Rode im Eintracht-Training
Sebastian Rode mischt im Eintracht-Training schon wieder voll mit. Bild © Jan Huebner/Voigt

Nicht einmal drei Monate nach seinem Knorpelschaden steht Sebastian Rode wieder auf dem Platz und hebt die Qualität im Eintracht-Mittelfeld schon im Training deutlich an. Der Neuzugang sprüht vor Tatendrang, plant aber schon jetzt seine Rente.

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Oli Mayer moderiert einen Beitrag über Sebastian Rode

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Der zweite Arbeitstag nach seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt begann für Sebastian Rode am Sonntag mit Applaus. Da es die Startelf des Tallinn-Spiels am Vortag noch etwas ruhiger angehen lassen durfte und den ersten Auftritt von Rode verpasst hatte, begrüßte Adi Hütter den 28-Jährigen vor dem Training noch einmal offiziell in großer Runde.

Auf ein paar nette Worte des Trainers folgten Standing Ovations der Spieler, dann ging es rein in die nächste knackige Einheit. "Ich bin glücklich, wieder hier zu sein", sagte Rode im Anschluss. "Und glücklich, dass alles wieder so gut klappt."

Keine drei Monate Pause

Dass Rode nach dem Ende seiner Leihe nun dauerhaft von Borussia Dortmund losgeeist wurde, ist die eine Sache. Dass er nur 80 Tage nach dem verhängnisvollen Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea, bei dem er sich einen Knorpelschaden im Knie zuzog, schon wieder auf dem Platz steht, eine ganz andere.

"Ich dachte auch, dass das sechs Monate dauert", so Rode, der die Stamford Bridge Anfang Mai auf Krücken und unter Tränen verlassen hatte. "Die Enttäuschung damals war riesengroß." Nicht wenige hegten ernsthafte Zweifel an der Fortführung der Karriere des Pechvogels. Dann jedoch folgte die Blitzheilung.

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Sebastian Rode jubelt.

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Einsatz gegen Hoffenheim möglich?

Dank einer Mischung aus Glück im Unglück, einer perfekt gelaufenen Operation und viel Fleiß in der Reha darf Rode sogar darauf hoffen, schon zum Bundesliga-Auftakt gegen die TSG Hoffenheim in drei Wochen wieder auf dem Rasen zu stehen. "Die Stelle, an der der Knorpel abgeplatzt ist, ist keine Hauptbelastungszone.

Deswegen hat alles perfekt funktioniert", erklärt Rode, der nach zahlreichen Knie-Operationen jede Menge orthopädisches Fachwissen angehäuft hat. Seine Diagnose: "Ich muss abwarten, wie das Knie reagiert. Aber der Bundesligastart ist doch ein schönes Ziel."

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"Ich habe keine Angst"

Kurzum: Die Verletzung ist ausgeheilt, die Fitness da, ab jetzt geht es an die Belastungstests. In den Trainingseinheiten im österreichischen Windischgarsten mischte Rode sowohl am Samstag als auch am Sonntag voll mit, lediglich die zweikampfintensive Spielform Zwei gegen Drei ließ er für eine gelenkschonendere Fahrt auf dem Ergometer sausen.

"Ich habe keine Angst, das Vertrauen in meinen Körper ist voll da", betonte der Mittelfeldkämpfer, der trotz der nächsten Narbe an seinem ohnehin schon mitgenommenen Körper nicht von seiner draufgängerischen Spielweise abrücken will. "Ich würde mir ja meine Stärke nehmen, wenn ich mit angezogener Handbremse spiele."

Grobe und feine Klinge

Und so zeigte Rode schon in den ersten Minuten auf einem Frankfurter Trainingsplatz, was ihn so wertvoll macht: Neben dem ohnehin bekannten Kampfgeist ist der gebürtige Südhesse auch noch ein ganz feiner Kicker. Die Jahre beim FC Bayern und dem BVB haben Rode fußballerisch auf eine andere Stufe gehoben, selbst auf engstem Raum findet er Lösungen und ist seinen Konkurrenten im zentralen Mittelfeld damit ein Stück voraus.

Diese Kombination aus grober und feiner Klinge haben weder Gelson Fernandes noch Jonathan de Guzmán, Lucas Torró oder Neuzugang Dominik Kohr. Insgesamt, das bestätigt auch Rode, ist die Qualität in der Zentrale gestiegen. Angst vor der Bank hat er aber nicht: "Ich werde mich dem Konkurrenzkampf stellen und bin mir sicher, dass ich auch zu Einsatzzeiten kommen werde."

Rode will noch fünf Jahre spielen

Rodes zweiter Anlauf bei der Eintracht soll ab sofort also da weitergehen, wo er in der vergangenen Saison aufhörte: mit Erfolgen. Eine Wiederholung dieses Wahnsinns-Jahrs mit europäischem Halbfinale und zwischenzeitlichen Champions-League-Träumen sei zwar enorm schwierig, so Rode. Dass er an das Potenzial der Eintracht glaubt, zeigt aber schon seine Unterschrift bis 2024.

"Ich sehe meine Zukunft langfristig hier und es wäre sehr schön, wenn ich den Vertrag erfüllen kann", betonte der 28-Jährige. "Fünf Jahre will ich noch spielen, da soll mein Körper noch einmal alles mobilisieren. Danach wird wohl nicht mehr viel kommen.“ Mit 33 bei der Eintracht in Rente gehen, ein erneuter Applaus wäre ihm wohl sicher.