Filip Kostic Eintracht Frankfurt Jubel

Eintracht Frankfurt spielt gut, kämpft gut und wird dafür gegen Union Berlin am Ende belohnt. Die Achse macht langsam den Unterschied, der Blick auf die Tabelle wird angenehmer. Die Analyse in fünf Punkten.

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Highlights: Eintracht Frankfurt - FC Union Berlin

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Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga den ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Die Hessen gewannen am Sonntag gegen Union Berlin mit 2:1 (1:0). Nachdem Djibril Sow die Frankfurter in Führung gebracht hatte (22. Minute), konnte Max Kruse per Strafstoß für die Köpenicker ausgleichen (62.). Den Schlusspunkt setzte Evan N'Dicka wenige Sekunden vor dem Ende der Partie.

1. Maximaler Gefühlsausbruch zum Schluss

Ja, die Temperaturen im Frankfurter Stadtwald am Sonntag waren frostig. Ja, das Wetter dazu nieselig-unangenehm. Und ja, wohl auch deswegen fanden sich gegen Union Berlin nur 24.000 Zuschauer in der Arena ein. Was diese dafür gegen 17.25 Uhr erleben durften, entschädigte für die eingangs genannten Faktoren.

Als Evan N'Dicka mit der letzten Aktion der Partie den Ball per Kopfball endlich über die Linie drückte, explodierte die Arena im Stadtwald förmlich - alles entlud sich. Die gesamte Mannschaft, inklusive Ersatzbank, stürmte vor die Tribüne, ließ dem Jubel freien Lauf. Jeder im weiten Frankfurter Rund wusste: Dieser Sieg, auch wenn spät errungen, war sowas von hochverdient.

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Die Pressekonferenz nach dem Union-Spiel

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2. Die Eintracht hat wieder eine Achse

Dass es aber erst soweit kommen musste, hatte eine Vorgeschichte - mit vielen positiven Aspekten. Eine davon: Eintracht Frankfurt hat mittlerweile wieder eine Achse und eine feste Formation. Obschon es eine Englische Woche war, ließ Trainer Oliver Glasner zum dritten Mal in Folge die gleiche Elf auf den Platz.

Mit Erfolg. Hinten war Oldie Makoto Hasebe einmal mehr der zentrale Part der Dreierkette, inszenierte viele Angriffe der Hessen, vor ihm sind Torschütze Sow und Aggressive Leader Kristijan Jakic mittlerweile ein eingespieltes Duo. Und vorne finden Rafael Borré, Jesper Lindström und Daichi Kamada immer besser zusammen. Und da ist noch kein Wort über Filip Kostic gefallen ...

3. Kostic, immer wieder Kostic

Der Serbe, das ist nun wirklich nichts Neues, war auch gegen die Köpenicker wieder der Fixpunkt im Spiel der Eintracht, leitete das erste Tor mit ein und bereitete das zweite mit einer punktgenauen Flanke direkt vor. Hätten seine Teamkollegen seine unzähligen Flanken besser verwertet, wäre es nicht bei einem Assist geblieben.

Kamada (25.), Borré (41.) oder Lindström hatten gute, bis sehr gute Chancen, verwerteten die Hereingaben des Wirbelwindes auf der linken Seite aber nicht. "Wir hatten genügend Chancen, das Spiel vorher klar zu machen", erklärte auch Keeper Kevin Trapp. Kostic war's egal, er probierte es bis in die Nachspielzeit - N'Dicka bedankte sich mit dem Siegtreffer.

4. Das darf ja alles nicht wahr sein

Damit ist aber auch ein weiterer, wichtiger Teil des Spiels angerissen. Die Eintracht machte ihr vielleicht bestes Spiel in der laufenden Bundesliga-Saison, erarbeitete sich Chance um Chance und führte zur Pause dennoch nur 1:0. Es kam, wie es kommen musste, N'Dicka foulte Taiwo Awoniyi, Max Kruse traf vom Elfmeterpunkt und aus dem Nichts stand es 1:1.

Jeder, der es im Stadion mit der Eintracht hielt, dürfte gedacht haben: Das darf ja alles nicht wahr sein. Die Frankfurter aber schüttelten sich nur kurz und berannten nach wenigen Schreck-Minuten wieder das Tor der Berliner - mit der späten, aber hochverdienten Belohnung. "Das ist einfach unglaublich", betonte Timothy Chandler nach der Partie. "Wir sind momentan wirklich die Last-Minute-Eintracht."

5. Auf einmal dem Europapokal wieder ganz nahe

Und genau diese Last-Minute-Eintracht steht jetzt, Ende November, auf einmal tabellarisch wieder ordentlich da. Drei Bundesliga-Sieg am Stück machen's möglich. Klar, die Hessen stehen immer noch nur auf Rang zwölf der Tabelle, der Rückstand auf Europa-League-Platz fünf beträgt aber lediglich zwei Zähler.

Und so, wie die Eintracht gegen Union auftrat, spricht nichts dagegen, dass der Blick der Elf von Trainer Oliver Glasner nun wieder nach oben geht. Die Frankfurter kommen langsam und mit kleinen Schritten voran - nun auch spielerisch. Die Einstellung hatte zuvor schon gestimmt. Jetzt sieht es oben drauf noch ansehnlich aus. Vielleicht war das emotionale Ende gegen Berlin nun die letzte Initialzündung, die diese Eintracht-Saison gebraucht hat.