Axel Hellmann

Einen Monat vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison hält die Deutsche Fußball Liga (DFL) in Frankfurt eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Vertreter der 1. und 2. Liga beraten am Mittwoch unter anderem über die 50+1-Regel.

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Das Bundeskartellamt hatte Ende Mai in seiner vorläufigen rechtlichen Einschätzung offiziell Bedenken gegen die Ausnahmeregel geäußert. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim sind nicht an die 50+1-Regel gebunden, wonach der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiterhin die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss.

Borussia Dortmund hat derweil sein Bekenntnis zur 50+1-Regel bekräftigt. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion rund um die vorläufige rechtliche Einschätzung des Bundeskartellamts und mit Blick auf die Historie des BVB sind wir ein klarer Verfechter der 50+1-Regel", wurde Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Dienstag in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Zerreißprobe offenbar rechtzeitig abgewendet

Auch der 1. FC Köln hatte eine ähnliche Stellungnahme veröffentlicht. Nach kicker-Informationen soll zudem kein Antrag zum Thema 50+1-Regel bei der DFL eingegangen sein, wonach scheinbar nur noch mit einem Meinungsaustausch zu rechnen ist. Dieser soll die Grundlage für eine DFL-Stellungnahme an das Bundeskartellamt bilden.

"Ich rate allen Seiten zur Beweglichkeit", mahnte zuletzt Vorstandssprecher Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt in der Sport Bild: "Bekommen wir keine einvernehmliche Lösung hin, steht die Liga vor einer Zerreißprobe."

Hellmann macht Lösungsvorschlag

Hellmann wünscht sich eine einvernehmliche Lösung, "die auf der einen Seite die Ausnahme beseitigt, aber auf der anderen Seite die Teilnahme der drei Clubs an der Bundesliga weiter möglich macht", sagte der Frankfurter Vorstandssprecher. "Ein Modell wäre, dass ihnen durch eine mehrjährige Übergangszeit die Möglichkeit gegeben wird, ihre Rechtsform 50+1-konform anzupassen."

Ferner geht es bei der DFL-Versammlung am Mittwoch um das überarbeitete medizinisch-hygienische Arbeitsschutzkonzept von DFL und DFB für die Saison 2021/22. Dieses orientiert sich am "GGG-Status" - vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet - statt an den Inzidenzwerten. Die DFL hat dazu bereits einen Entwurf veröffentlicht.