweises, folgerichtig hatte er nach 45 Minuten Feierabend. Sein Landsmann Willems hingegen spielte durch, vermochte dem Spiel aber keinerlei Impulse zu geben. Eher im Gegenteil: Willems würde wahrscheinlich noch auf den Ball treten und abdrehen, wenn er alleine auf den gegnerischen Keeper zuliefe. Ein Ersatz für Sebastian Rode und Mijat Gacinovic sind in dieser Form beide nicht.

Der Krankenstand füllt sich

Apropos Rode und Gacinovic: Beide fallen mit nicht näher definierten Zipperlein in Wade bzw. Ferse aus. Ebenso wie Sebastien Haller (Bauchmuskelverletzung), Almamy Toure (Oberschenkelprobleme), Marc Stendera (Rückenprobleme) und Marco Russ (Verletzung an der Achillesferse) auf Schalke nicht mittun konnten. Das Frankfurter Lazarett füllt sich bedenklich.

Neu im Krankenstand: Martin Hinteregger, der nach einem Bodycheck Marke "Beim Eishockey gerade so erlaubt" von Schalkes Suat Serdar nach 37 Minuten vom Feld musste. Hinteregger klagte über Schwindelanfälle, lange ausfallen wird er wohl nicht. Klar ist aber auch: Sehr viel mehr Verletzte im Saisonendspurt sollten es dann nicht mehr werden.

Jovic auch vom Punkt eiskalt

Dass Luka Jovic mit dem Kopf trifft, mit dem linken sowie dem rechten Fuß und wahrscheinlich auch per Zopf, wenn er denn einen hätte, weiß man in Frankfurt mittlerweile. Was bis dato noch unbekannt war, ist Jovic' erstaunliche Eiseskälte beim Elfmeter. Den nagelte der Serbe in der 99. Minute nämlich einfach unhaltbar zum Sieg unter die Latte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trapp: " Habe mich weggedreht"

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"Ich habe den Elfmeter nicht gesehen. Ich habe mich weggedreht. Aber ich habe gehört, dass er das Netz fast kaputt geschossen hat", so Trapp nach dem Spiel, der anfügte: "Das zeigt auch die Entschlossenheit, die Luka hat." Ähnlich pragmatisch wie Jovic den Elfer schoss, äußerte sich Hütter nach dem Spiel: "Es war nicht einfach mit der langen Wartezeit bis zum Elfmeter. Diesen Ball musst du unter die Latte zimmern, um die drei Punkte festzumachen." Scheint, als hätte Jovic das genauso gesehen.