Adi Hütter von Eintracht Frankfurt

Eine Testspiel-Pleite, zwei Verletzungen, viele Einheiten: Das Trainingslager von Eintracht Frankfurt in Florida hatte es in sich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Fazit, zur taktischen Umstellung und zu möglichen Neuverpflichtungen.

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An diesem Freitag endet das Trainingslager von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in den USA. Im Sunshine State Florida ging es rund eine Woche lang darum, fernab der Heimat die Hinrunde abzuhaken und den Grundstein für die Rückrunde zu legen. Mit einem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim starten die Hessen am 18. Januar ins Pflichtspiel-Jahr 2020.

Wie fällt das Trainingslager-Fazit aus?

"Ein anderes Gesicht zeigen" - das war und ist die Hoffnung von Trainer Adi Hütter für die Rückrunde, nachdem das Spiel seiner Mannschaft zuletzt immer öfter zu leicht zu entschlüsseln war. In den Staaten ließ der Österreicher deshalb wie angekündigt vor allem im taktischen und spielerischen Bereich arbeiten. Sein Resümee: "Ein ganz neues Gesicht konnte man bis jetzt noch nicht sehen, trotz allem habe ich bislang ein paar gute Ansätze gesehen. Wir wollten ein bisschen was auffrischen, was Spielanlage und Grundordnung betrifft - und was das angeht, bin ich zufrieden."

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Von außen betrachtet arbeiteten die Profis in jeder der rund zehn Trainingseinheiten hochkonzentriert, die Stimmung im und ums Team herum wirkte jedoch trotz Tabellenrang 13 in der Bundesliga und nur drei Punkten Puffer auf die Abstiegsregion nie angespannt. Im Testspiel gegen Hertha BSC (1:2) präsentierten sich die Frankfurter zumindest in der ersten Halbzeit taktisch diszipliniert, im zweiten Durchgang schlichen sich - freilich auch der hohen Trainingsbelastung geschuldet - Unkonzentriertheiten ein. Weit mehr als nur getrübt wird das insgesamt gute Trainingslager-Fazit durch die Verletzungen von Gelson Fernandes (Sehnenriss im Hüftbeuger) sowie Daichi Kamada (Bänderriss im Sprunggelenk).

Wird die Eintracht noch auf dem Transfermarkt aktiv?

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allein während der paar Tage in den USA drastisch gestiegen. Grund dafür sind eben die Verletzungen von Mittelfeldabräumer Fernandes und Offensivspieler Kamada. Der Schweizer fällt nach einer OP drei bis vier Monate aus, beim Japaner sollen weitere Untersuchungen in Deutschland Klarheit über Schwere der Verletzung sowie Dauer seines Ausfalls bringen. "Das sind Spieler, die nicht wenig, sondern viel gespielt haben. Da müssen wir uns Gedanken machen", macht Hütter unmissverständlich klar, dass Ersatz durchaus nötig ist.

"Es wäre fahrlässig, jetzt nicht darüber nachzudenken." Sein Wunsch: am besten für beide Positionen Lösungen finden, defensiv wie offensiv. Gerüchte gibt es in der Fußball-Branche im Januar naturgemäß viele, mit Blick auf eine heiß gehandelte Rückkehr von Ante Rebic beispielsweise hatte Sportvorstand Fredi Bobic allerdings direkt am Anfang des Trainingslagers gesagt: "Da ist gar nichts dran."

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Klappt die Umstellung auf eine Viererkette?

Eine vollumfängliche Antwort auf diese Frage kann es logischerweise erst im Laufe der Rückrunde geben - und auch nur dann, wenn Hütter sein System tatsächlich auch in den kommenden Pflichtspielen dauerhaft umstellt. Ob es so kommt - oder ob die Eintracht nicht doch an ihrer Dreier- respektive Fünferkette festhält -, darauf wollen sich weder Trainer noch Profis festlegen. Das Zauberwort lautet: Flexibilität. Und genau die könnte das Personalkarussell in der Frankfurter Hintermannschaft ordentlich in Fahrt bringen.

Timothy Chandler zum Beispiel, der sich während der Hinrunde in Folge seiner Knieverletzung an die Mannschaft herankämpfen musste, gilt - weil quasi überall einsetzbar - für viele als Gewinner des Trainingslagers und einer möglichen Systemumstellung. "Er kann rechts hinten, links hinten, links vorne und rechts vorne spielen", schwärmt der Eintracht-Trainer, der im gleichen Atemzug aber auch die Flexibilität von Danny da Costa, Almamy Touré oder Erik Durm lobt. Muss es, wenn es Gewinner gibt, zwangsweise auch Verlierer geben?

Hütter denkt nicht und warnt: "Da würde ich aufpassen. Allein im Februar werden wir sieben Spiele haben, da brauchen wir jeden einzelnen Spieler." Und trotzdem: Man hat das Gefühl, ausgerechnet Routinier Makoto Hasebe könnte bei einer Systemumstellung - und einer Planstelle weniger im Abwehrriegel - seinen Platz erst noch suchen müssen. "Konkurrenzkampf gibt's immer. Vielleicht muss ich ins Mittelfeld oder als Innenverteidiger um meine Position kämpfen", sagte der Japaner vor kurzem selbst.

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Ist die Mannschaft bereit für den Rückrundenstart?

Sie ist auf einem guten Weg. Die Pause über die Feiertage hat offensichtlich gutgetan, um die Sieglos-Serie in der Bundesliga zu verarbeiten und um die Köpfe freizubekommen. Das sagt so ziemlich jeder der Beteiligten - und das bestätigen auch die Eindrücke auf sowie neben dem Trainingsplatz. Die Zeit, ein sehr kostbares Gut in einem mit Liga, DFB-Pokal und Europa League vollgepackten Fußball-Kalender, wollen Coach und Team gut genutzt haben.

"Das Wichtigste war, und dieses Feedback habe ich auch von der Mannschaft bekommen, dass es ein wesentlicher Faktor ist, gemeinsam und geschlossen trainieren zu können", sagt Hütter. Das Gute: Nach der Rückkehr nach Frankfurt bleibt der Eintracht noch eine weitere Woche, um sich auf das Hoffenheim-Spiel vorzubereiten. Dann allerdings ohne die Sonnenstrahlen Floridas.