Bas Dost muss sich mit der Eintracht mächtig strecken.

Eintracht Frankfurt verliert unnötigerweise gegen Mainz. Weil gleich mehrere Spieler einen schlechten Tag erwischen - und von der Bank nichts nachkommt. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht PK nach Mainz
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Eintracht Frankfurt hat das Heimspiel gegen Mainz 05 verloren. Moussa Niakathé brachte die Gäste nach einer Ecke in Führung (43.), Pierre Kunde Malong erzielte in der 77. Minute den 2:0-Endstand für die Mainzer.

1. Die Doppelspitze lahmt

Es war ja eigentlich alles zum Schützenfest angerichtet: Mit 62 Gegentoren kam die defensivschwächste Mannschaft in den Frankfurter Stadtwald, Eintracht-Trainer Adi Hütter bot mit Bas Dost und André Silva eine Doppelspitze mit dem ebenfalls offensiven Daichi Kamada dahinter auf, um den Mainzern direkt einzuheizen. Nur kam es leider nicht so.

Und zwar ganz und gar nicht. Der behäbig wirkende Dost hatte nicht eine gefährliche Szene, bevor er nach 45 Minuten folgerichtig vom Platz musste. Der zuletzt so treffsichere Silva wirkte zwar agiler, sah gegen den überragenden Moussa Niakathé aber keinen Stich. Und auch Kamada kam zu keinem Zeitpunkt ins Spiel. Die Folge: Der Frankfurter Dreifach-Sturm verkam zum lauen Lüftchen. Und Mainz spielte zum vierten Mal in dieser Saison zu Null. Glückwunsch.

2. Ilsankers Tag zum Vergessen

Was Dost vorne war, war an diesem Tag Stefan Ilsanker hinten. War der Österreicher gegen Bremen noch der Matchwinner, als er nach seiner Einwechslung gleich zweifach in nur neun Minuten traf, stand er gegen Mainz komplett neben sich. Beim 0:1 ließ sich Ilsanker bei einer Ecke von Niakathé überspringen, zu Beginn der zweiten Halbzeit entwischte ihm Jean-Philip Mateta, der aber glücklicherweise im Abseits stand. In der Schlussphase kam Ilsanker dann gegen Pierre Kunde zu spät, der zum Endstand einschob.

Auf der Pressekonferenz vor der Partie hatte Hütter Rotation angekündigt. Ausgerechnet den formstarken Kapitän David Abraham aus dem Team zu nehmen und Ilsanker gegen die schnellen Mainzer Offensivspieler zu stellen. erwies sich allerdings als falsche Entscheidung.

3. Der zweite Anzug sitzt nicht

Man muss es so klar sagen: Die Eintracht hat zwei Transferperioden hinter sich, in denen nicht alles richtig gemacht wurde. Wer 0:1 zuhause gegen Mainz zurückliegt und als offensive Optionen einzig Mijat Gacinovic und Timothy Chandler einwechseln kann, verfügt schlicht nicht über genügend Optionen.

Und das bitte nicht falsch verstehen: Gacinovic hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, Chandler bereits fünf Tore in der Rückrunde erzielt. Aber der eine ist eher ein pressingstarker Achter, der andere gelernter Rechtsverteidiger. Seit dem Ausfall von Goncalo Paciencia, der glücklicherweise am Sonntag wieder ins Mannschaftstraining einsteigt, stehen den Hessen nur zwei gelernte Stürmer zur Verfügung. Mit Filip Kostic steht gar nur ein einziger offensiver Außenbahnspieler im Kader, und man sollte in Frankfurt dringend eine Kerze anzünden, dass Kostic auch auf den letzten Metern gesund bleibt. Hier muss im Sommer dringend nachgebessert werden.

4. Von der Auswärts- zur Heimschwäche

Gut möglich, dass einer der eigenartigen Effekte der Corona-bedingten Geisterspiele die Auflösung des Heimvorteils ist. Eintracht Frankfurt hat seit Restart der Liga aber geradezu eine 180-Grad-Wendung hingelegt. Bis zum Spiel in Wolfsburg waren die Hessen mit nur sieben Punkten trauriger Letzter der Auswärtstabelle, haben seither jedoch sechs Punkte in Wolfsburg und Bremen geholt.

Dafür ist die Heimstärke der Hessen hingegen flöten gegangen: Die Geisterspiele gegen Basel (0:3), Mönchengladbach (1:2), den SC Freiburg (3:3) und nun Mainz konnten allesamt nicht gewonnen werden. Auch wenn Hütter keinen "Heimfluch" erkennen will, die Ergebnisse sind den Rahmenbedingungen entsprechend: gruselig.

5. Konstanz ist keine Stadt am Bodensee

Nachdem Fortuna Düsseldorf nur Remis gespielt hat, sind es noch immer sieben Punkte auf den Relegationsrang, und auch wenn Sportdirektor Bruno Hübner mahnt, man müsse "definitiv noch punkten", sollte der Klassenerhalt bei einem machbaren Restprogramm dann doch klappen.

Und dennoch: Es trudelt aktuell eine eigenartige Eintracht-Saison aus, die nicht nur wegen der Rahmenbedingungen denkwürdig ist, sondern auch, weil Eintracht Frankfurt stets irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Auf Highlight-Siege gegen Bayern, Leipzig oder Leverkusen folgten unnötige Niederlagen gegen Paderborn, Mainz oder andere Liga-Leichtgewichte. "Diese Inkonstanz zieht sich schon durch die ganze Saison. Wir haben zu viele Höhen und Tiefen", monierte Sebastian Rode nach dem Spiel. Die Devise daher: Klassenerhalt schaffen, eine eigenartige Saison zu den Akten legen und in der kommenden Spielzeit für mehr Konstanz sorgen.