Kostic enttäuscht
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In Leverkusen hat die Eintracht ihr mit Abstand schlechtestes Saisonspiel gezeigt. Auch ein Blick in die Spielstatistiken offenbart, wie desaströs die Hessen auftraten.

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Dass die Aussagekraft von Statistiken im Sport mitunter begrenzt ist, wusste schon der große Werner Hansch. "Ja, Statistiken", unkte der legendäre Fußballkommentator einst während einer Übertragung, "aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese, aber hier spielt gar kein Chinese mit."

Ganz so einfach wie Hansch es sich machte, ist die Sache natürlich nicht. Statistiken sagen im Fußball durchaus etwas aus – und selten sah man das deutlicher als bei der desaströsen 1:6-Niederlage der Frankfurter Eintracht in Leverkusen.

Fehlpassquote von 35,5 Prozent

In quasi allen Kernbereichen des Spiels waren die Hessen dort heillos unterlegen. Lediglich vier Torschüsse gaben sie ab. Nur ein Drittel dessen, was die vielgelobte Frankfurter Offensive ansonsten zustande bringt. Demgegenüber standen 17 Torschüsse der Leverkusener, elf davon innerhalb des Strafraums. Dass die Eintracht am Ende nicht noch höher baden ging, hatte sie Keeper Kevin Trapp zu verdanken, der in der zweiten Halbzeit gleich zweimal gegen den freistehenden Kai Havertz parierte.

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Adi Hütter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Das war ein rabenschwarzer Tag"

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Mit Ball, ohne Ball, defensiv wie offensiv: Die Eintracht war am Sonntag ein einziger Totalausfall. Nur 129 Pässe der Hessen aus dem Spiel heraus fanden ihren Weg zum Mitspieler (Leverkusen: 942), also im Schnitt 1,4 erfolgreiche Pässe pro Minute. Bei 71 Fehlpässen macht das eine unterirdische Fehlpassquote von 35,5 Prozent (Leverkusen 7,8 Prozent). Ganz besonders tat sich Offensivspieler Ante Rebic hervor, der nur einen Pass zum Mitspieler brachte, deren fünf aber zum Gegner. Insgesamt kommt die Eintracht so nur auf 361 Ballbesitzphasen, denen 1205 Ballbesitzphasen der Werkself gegenüberstehen. Das entspricht einer Ballbesitzquote von 23,05 Prozent.

Eintracht-Statistik 1
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Zweikampfquote von nur 40,98 Prozent

Bemerkenswert dabei: Obwohl die Frankfurter dem Ball quasi non-stop hinterherrannten, liefen die Hausherren über fünf Kilometer mehr: 113,3 Kilometern (knapp zwei Kilometer weniger als im Saisondurchschnitt der Eintracht) stehen 118,4 Kilometer Gesamtdistanz der Leverkusener gegenüber. Bei Sprints und intensiven Läufen waren die Hessen gleichauf oder sogar besser. Geholfen hat das aber auch nichts, weil die daraus resultierenden Zweikämpfe in der Mehrzahl verloren wurden. Eine Zweikampfquote von nur 40,98 Prozent ist für die sonst so kernigen Hessen desaströs.

Eintracht-Statistik 2
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Immerhin: Es gab auch Statistiken, in denen die Hessen den Platz als Sieger verließen, etwa bei der Anzahl der Ecken (4:1 für die Eintracht). Man würde gerne wissen, was Werner Hansch dazu sagen würde.

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Sportvorstand Fredi Bobic.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bobic: "So etwas habe ich noch nie erlebt"

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