Dejan Joveljic jubelt

Zur neuen Saison kehren sechs Leihspieler zu Eintracht Frankfurt zurück. Einige haben das Potential, zur Überraschung der Saison zu werden. Andere werden wohl anderswo ihr Glück suchen.

Dejan Joveljic

Dejan Joveljic

Schon im März wusste Eintracht Frankfurts scheidender Sportdirektor Bruno Hübner: "Diese Leihe hat absolut Sinn ergeben. Unsere Überlegungen haben gegriffen, es war die richtige Entscheidung." Und in der Tat: Dejan Joveljic, von dem Hübner sprach, ist beim Wolfsberger AC in der Österreichischen Bundesliga regelrecht explodiert. 20 Pflichtspieltore schoss der Serbe für den WAC, in der Torjägerliste lag nur Patson Daka von Serienmeister Salzburg vor ihm.

Die Tendenz ist also klar: Joveljic, der 2019 für vier Millionen Euro von Roter Stern Belgrad nach Hessen kam, wird sich in der Vorbereitung zur neuen Saison beim neuen Coach Oliver Glasner vorstellen dürfen. Die Nummer eins im Sturm wird er nicht werden, aber die Rolle als Ergänzungsspieler ist ihm zuzutrauen. Zumal die Eintracht in drei Wettbewerben antritt und Joveljic seine Einsatzzeiten bekommen dürfte.

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Rodrigo Zalazar

Rodrigo Zalazar

Wer Rodrigo Zalazar in der vergangenen Saison beim FC St. Pauli spielen sah, konnte nachvollziehen, was Kaderplader Ben Manga einst meinte, als er Zalazar als Spieler beschrieb, der "überall rumrennt." Irgendwo zwischen zentralem und offensivem Mittelfeld beheimatet, mit dem einen oder anderen Ausflug auf die Flügel, avancierte der lauf- und zweikampfstarke Zalazar zur zentralen Figur der Paulianer – und einem der besten Spieler der zweiten Liga. Sechs Tore und sechs Vorlagen in 32 Spielen für St. Pauli sind eine Hausnummer.

Mit seiner wilden Spielweise könnte der 21-Jährige gut ins taktische Konzept Glasners passen, der für sein Spiel pressingstarke Offensivspieler benötigt und dafür in Wolfsburg sogar Yannik Gerhardt zum Zehner umschulte. Knüpft Zalazar an seine Leistungen in Hamburg an und schafft es, sich das taktische Rüstzeug für die Bundesliga draufzuschaffen, ohne seine spielerische Identität zu verlieren, könnte er auch in Frankfurt das werden, was er bei St. Pauli schon war: die Überraschung der Saison.

Goncalo Paciencia

Goncalo Paciencia

Sonderlich glücklich war Paciencias erstes Interview in Diensten des Leihklubs Schalke 04 nicht, der Portugiese vergrätzte direkt mal die Fans von Eintracht Frankfurt, als er die Stimmung in Gelsenkirchen über jene in Frankfurt stellte. Und ähnlich unglücklich ging es weiter. Nach acht Spielen und einem Törchen verletzte sich Paciencia schwer am Knie und musste aus dem Krankenstand mit ansehen, wie Schalke eine historisch schlechte Saison spielte. Als er in der Rückrunde wieder mittun konnte, war es schon zu spät, mit den Gelsenkirchenern stieg er sang und klanglos ab.

Sein Vertrag in Frankfurt läuft noch bis 2023, ob er jedoch in den Plänen Glasners eine Rolle spielt, scheint zweifelhaft. Und auch, ob er überhaupt zurückkehren will. Denn bleibt André Silva, bleibt Paciencia nur die Bank. Geht Silva, holt die Eintracht entsprechenden Ersatz. Die Rolle als Bankdrücker wird sich Paciencia aber nicht antun wollen, nicht unwahrscheinlich also, dass er die Eintracht in diesem Sommer endgültig verlässt.

Frederik Rönnow

Frederik Rönnow

Was für Paciencia gilt, gilt auch für Rönnow: Der Leihwechsel zu Schalke sollte die stockende Karriere in Schwung bringen, endete aber im Desaster. Auch Rönnow war zeitweise verletzt, musste dann seinen Platz für Ralf Fährmann räumen und stieg ab. Die Eintracht verpflichtete in der Zwischenzeit Diant Ramaj als neue Nummer zwei, Rönnow fährt als Ersatzmann mit Dänemark zur EM. Ob er anschließend noch einmal in Frankfurt aufschlägt, ist fraglich. Die Klasse, in der Bundesliga das Tor zu hüten, hat er allemal. Eine Perspektive bei den Hessen eher weniger.

Danny da Costa

Dominik Kohr und Danny da Costa waren bei Eintracht zuletzt nur noch selten im Einsatz.

Was genau zwischen Danny da Costa und Ex-Eintracht-Trainer Adi Hütter vorgefallen ist, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Fakt ist: Unter Hütter war da Costa zeitweise nicht mehr wohlgelitten und verbrachte die Spieltage zumeist auf der Bank. Im Winter ging er dann auf Leihbasis nach Mainz, spielte, als wäre nichts gewesen und hielt mit dem FSV die Klasse.

Nun kommt da Costa, anders als Dominik Kohr, der noch ein Jahr in Mainz bleibt, nach Frankfurt zurück, wo er auch familiär verwurzelt ist. In Glasners bevorzugtem 4-2-3-1 könnte er wieder als reiner Rechtsverteidiger gefragt sein, dass er auch den Gegenpart zu Filip Kostic als offensiv denkender Schienenspieler spielen kann, hat er vor allem in der fulminanten Saison 2018/19 bewiesen. Jüngst tauchten jedoch Gerüchte über ein angebliches Interesse von Besiktas Istanbul an da Costa auf. Ausgang offen.

Nils Stendera

Nils Stendera

Von allen Leihspielern der Eintracht hat es Nils Stendera am bittersten getroffen. Bei Lok Leipzig sollte der jüngere Bruder von Marc Stendera seine ersten Schritte im Profifußball gehen, die Saison in der Regionalliga Nordost wurde aufgrund von Corona jedoch schon im Oktober abgebrochen. Stendera, der bis dahin sieben Spiele absolvierte, hat ein wichtiges Jahr verloren. Ob es für die Eintracht reicht, ist jedoch ohnehin fraglich. Wahrscheinlich wird Stenderas Weg bei einem Verein auf Dritt- oder Viertliganiveau weitergehen, bei dem er regelmäßig zum Spielen kommt.