David Luiz schießt einen Freistoß gegen Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt und der FC Chelsea wollen ins Finale der Europa League. Bild © picture-alliance/dpa

Vorhang auf zum Halbfinal-Rückspiel in der Europa League: Bevor sich die Eintracht und Chelsea auf dem Rasen duellieren, beantworten wir die wichtigsten Fragen. Von A wie Auswärtsblock bis Z wie Zweckoptimismus.

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Es geht tatsächlich ums Finale: Eintracht Frankfurt tritt am Donnerstag (21 Uhr) an der altehrwürdigen Stamford Bridge gegen den FC Chelsea an und spielt um das begehrte Ticket für Baku. Die Londoner sind nach dem 1:1 im Hinspiel klar in der Favoritenrolle, der Europa-League-Eintracht ist aber alles zuzutrauen.

Wie ist die Ausgangslage?

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Eintracht im hr

Das Spiel der Eintracht gibt es am Donnerstag ab 21 Uhr in der hr-iNFO-Vollreportage und im Social Radio bei hessenschau.de. Auch hr1 berichtet ab 19 Uhr ausführlich von der Partie.

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Die Frankfurter Eintracht, das ist wohl unstrittig, geht als krasser Außenseiter ins Rückspiel. Die Hessen haben mit Schachtar Donezk, Inter Mailand und Benfica Lissabon zwar schon drei Hochkaräter aus dem Weg geräumt. Der FC Chelsea ist aber "noch einmal eine Stufe höher", wie nach dem Hinspiel nicht nur Makoto Hasebe neidlos anerkennen musste. Ganz nüchtern betrachtet, muss das Team von Adi Hütter definitiv mindestens ein Tor schießen, sonst ist im Halbfinale Endstation. Die Hessen brauchen einen Sieg oder ein Remis ab 2:2. Sollte es nach 90 Minuten 1:1 stehen, geht's in die Verlängerung.

Gibt es Verletzte?

Die gibt es, und zwar auf beiden Seiten. Der FC Chelsea muss definitiv weiter auf Antonio Rüdiger verzichten, der deutsche Nationalspieler hat sich nach einer Meniskus-OP in die Sommerpause verabschiedet. Sehr wahrscheinlich ist zudem der Ausfall von Weltmeister N’Golo Kanté, der an einer Oberschenkel-Verletzung laboriert.

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Und bei der Eintracht? Der prominenteste Name im Krankenlager ist Sébastien Haller. Der Franzose fehlt seit Wochen wegen Problemen im Bauchmuskelbereich, nun steht er erstmals wieder im Kader. Ob es tatsächlich für einen Einsatz reicht, ist allerdings fraglich. Sebastian Rode, der im Hinspiel über die Schmerzgrenze hinaus ging, soll nach seiner Pause in Leverkusen rechtzeitig fit werden.

Was sagen die Wettbüros?

Da in England bekanntlich gerne gewettet wird, lohnt sich ein Blick auf die Wettquoten. Und da zeigt sich: Für die Buchmacher ist die Sache relativ eindeutig. Wer zehn Euro auf einen Sieg der Londoner setzt, bekommt im Schnitt gerade einmal 13,80 Euro zurück. Bei gleichem Einsatz auf die Eintracht beträgt der Gewinn rund 80 Euro.

Was macht der Eintracht Hoffnung?

Ehrlich gesagt: Nur Zweckoptimismus und das Vertrauen auf das besondere Europa-Gesicht der Eintracht. Trotz akuter Schwächephase in der Bundesliga sind die Hessen, das haben die vergangenen Wochen bewiesen, immer in der Lage, die nächste magische Nacht auf den Rasen zu zaubern. Die Eintracht kann Europa, die Eintracht kann Endspiele. In London müssen sie beides beweisen.

Wer ist der Schiedsrichter?

Ein alter Bekannter: Es kommt zum Wiedersehen mit Schiedsrichter Ovidiu Alin Hategan. Der Rumäne, der das Halbfinal-Rückspiel beim FC Chelsea  am Donnerstag (21.00 Uhr) in London leiten wird, hatte bereits die Partie der Frankfurter bei Inter Mailand im San Siro gepfiffen. Damals zogen die Hessen dank eines 1:0-Auswärtserfolgs ins Viertelfinale ein. "Das muss ein Zeichen sein", twitterte die Eintracht.

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Wie viele Fans sind dabei?

Offiziell dürfen 2.235 Frankfurter Fans im Stadion sein, in der Realität sind es aber wohl deutlich mehr. Zahlreiche Anhänger haben sich auf anderen Wegen und über einschlägige Internet-Plattformen Tickets besorgt und werden im ganzen Stadion verteilt sitzen. Ob das eine gute Idee ist, sei dahingestellt. "Da muss man leise sein, sonst schmeißen die dich raus", warnte Buchautor und England-Experte Ronald Reng im Gespräch mit dem hr-sport vor zu viel Support in fremden Blöcken.

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Ronald Reng

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Reng über Fanblöcke in englischen Stadien: "Sonst schmeißen die dich raus"

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Eine weiteres Problem: Während in Italien der Einlass trotz personalisierter Tickets für Auswärtsfans meist reibungslos abläuft, könnte das auf der Insel zu größeren Schwierigkeiten führen, so Reng. Beim Kölner Gastspiel gegen Arsenal im September 2017 war es zu Unruhen gekommen, weil FC-Fans der Zutritt zu neutralen Tribünenbereichen verweigert worden war.

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Was erwartet die Fans an der Stamford Bridge?

Alle Fans, die den Weg ins Stadion schaffen, dürfen sich auf ein besonderes Erlebnis freuen. Die Stamford Bridge im Londoner Stadtteil Fulham liegt inmitten eines Wohngebiets und versprüht den Charme früherer Tage. "Das ist ein richtig altes Fußballstadion. Man sieht es lange nicht und steht dann plötzlich davor", schwärmt Reng.

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Sobald der Ball rollt, lässt der Flair dann jedoch etwas nach. "Das Publikum ist eher touristisch, das Stadion leise", so Reng. Klarer Vorteil für die Eintracht: "Selbst mit nur 2.000 Leuten  kann man da ordentlich Stimmung machen. Die Frankfurter Fans können ein klarer Verstärker werden."

Gibt es besondere Verhaltensregeln?

Ohja! Alkohol und Zigaretten sind im Stadioninneren strikt verboten. Im Kampf gegen Pyrotechnik und Drogen werden sogar Spürhunde eingesetzt. Besonders pikant und ungewohnt: Sitzplätze heißen in England Sitzplätze, weil man dort tatsächlich sitzt. Und das über 90 Minuten. "Das dauerhafte Stehen ist nicht gestattet", heißt es in der Hausordnung.

Sitzreihen aus der Arena
Die Sitzreihen einfach rausreißen wird in London nicht funktionieren. Bild © Imago Images

Gibt es besondere Anreise-Tipps?

Auch hier: Ohja. Direkt hinter der Gästekurve erstreckt sich ein alter, englischer Friedhof. "Wunderschön", so Reng, "und bestens geeignet für einen Spaziergang."

Wie wird das Wetter?

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Klassisch britisch: Tagsüber werden in der englischen Hauptstadt rund 15 Grad erwartet. Die für London obligatorischen Wolken und Schauer dürfen natürlich auch nicht fehlen. In Richtung Anpfiff wird es auf bis zu 9 Grad abkühlen, Regenwahrscheinlichkeit dann aber nur noch zehn Prozent. Also ungefähr so wie die Chancen der Eintracht aufs Finale.