Erik Durm von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt geht mit einem Corona-Fall und drei prominenten Ausfällen in die heiße Phase der Vorbereitung. Erik Durm sieht das Team gut aufgestellt und versucht mit ehrlicher Arbeit in die Startelf zu kommen. Das könnte schwer werden.

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Audioseite Durm: "Ist nicht mein Spiel"

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Im Training von Eintracht Frankfurt ging es am Donnerstag eher gemütlich zu. In Abwesenheit des erkälteten Filip Kostic, des an Covid-19-Erkrankten Ajdin Hrustic sowie der beiden weiterhin angeschlagenen Sebastian Rode und Jesper Lindström bat Trainer Oliver Glasner sein Team zu einem Fußballtennis-Turnier auf den Platz vor der Arena. Gespielt wurde Vier gegen Vier auf drei Feldern, die Verlierer-Mannschaft um Ali Akman, Tuta, Rodrigo Zalazar und Fabio Blanco musste im abschließenden Arschbolzen ihre Allerwertesten hinhalten. Gute Laune im Stadtwald.

Durm gibt internationale Plätze als Ziel aus

Und das, obwohl die Hessen zwei Tage vor der Generalprobe gegen die AS St. Etienne noch einige Baustellen zu beackern haben. Vorbereitungs-Gewinner Hrustic, der sich am Mittwoch mit leichten Erkältungs-Symptomen abgemeldet hatte und dann positiv auf Corona getestet wurde, muss mindestens zehn Tage in Isolation. Mittelfeld-Motor Rode leidet weiter an einer Kniereizung und wird das abschließende Testspiel ebenso verpassen wie Neuzugang Lindström, der sich nach muskulären Problemen noch im Aufbautraining befindet. Auch der Einsatz von Kostic ist zumindest fraglich, der gesuchte Wandstürmer weiter nicht in Sicht.

"Wir haben im Vergleich zum vergangenen Jahr dennoch eine mindestens ebenbürtige Mannschaft. Vielleicht sogar ein bessere", blickte Rechtsverteidiger Erik Durm trotz der vielen Fragezeichen nach der Einheit optimistisch in Richtung Saisonbeginn.

Die Hessen starten am 8. August im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim offiziell in die neue Spielzeit, eine Woche später (14. August, 18.30 Uhr) steigt die Bundesliga-Premiere bei Borussia Dortmund. Ein knackiges Auftaktprogramm – geht es nach Durm soll aber schon da der Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit gelegt werden. "Ob es für die Champions League reicht, weiß ich nicht, aber international wäre schon schön. Und in der Europa League wollen wir weit kommen." Na, wenn's sonst nix ist.

Durm im Dreikampf mit Chandler und da Costa

Ob und wie Durm beim Erreichen dieser Ziele mithelfen darf, ist derzeit jedoch noch unklar. Der Weltmeister von 2014, der sich nach Anfangs-Schwierigkeiten in der vergangenen Saison unter Ex-Trainer Adi Hütter einen Stammplatz auf der rechten Seite der Fünferkette erkämpft und 19 Mal in der Anfangsformation gestanden hatte, befindet sich aktuell in einem Dreikampf um die Position des Rechtsverteidigers. Die weiteren Bewerber: Timothy Chandler und der von Mainz 05 zurückgekehrte und wohl leicht favorisierte Danny da Costa. Durms Aussichten? Schwer vorherzusehen.

Zum Problem für den 29-Jährigen könnte vor allem seine mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive werden. Zwei Assists und ein eigener Treffer sind für einen Schienenspieler deutlich zu wenig und passen nicht wirklich zum bevorzugten Spielstil von Trainer Glasner. Der neue Frankfurter Übungsleiter setzte schon beim VfL Wolfsburg mit Kevin Mbabu oder Ridle Baku bevorzugt Spieler mit Stärken im Vorwärtsgang auf der rechten Außenbahn ein und forderte die aktive Teilnahme an Angriffen vehement ein. "Wir haben offensivstarke Außenverteidiger. Die will ich bei jedem Angriff vorne haben", sagte er in der vergangenen Saison.

Durm ist kein Kostic

Ein Anforderungsprofil, zu dem Durm nur begrenzt passt. Der frühere Dortmunder ist ein souveräner Arbeiter, für die Höhepunkte sind andere Spieler verantwortlich. "Für mich ist es in erster Linie wichtig, dass ich die Defensive stabilisiere und das eigene Tor schütze. Ich werde sicher kein Filip Kostic sein, der 15 Assists gibt und zehn Tore macht." Durm, der Anti-Kostic. Ob das reicht?

Klar ist: Vor allem gegen stärkere Gegner oder bei Umstellung auf eine Viererkette könnten Durms Fähigkeiten schnell wieder sehr gefragt sein. Wenn er einen Spieler vor sich hat, der die Wege an die Grundlinie geht und Flanken schlägt, könnte sich Durm auf seine Lieblings-Beschäftigung konzentrieren und ehrliche Abwehrarbeit verrichten. "Ihr werdet in der neuen Saison sicher keinen neuen Erik Durm sehen", stellte Erik Durm klar.

Sollte er deshalb seinen Platz an da Costa oder Chandler verlieren, würde er das sportlich sehen. Stunk wird es nicht geben. "Danny und Timmy sind zwei Freunde von mir, ich sehe sie nicht als Konkurrenz. Der Bessere spielt, der andere wird unterstützt." Selbst verbal geht Durm eher selten in die Offensive.

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