Eintracht-Profis trotten nach dem Spiel über den Rasen.
Leere Hände: Eintracht-Profis nach dem Spiel in Dortmund Bild © Imago

Eintracht Frankfurt überrascht in Dortmund erst mit der Aufstellung und anschließend durch eine über weite Strecken gute Leistung. Doch dann fragen sich die Protagonisten: Warum endete das Spiel mit einer Niederlage? Eine Zusammenfassung in fünf Punkten.

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Eintracht PK nach Dortmund

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Gut mitgehalten, das Unentschieden im Blick gehabt – am Ende aber doch verloren: Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt unterlag am Freitagabend mit 1:3 (0:1) bei Borussia Dortmund. Die BVB-Führung durch Abdou Diallo (36. Spielminute) glich Sébastien Haller (68.) aus. In einer turbulenten Schlussphase trafen der Ex-Frankfurter Marius Wolf (72.) und Paco Alcácer (88.).

Mit Falette und Fabián, aber ohne große Wirkung

Dreierkette? Viererkette? Und überhaupt: Mit welchem Personal? Die Rotsperre gegen Jetro Willems sowie der verletzungsbedingte Ausfall von Taleb Tawatha (Rücken) hatten Eintracht-Trainer Adi Hütter vor dem Anpfiff in der Abwehr vor ein Aufstellungspuzzle gestellt. Seine Lösung: eine Viererkette, in der Simon Falette die linke Seite dichtmachen sollte.

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Der Franzose, der bis zuletzt keine Rolle in Hütters kurzfristigen Planungen spielte und den Verein bei einem entsprechenden Angebot hätte verlassen können, war in Dortmund mehr als eine Notlösung. Sein gerade einmal 19 Jahre alter Landsmann Evan N'Dicka wirkte in seinem dritten Einsatz als Bundesliga-Innenverteidiger erstmals verunsichert und leistete sich in der Anfangsviertelstunde gleich zwei Stellungsfehler, die auch dank Falette an seiner Seite aber glimpflich ausgingen.

Und noch einer hatte es im ersten Match nach der Länderspielpause von der kontrovers diskutierten Trainingsgruppe II in die Startelf geschafft: Marco Fabián. Der Mexikaner, dessen Wechsel zum türkischen Top-Club Fenerbahce Istanbul kurzfristig geplatzt war, erhielt auf dem rechten Flügel gegenüber Nicolai Müller den Vorzug. Sein Arbeitsnachweis: eher unauffällig. Eine Laufdistanz von gut sieben Kilometern (Top-Wert: Mijat Gacinovic mit zwölf), 28 Ballkontakte (David Abraham: 70) oder gerade einmal sieben gespielte Pässe (N'Dicka: 42) zeugen nicht unbedingt davon, dass Fabián dem Eintracht-Mittelfeld die erhoffte Kreativität einhauchen konnte.

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Eintracht Aufsager

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Hallers Ausbeute: ein Lichtblick

Zwei Niederlagen in drei Punktspielen, dazu das Aus im DFB-Pokal sowie die schmerzhafte Supercup-Erfahrung – der Saisonstart der Frankfurter verläuft nach wie vor holprig. Wie gut, dass es zumindest in der Offensive einen Lichtblick gibt: Angreifer Sébastien Haller. Der 24-Jährige hat bislang in allen drei Bundesligaspielen dieser Runde ein Tor erzielt, beim 2:0-Auftaktsieg in Freiburg gelang ihm zudem eine Vorlage. Reiner Zufall? Wohl kaum, wie sein Tor beim BVB gezeigt hat: Bei einer Fehlerkette der Dortmunder Defensive reagierte Haller blitzschnell und bugsierte den Ball aus der Drehung ins Gehäuse. Eine Qualität, auf die die Hessen in den kommenden Spielen ebenfalls hoffen werden.

Wolfs bittersüßes 2:1

Apropos Tore: Fünf Stück erzielte Wolf in der vergangenen Bundesliga-Saison für die Eintracht, sein erstes im BVB-Dress gelang ihm nun ausgerechnet gegen die Ex-Kollegen. Es war der wuchtige Abschluss der vermutlich sehenswertesten Kombination der gesamten Partie und zudem der vorentscheidende Treffer zum 2:1. Ausgelassener Jubel? Fehlanzeige. "Es ist bitter, dass es gegen die Eintracht passiert ist, aber das ist Fußball, das lässt sich nicht vermeiden", sagte Wolf anschließend. "Man gibt alles auf dem Platz und will Tore schießen." Und doch weiß der 23-Jährige: In puncto Karriere hat er den Hessen einiges zu verdanken.

Statistisches: Ausgeglichener geht es kaum

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"Die Borussia hat drei Mal auf das Tor geschossen und drei Tore erzielt – das darf eigentlich nicht passieren", sagte Frankfurts Keeper Kevin Trapp. Und auch Sportdirektor Bruno Hübner rätselte: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht und nach dem Spiel weißt du gar nicht, warum du verloren hast." Wer einen Blick auf die Statistiken zur Partie wirft, der stellt schnell fest: Beide haben recht. In elementaren Kategorien wie Laufleistung (Eintracht 120,8 Kilometer, BVB 119), gewonnene Zweikämpfe (Eintracht, 51%, BVB 49%) oder Flanken aus dem Spiel heraus (Eintracht sechs, BVB sieben) war Frankfurt knapp ebenbürtig oder sogar besser. Nach einer 1:3-Niederlage, die größtenteils auf die Dortmunder Effizienz in der zweiten Halbzeit zurückzuführen ist, hören sich solche Werte jedenfalls nicht an.

Die Schlagzahl nimmt zu

"Es ist eine ärgerliche Niederlage, aber ich habe viele positive Dinge gesehen", lautete daher auch das Fazit von Eintracht-Trainer Hütter – wohlwissend, dass sein Team in den kommenden Wochen jedes Promille an Motivation und Zuspruch gut gebrauchen kann. Das Flutlichtspiel im Dortmunder Fußball-Tempel war der Auftakt zu intensiven Wochen, wie sie die Frankfurter seit Jahren nicht erlebt haben.

Am kommenden Donnerstag steht mit dem Geisterspiel bei Olympique Marseille die Rückkehr auf die Europapokal-Bühne an, anschließend folgen die Bundesliga-Herausforderungen Leipzig (23.9.) sowie Mönchengladbach (26.9). Bis zur nächsten Länderspielpause Mitte Oktober warten außerdem Hannover, Hoffenheim und zwischendurch (4. Oktober) mit Lazio Rom wieder ein Europa-League-Gegner. Die Schlagzahl nimmt zu.

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Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:0)

Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer - Dahoud, Delaney (70. Witsel) - Wolf, Bruun Larsen (58. Sancho), Reus, Philipp (67. Alcacer)

Frankfurt: Trapp - da Costa, Abraham, N'dicka, Falette, - Torro (84. Müller), Fernandes (63. de Guzman) - Fabian (63. Jovic), Gacinovic, Kostic - Haller

Tore: 1:0 Diallo (36.), 1:1 Haller (68.), 2:1 Wolf (72.), 3:1 Alcacer (88.)
Gelbe Karten: - / Kostic

Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)  
Zuschauer: 80.500

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