André Silva

Für die Nationalspieler von Eintracht Frankfurt verläuft die Europameisterschaft sehr unterschiedlich. Manche Stars sitzen nur auf der Bank, Spieler aus der zweiten Reihe schaffen plötzlich Historisches.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found EM-Spieler im Fokus: Martin Hinteregger

Martin Hinteregger bei der EM
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Was für ein Einstand: Kaum war Eintracht Frankfurts Starstürmer André Silva im ersten Gruppenspiel der Portugiesen auf dem Feld, schoss die "Selección" in den letzten neun Minuten drei Tore gegen Ungarn. Ein letztlich ungefährdeter Sieg, dank eines überragenden André Silva? Eher nicht. Die Tore fielen zwar nach Silvas Einwechslung, geschossen wurden sie jedoch von anderen. Korrelation ist eben nicht Kausalität, glänzen konnte Silva in seinem ersten Kurzeinsatz nicht.

Für Silva, heißestes Eisen im Spielerkader der Eintracht, läuft die EM noch nicht allzu zufriedenstellend. Nach seinen neun Minuten gegen Ungarn durfte er noch sieben Minütchen gegen Deutschland ran, im entscheidenden Gruppenspiel gegen Frankreich blieb er ganz draußen. Erstaunlich, bei 28 erzielten Saisontoren, aber auch verständlich angesichts der Konkurrenz in der portugiesischen Offensive.

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Bruno Fernandes sammelte bei Manchester United 29 Scorerpunkte in der Premier League, Bernardo Silva wurde mit Manchester City Meister, Cristiano Ronaldo ist eh eine Art portugiesischer Halbgott, da kann man schon mal auf der Bank bleiben. Neben Silva sitzt dort übrigens auch Supertalent Joao Felix, der 2019 im Europacup einst drei Tore für Benfica gegen die Eintracht schoss.

Zuber in Gesellschaft von Rui Costa und Michael Laudrup

Besser läuft es hingegen für Steven Zuber, der so etwas wie die EM-Überraschung der Eintracht ist. Ausgerechnet Zuber, der bei den Hessen nur eine untergeordnete Rolle spielte, bei der EM aber im zweiten und dritten Gruppenspiel der Schweizer auf dem Feld stand und beim 3:1 gegen die Türkei gleich alle drei Treffer vorbereitete.

Drei Assists in einem EM-Spiel – das gelang bisher nur Michael Laudrup bei der EM 1984 und Rui Costa bei der EM 2000. Nicht die schlechteste Gesellschaft für Zuber, dem der Stammplatz im kommenden K.o.-Spiel nach seiner Gala sicher sein dürfte.

Nur dabei, statt mittendrin ist hingegen Zubers Landsmann Djibril Sow, der lediglich beim zweiten Gruppenspiel der Schweizer gegen Italien für schlanke sechs Minuten mittun durfte. Immerhin mehr als die Eintracht-Keeper Kevin Trapp und Frederik Rönnow, die bei Deutschland bzw. Dänemark je auf noch gar keine Minute kommen.

Kommt es zum Duell Hinteregger / Silva?

Anders sieht das bei Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker aus. Die beiden Frankfurter Abwehrkanten schafften den ersten K.o.-Runden-Einzug der österreichischen Nationalmannschaft bei einer EM überhaupt. Hinteregger spielte in allen drei Gruppenspielen durch, sah beim ersten Turnier-Gegentor gegen Nordmazedonien zwar unglücklich aus, biss sich aber anschließend ins Turnier rein. Ilsanker wurde im ersten und dritten Gruppenspiel eingewechselt. Eine Rolle, die er aus Frankfurt kennt.

Im Achtelfinale stehen tatsächlich alle Frankfurter, direkte Duelle wird es jedoch zunächst nicht geben. Silvas Portugiesen treffen auf Belgien, Zuber und Sow mit der Schweiz auf Frankreich, Hinteregger und Ilsanker bekommen es mit Italien zu tun, Deutschland mit England, Rönnows Dänen mit Wales. Im Viertelfinale jedoch könnte es das erste hessische Duell geben, sollten sich Österreich und Portugal durchsetzen können. Allein für das spektakuläre Duell mit Hinteregger würde man Silva ein paar mehr Einsatzminuten gönnen.

Alle Achtelfinalpaarungen auf einen Blick finden Sie bei sportschau.de.

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 24.06.21, 6 Uhr