DFB-Präsident Grindel und Vizepräsident Koch sitzen gemeinsam am Tisch.
Der Mailverkehr zwischen Reinhard Grindel und Rainer Koch (v.l.) wurde öffentlich gemacht. Bild © picture-alliance/dpa

Die Veröffentlichung von internen E-Mails der DFB-Führungsriege sorgt in Frankfurt für Aufregung. Die Eintracht ist über den Inhalt "irritiert". Die Frankfurter Fans fordern den Rücktritt des DFB-Präsidenten.

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Auch einen Tag nach einem Spiegel-Bericht haben sich die Wogen in der Causa Länderspiel-Standort nicht geglättet. Am Samstag hatte das Nachrichtenmagazin berichtet, DFB-Präsident Reinhard Grindel habe das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Peru am Sonntag aus Furcht vor möglichen Störungen durch Eintracht-Fans nicht in Frankfurt stattfinden lassen. Stattdessen lautete das Verbandsvotum pro Sinsheim. Der DFB widersprach der Spiegel-Meldung. Am Sonntag veröffentlichte das Magazin den entsprechenden Mail-Verkehr zwischen Grindel und DFB-Vize Rainer Koch aus dem Februar dieses Jahres.

DFB passte Protest gegen Montagsspiel nicht

Pikant: In dem Schriftwechsel wird deutlich, dass Koch sich zwar für eine Austragung in Frankfurt ausgesprochen hat, allerdings nur widerwillig. "Es fällt mir durchaus nicht leicht, diese Haltung Frankfurt gegenüber einzunehmen, denn du weißt wie ich zu den Vorkommnissen in Frankfurt stehe und selbst schon lange (und viel mehr als du) für einen Hardliner-Kurs bin", heißt es in der Mail. Damit meinte Koch den Protest der Eintracht-Ultras beim Montagsspiel gegen Leipzig Mitte Februar.

Die Eintracht hatte die Fans damals für eine Protestaktion in den Stadion-Innenraum gelassen. Koch merkte an, es sei vielleicht ein positives Signal in Richtung Fandialog, wenn man "trotz der Vorkommnisse beim Montagsspiel und trotz der Haltung der Eintracht-Führung" das Spiel in Frankfurt austrage. Beim Bundesligisten kam diese Passage nicht wirklich gut an.

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"Dieser Mann ist untragbar!"

An der Begründung des DFB, warum das Länderspiel in Sinsheim und nicht in Frankfurt ausgetragen wird, habe man nach wie vor keine Zweifel. "Was jedoch irritierend und daher auch erklärungsbedürftig ist, ist dass in den Mails vom Verhalten der Eintracht geschrieben wird", sagte Eintracht-Mediendirektor Jan Strasheim dem hr-sport.

DFB-Mediendirektor Ralf Köttker teilte hingegen mit, dass die DFB-Spitze am Sonntag im Gespräch mit der Eintracht-Führung noch einmal sehr deutlich unterstrichen habe, "dass reine Kapazitätsfragen beziehungsweise die zu erwartende Auslastung für die Stadionwahl entscheidend waren". Es sei dem DFB in diesem Zusammenhang wichtig, "nochmal unmissverständlich herauszustellen, dass es keinerlei Vorbehalte oder Spannungen zwischen dem DFB und Eintracht Frankfurt gibt, ganz im Gegenteil".

Nordwestkurve-Rat fordert Grindel-Rücktritt 

Das Verhältnis zwischen den Eintracht-Fans und dem DFB ist hingegen – gelinde gesagt – weiter angespannt. "Die Aussagen von Herrn Grindel zeigen einmal mehr seine Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit beim Thema Fankultur. Diese diffuse, völlig realitätsferne Panik des Präsidenten lässt tief blicken", schrieb der Nordwestkurve-Rat in einer Pressemitteilung. Unter Grindel sei ein Dialog zwischen dem DFB und den Fanvertretern nicht möglich. "Dieser Mann war und ist untragbar!", forderte der Dachverband der Eintracht-Anhänger indirekt den Rücktritt des DFB-Bosses.