Leipzigs Peter Gulacsi streckt sich nach dem Ball

Eintracht Frankfurt schockt den Tabellenführer: Die Hessen bringen Leipzig die erste Niederlage in der Bundesliga seit Ende Oktober bei. Die Männer fürs Grobe führen die Hessen mit ungeahnten Qualitäten zum Erfolg.

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Seit dem SC Freiburg Ende Oktober konnte kein Bundesligist mehr gegen RB Leipzig gewinnen. Dann kam Eintracht Frankfurt: Die Hessen gewannen ihr Heimspiel gegen den Tabellenführer mit 2:0 (0:0) und sorgten damit auch für Freude bei der Konkurrenz. Ausschlaggebend war neben einer disziplinierten Defensivleistung ein Geniestreich von Almamy Touré: Der Verteidiger traf kurz nach Wiederanpfiff per Direktabnahme in den Winkel (48. Minute) zur Führung. In der letzten Minute der Nachspielzeit besorgte Filip Kostic den Endstand (90.+4) für den neuen Tabellenneunten.

Erstmal spielt nur Leipzig

Die Eintracht begann im Vergleich zum Sieg in Hoffenheim unverändert, also mit Bas Dost als einziger Spitze. Dazu bildeten erneut vier potenzielle Innenverteidiger die Vierer-Abwehrkette. Die Devise war klar: Wenn möglich, sollte gegen das Powerhouse der Liga doch bitte erstmal die Null stehen. Und das klappte im ersten Abschnitt ganz gut – auch wenn gerade die rechte Abwehrseite mit Almamy Touré und David Abraham einige Male das Nachsehen gegen die pfeilschnellen Christopher Nkunku und Timo Werner hatte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt siegt gegen RB Leipzig

Almamy Touré bejubelt seinen Treffer gegen Leipzig
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Leipzig bestimmte das Geschehen in allen Kategorien, hatte mehr Spielanteile und prüfte Kevin Trapp im Tor der Hessen einige Male. Die Schüsse aus der Distanz wirkten meist harmlos, dazu musste Trapp einmal gegen Werner sein Können zeigen (8.). Wirklich furchterregend war das, was der Tabellenführer vor der Pause veranstaltete, trotz drückender Überlegenheit aber nicht.

Die Verteidiger richten's auch vorne

Gleiches traf umso mehr auf die Frankfurter Offensivbemühungen zu. Nach Ballgewinn boten sich den Gastgebern durchaus Räume, um Leipzig auch mal in Gefahr zu bringen. In den entscheidenden Momenten leisteten sich die Ballverteiler Mijat Gacinovic und Djibril Sow allerdings zu viele Ungenauigkeiten in Abspiel und Ballverarbeitung. So hing Dost vorne zumeist in der Luft. Der einzige – und zugleich kaum nennenswerte – Abschluss vor dem Seitenwechsel kam per Hacke von Innenverteidiger Abraham (38.).

Auch nach Wiederanpfiff gaben die Verteidiger bei der Eintracht den Ton an. Und wie: Zunächst mimte Hinteregger an der gegnerischen Grundlinie den Spielmacher und spielte den Ball zurück an die Strafraumgrenze. Dort kam Touré angerauscht und nahm das springende Leder mit vollem Risiko. Als der Ball im oberen Toreck einschlug, herrschte in der Arena Ekstase. 1:0 für Frankfurt, mehr "Führung aus dem Nichts" ging nicht (48.). "Ich konnte es selbst kaum glauben, dass der Almamy so ein Pfund raushaut. Es freut mich ungemein für ihn", sagte Teamkollege Sebastian Rode hinterher.

Kostic verpasst, doch das Bollwerk hält

Den Leipzigern war in der Folge anzumerken, dass sie trotz Tabellenführung eben noch kein absolutes Spitzenteam sind. Plötzlich wirkten die Sachsen nervös und leisteten sich ungewohnte Ballverluste. Einer davon hätte zum 2:0 führen können, wenn nicht müssen, als Kostic auf Einladung von Nordi Mukiele allein auf RB-Torhüter Peter Gulacsi zulief, aber an dessen Fußabwehr scheiterte (51.). Damit war die Eintracht in gut fünf Minuten gefährlicher als in der kompletten ersten Hälfte.

Das Kerngeschäft an diesem Samstag verrichteten die Gastgeber aber weiterhin vor dem eigenen Tor. Und das gelang ihnen gegen die bis dato stärkste Offensive der Bundesliga ziemlich erfolgreich. 20-Tore-Mann Werner und seine hochtalentierten Nebenleute sahen sich meist einer Frankfurter Überzahl gegenüber, auch weil Sebastian Rode, Sow und Gacinovic ihre Rollen im zentralen Mittelfeld in erster Linie defensiv begriffen und immer wieder den Rückwärtsgang einlegten.

Die Anstrengung lohnte sich: Bis zum Abpfiff rannten die Gäste wütend an, hochkarätige Chancen sammelten die Leipziger aber kaum. Auf der Gegenseite durfte sich Kostic für eine erneut starke Leistung belohnen: Seinem Treffer zum 2:0-Endstand in der Nachspielzeit ging ein böser Bock von Ademola Lookman voraus (90.+4).

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Eintracht Frankfurt - RB Leipzig 2:0 (0:0)

Frankfurt: Trapp - Toure, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Sow, Rode - Chandler (88. da Costa), Gacinovic (90. Kohr), Kostic - Dost (77. Paciencia)   
                         
Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Upamecano, Halstenberg - Adams (71. Lookman), Sabitzer, Nkunku, Haidara (80. Forsberg), Laimer (66. Poulsen) - Werner, Schick   

Tore: 1:0 Toure (48.), 2:0 Kostic (90.+4)                  

Gelbe Karten: Rode - Halstenberg, Sabitzer

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)      
Zuschauer: 50.300         

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