Amin Younes hält ein T-Shirt an Gedenken an die Opfer von Hanau hoch

Eintracht Frankfurt ist in der Bundesliga nicht zu stoppen. Die Hessen besiegten am Samstag auch den großen FC Bayern München. Trotz Höhenflug bewiesen die Frankfurter Bodenhaftung. Die Stimmen zum Spiel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht schlägt die Bayern

Die Eintracht-Spieler jubeln
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Eintracht Frankfurt hat seinen furiosen Lauf in der Bundesliga fortgeführt und auch den FC Bayern München besiegt. Beim 2:1 (2:0)-Erfolg am Samstag zeigten die Hessen besonders im ersten Abschnitt eine fulminante Leistung und gingen durch Tore von Daichi Kamada (12. Minute) und Amin Younes (31.) in Führung, Robert Lewandowksi (53.) konnte für die Münchner nur noch verkürzen.

Amin Younes Jubel Eintracht Frankfurt FC Bayern

Amin Younes: "Es ist fantastisch. Ich muss das erst einmal realisieren. Wir haben sehr viel Selbstvertrauen momentan. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Es war klar, dass man das nicht 90 Minuten halten kann gegen die Bayern. Dass die zweite Halbzeit dann schwierig wird, ist auch klar. Mein Tor habe ich schon so gewollt. Dass es so klappt, ist natürlich fantastisch. Wichtig ist einfach, dass man in diesen Situationen die Überzeugung hat. Momentan haben wir einfach viel Selbstvertrauen. Ich bin nach Frankfurt gekommen, um wieder Spaß am Fußball zu haben. Ich will nicht in den Himmel gelobt werden. Es macht mir so viel Spaß gerade. Das Trainerteam macht es gerade hervorragend. Ich freue mich einfach, wie wir hier Fußball spielen. Mir war es sehr wichtig, das Shirt zu zeigen. Ich weiß, dass das die Opfer nicht zurückbringt. Aber es war einfach ein Zeichen an die Familien, dass wir an sie denken. Dafür steht Eintracht Frankfurt, dass wir zusammengehören und aneinander denken."

Adi Hütter: Bayern München schlägt man nicht so im Vorbeigehen. Man hat heute zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten gesehen: Wir waren die erste Halbzeit sehr dominant, sehr stark – da waren die Bayern gut bedient mit dem 2:0. In der zweiten Halbzeit mussten wir viel laufen und haben auch das nötige Glück gehabt. Über 90 Minuten haben wir schon verdient gewonnen. Wir haben es leider zugelassen, dass Bayern München noch einmal ins Spiel kommt. Wir haben einen guten Kevin Trapp gebraucht, wir müssen aber auch einen klaren Elfmeter gegen Ragnar Ache bekommen. In Summe gesehen war das ein toller Erfolg für uns heute. Wir haben drei Punkte gemacht gegen das aktuell beste Team. Das macht einen Riesenspaß.

Hansi Flick (Trainer Bayern München, bei Sky): Wir sind schlecht ins Spiel gekommen. Frankfurt hat enorm viel Speed gehabt und uns unter Druck durchgesetzt. Wenn wir so spielen wie in der 2. Halbzeit heißt der Gewinner hier Bayern München. Leider haben wir die Chancen nicht in einen Punkt ummünzen können. Der wäre heute verdient gewesen. Es ist eine lange Saison. Und wenn alle wieder da sind und wir auf die Leistung der zweiten Halbzeit aufbauen, dann sind wir auf einem guten Weg.

Eintracht-Torwart Kevin Trapp ist vor Bayerns Leroy Sané am Ball

Kevin Trapp: Klar ist das was Besonderes. Das ist die beste Mannschaft der Welt. Die haben sechs Titel gewonnen – und zwar zurecht. Aber wir wussten: Wenn es einen Moment gibt, um sie zu schlagen, dann jetzt. Klar: Die zweite Halbzeit waren die Bayern drückend überlegen, aber ich denke, was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, spricht einfach für uns – und es macht auch Spaß. All das, was wir gerade erreichen, was wir tun und machen, kommt von viel Arbeit im Training – von Willen und Leidenschaft. Und so wie wir trainieren, so spielen wir momentan.

Manuel Neuer (Torwart Bayern München): "Der Start ist schlecht gelaufen. Wir waren nicht da und haben nicht die Intensität nicht auf den Platz gebracht. Das war fatal gegen so einen Gegner wie die Eintracht. Dann liegt man schnell 2:0 zurück. Leider waren wir erst in der zweiten Halbzeit hellwach. Wir suchen die Schuld bei uns."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 21.02.2021, 22.35 Uhr