Eintracht Frankfurt VfB Stuttgart Martin Hinteregger

Fight statt Spektakel, nur ein Punkt statt wichtigem Sieg: Eintracht Frankfurt spielt Remis gegen den VfB Stuttgart und merkt langsam, was es bedeutet, ein Spitzenteam zu sein. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat gegen den VfB Stuttgart beim 1:1 (0:0) nur einen Punkt geholt. Die Führung von Sasa Kalajdzic (68. Minute) konnte Filip Kostic postwendend wieder ausgleichen (69.).

1. Das (Traum-)Sturm-Duo darf erstmals gemeinsam ran

Eigentlich war im Frankfurter Stadtwald am Samstag alles hergerichtet für ein schönes Offensivfeuerwerk. Die drittbeste gegen die viertbeste Offensive - und dazu noch eine Premiere: Erstmals ließ Eintracht-Coach Adi Hütter seinen vermeintlichen Traum-Sturm aus André Silva und Luka Jovic von Beginn an los.

Eine Maßnahme, vor der der Österreicher bislang zurückgeschreckt hatte, zu der er am Samstag aber etwas gezwungen wurde, da Daichi Kamada, der zweite Teil der Doppel-Zehn, mit einem Hexenschuss ausfiel. Jovic, der zuvor nur gegen die Bayern von Beginn an ran durfte, erhielt damit die nächste Chance, Werbung in eigener Sache zu machen.

2. Offensiv-Spektakel? Von wegen!

Nur: Von Offensiv-Feuerwerk war weit und breit nichts zu sehen. Die erste Halbzeit war gähnend langweilig, nur Amin Younes (4.) und Silva (43.) probierten es einmal. Und sonst? Viel Leerlauf, viele, viele Zweikämpfe und kaum Aktionen im Strafraum. Ein Offensiv-Spektakel, da sind sich sicher alle einig, sieht anders aus.

Spätestens aber, als der Ball das erste Mal im Tor lag (und zählte), wurde aus dieser zähen Partie eine interessante. Die zweite Hälfte hatte mit der ersten so gut wie nichts zu tun, besonders in der Schlussphase drängte die Eintracht nach dem 1:1 auf den Siegtreffer, der VfB-Riegel war an diesem Nachmittag aber nur einmal zu durchbrechen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht stolpert auch gegen den VfB

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3. VfB hat bei Werder gelernt

Apropos VfB-Riegel: Man wurde beim Schauen dieser Partie das Gefühl nicht los, dass sich die Schwaben etwas vom 2:1-Sieg der Bremer am vergangenen Freitag gegen die Eintracht abgeschaut hatten. Die Stuttgarter, sonst eine Ausgeburt der Offensiv-Power, standen tief, machten die Räume geschickt eng und ließen die Hessen die meiste (uninspirierte) Zeit machen. "Stuttgart hat gut verteidigt, mittlerweile habe ich das Gefühl, die Mannschaften stellen sich immer tiefer rein gegen uns", erkannte auch Eintracht-Keeper Kevin Trapp nach der Begegnung.

Gäste-Trainer Pellegrino Matarazzo erklärte seinen Matchplan hinterher auch ehrlich: "Wir waren vorbereitet auf die Frankfurter Kontrolle, falls sie uns mal reindrücken. Wir waren bereit, tiefer zu stehen und kompakt zu verteidigen. Da mussten sie erst einmal durchkommen." Eine Herangehensweise, die die Eintracht als Spitzenteam gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte noch häufiger erwarten dürfte.

4. Auf Kostic ist immer Verlass

Wenn es aber um das Thema Durchkommen geht, haben die Frankfurter immer noch einen Spezialisten: Filip Kostic. Der Linksaußen war auch gegen den VfB der beste Mann im Eintracht-Trikot und erzielte quasi zwei deckungsleiche Tore. Das eine (55.) wurde vom VAR aufgrund einer Absseitsentscheidung geschluckt, das andere zählte dann aber (69.).

"Filip hat eine Qualität. Ich finde es wahnsinnig toll, wie er sich zurückgefightet hat und jetzt auch wieder trifft und Vorlagen liefert", lobte Trainer Hütter nach der Partie. "Das war ein wichtiges Tor für uns. Filip war einer der Spieler, die heute eine sehr gute Leistung gezeigt hat." Dem kann man sich getrost anschließen.

5. Jetzt kommen die Kracher

Auch wenn die Hessen dank Werder und dem VfB nun wissen, was sie in solchen Spielen erwartet, kommt zuerst einmal ein richtiger Kracher auf die Eintracht zu. Am nächsten Wochenende wartet RB Leipzig. Es ist der Beginn von richtungsweisenden Wochen in Sachen Champions League.

Neben RB warten in der Bundesliga-Schlussphase mit Dortmund, Wolfsburg und Leverkusen mit Ausnahme der Bayern das gesammelte obere Drittel der Bundesliga-Tabelle auf die Hessen. Oder wie es Hütter ausdrückte: "Wir haben jetzt noch einige heiße Partien. Wir möchten bis zum Schluss da oben mitstreiten."