Rückkehrer Rode glänzte nach seiner Anreise ins Trainingslager gleich mit bekannten Qualitäten.

Zwei Rückkehrer, ein Kurztrip nach Frankfurt und noch einige Problemzonen im Kader: Das Trainingslager der Eintracht in Windischgarsten war aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Wir blicken zurück und beantworten die wichtigsten Fragen.

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Eintracht im Trainingslager
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Für zehn Tage gastierte Eintracht Frankfurt im oberösterreichischen Luftkurort Windischgarsten und arbeitete am Feinschliff für die kommende Saison. An Erholung war für das Team von Trainer Adi Hütter nicht zu denken, komplett ungestört lief die Vorbereitung aber auch nicht. Unser Fazit:

Wie war das Trainingslager?

Alles in allem zufriedenstellend. Trainer Hütter scheuchte summa summarum 32 Profis über die beiden Rasenplätze unweit des Teamhotels. Auf dem Plan standen insgesamt zwölf Trainingseinheiten, dazu ein Testspiel gegen den österreichischen Drittligisten FC Wels (7:0). Unterbrochen wurde die konzentrierte Arbeit an Körper und Taktik jedoch durch das Qualifikations-Rückspiel gegen Tallinn: Am Mittwochnachmittag machte sich der Eintracht-Tross mit 20 Spielern zurück in Richtung Frankfurt auf, am frühen Freitagmorgen gegen 4 Uhr schlüpfte die müde Reisegruppe dann wieder in ihre Windischgarstener Hotelbetten. "So etwas habe ich in der Form auch noch nicht erlebt", kommentierte Hütter. 

Was war gut?

Trotz teilweise miserablen Wetters vor allem die Lust auf Fußball. Die Spieler der Eintracht haben die Strapazen der vergangenen XXL-Saison überwunden und wirken frisch. Alle bieten sich an, alle wollen spielen. Die Stimmung ist zudem ausgelassen, von Druck erst einmal nichts zu spüren. Ganz vorne dabei in der Riege der Klassenclowns: Die stets gut gelaunten Simon Falette, Timothy Chandler und David Abraham.

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Was war schlecht?

An ein Training mit allen Beteiligten war aufgrund der beiden Europapokal-Partien nur sehr beschränkt zu denken. Zu Beginn des Trainingslagers durfte die Startelf von Tallinn kürzertreten und regenerieren, dann absolvierten die Reservisten das Testspiel in Wels und durften ihrerseits im Anschluss erst einmal in die Eistonne. Das gleiche Bild nach dem Rückspiel: Die Stammkräfte auf dem Rad, der Rest auf dem Rasen. Der komplette Kader stand lediglich viermal gemeinsam auf dem Platz, einspielen ist so nur bedingt möglich. Spielzüge oder Standards standen bislang nur in homöopathischer Dosis auf dem Trainingsplan.

Wie haben sich die Neuzugänge präsentiert?

Für die größte Überraschung sorgte sicherlich Sebastian Rode, der nur 80 Tage nach seinem Knorpelschaden direkt ins Training einstieg und einen rundum fidelen Eindruck hinterließ. Sogar ein Einsatz zum Bundesliga-Auftakt scheint möglich. Ein Startelf-Kandidat ist zudem Dominik Kohr. Auch Dejan Joveljic zeigte, dass er durchaus Qualitäten besitzt, der 19-Jährige braucht aber Zeit. Erik Durm ist ein klassischer Backup, Pechvogel Djibril Sow darf zumindest schon wieder lockere Runden drehen.

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Oli Mayer moderiert einen Beitrag über Sebastian Rode
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Und Martin Hinteregger?

Der Fanliebling bestimmte trotz Abwesenheit die Schlagzeilen. Erst tauchte ein viel beachtetes, nennen wir es: Feier-Video des Innenverteidigers im Netz auf, wenig später dann Hinteregger höchst selbst in Frankfurt. Der FC Augsburg und die Eintracht, so die nüchternen Fakten, einigten sich doch noch auf einen Wechsel. "Das ist ein fantastisches Gefühl", sagte Hinteregger in einer ersten Stellungnahme und wurde dann auch in Österreich von den rund 50 anwesenden Fans frenetisch begrüßt.

Wo muss noch was passieren?

Kurzum: Vor allem ganz vorne und ganz hinten. Eine neue Nummer eins muss ebenso dringend her wie ein Angreifer, der garantiert für Tore sorgt. "Wir müssen im Sturm noch etwas tun", betonte Coach Hütter direkt zu Beginn des Trainingslagers und kündigte weitere Transfers an. Die kamen auch, allerdings für das zentrale Mittelfeld (Rode) und die Abwehr (Hinteregger). Dort ist die Eintracht jetzt gut aufgestellt, im Tor und in der Abteilung Attacke noch nicht.

Gibt es jetzt schon Abgehängte?

Eine ganze Reihe. Besonders deutlich wurde das, als Hütter am dritten Trainingstag Elf gegen Elf spielen lassen wollte und dafür vier Spieler frühzeitig zum Duschen schicken musste. Er entschied sich für Marc Stendera, Youngster Sahverdi Cetin, Jetro Willems (inzwischen bei Newcastle) und Simon Falette. Bei Letztgenanntem kam das durchaus überraschend und könnte auch andere Gründe haben, ein Fingerzeig war das aber allemal. Ebenfalls keine Chance mehr hat Nicolai Müller. Warum genau Tuta verpflichtet wurde, bleibt ein genauso großes Rätsel wie das Auftreten von Almamy Touré. Klar ist, dass der Kader noch kleiner werden muss. 23 bis 24 Feldspieler ist Hütters Wunschgröße.

Wer ist der Pechvogel der Vorbereitung?

Ganz klar Frederik Rönnow. Der bemitleidenswerte Däne verletzte sich wieder einmal in der Vorbereitung und musste in Windischgarsten das tun, was Torhüter wohl am wenigsten mögen: laufen. Während Rönnow Runden drehte, kam der eigentlich schon aussortierte Felix Wiedwald zu Europacup-Ehren. Nebenbei geht die Suche nach einer neuen Nummer eins weiter, Kevin Trapp soll lieber heute als morgen dauerhaft von Paris St. Germain losgeeist werden. Rönnow und die Eintracht – das wird wohl nix mehr.

Gibt es Gewinner?

Der Spieler mit dem größten Überraschungspotenzial ist sicherlich Daichi Kamada. Der Japaner hat körperlich zugelegt und zeigte im Training vielversprechende Ansätze. Ob es für die Bundesliga reicht, bleibt jedoch abzuwarten. Ganz klar ist hingegen die Erkenntnis, dass einige Stammkräfte schon wieder nah dran sind an ihrer Topform. Allen voran Makoto Hasebe hat sich mit mittlerweile 35 Jahren Fehler offenbar komplett abgewöhnt und thront mit seiner Erfahrung über allem. Die Flügelflitzer Danny da Costa und Filip Kostic sind ebenfalls schon wieder im Power-Modus, Evan N’Dicka hat seine Schwächephase zu Ende der vergangenen Runde überwunden und strahlt wieder Souveränität aus. Auch mit Lucas Torro ist zu rechnen.

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Taktik Ultras
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Was macht Ante Rebic?

Nicht viel. Bereits am zweiten Tag in Windischgarsten brach er das Torschusstraining ab und meldete sich mit Rückenproblemen ab. Auch das Rückspiel gegen Tallinn verpasste er. Rückkehr ebenso ungewiss wie seine Zukunft.

Wie geht es weiter?

Im Stakkato-Takt. Wenn alles gut läuft und die Eintracht auch die dritte Qualifikationsrunde übersteht, besteht der komplette August aus Englischen Wochen. Bereits am Donnerstag steht die Reise nach Vaduz auf dem Programm, danach ist die Eintracht im DFB-Pokal zu Gast bei Freunden in Mannheim.