Eintracht-Fans und Trainer Adi Hütter
Die Eintracht-Reisen in Europa gehen 2019 weiter - die Fans und Trainer Adi Hütter freut es. Bild © Imago, picture-alliance/dpa

Ein Heimspiel auf Zypern, eine makellose Bilanz und kleine Sorgen auf sowie neben dem Platz: Eintracht Frankfurt überwintert nach dem Sieg bei Limassol in der Europa League. Eine Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat mit einem Sieg bei Apollon Limassol die K.o.-Runde der Europa League erreicht. Beim 3:2 trafen Luka Jovic (17.), Sébastien Haller (55.) und Mijat Gacinovic (58.) für die Hessen. Emilio Zelaya (71., 90.+4) machte es in der Schlussphase noch einmal spannend.

Durch die Gruppe marschiert

Es war der 31. Mai, als Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic in den Katakomben des Waldstadions saß und sagte: "Wir wollen Europa ernst nehmen und durch die Gruppe marschieren." Fast übermütig, zumindest aber sehr ambitioniert wirkte das damals, erst recht, nachdem den Frankfurtern Schwergewichte wie Rom und Marseille zugelost worden waren.

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Ein halbes Jahr später hat sich die Eintracht bereits Anfang November für die K.o.-Runde qualifiziert. Vier Spiele, vier Siege, durch die Gruppe marschiert. Anders kann man es nicht ausdrücken. „Zwölf Punkte hatte keiner auf dem Plan, kein Trainer, kein Fredi Bobic“, gab Eintracht-Präsident Peter Fischer nach dem 3:2 bei Limassol zu. Für diesen großen Erfolg ist nicht nur ein Grund verantwortlich, aber entscheidenden Anteil hat sicherlich die Leidenschaft, mit der das Team, aber auch der gesamte Verein für den sonst oft verschmähten Wettbewerb brennt.

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Fan-Invasion mit Beigeschmack

Am deutlichsten war diese Leidenschaft wieder einmal beim Frankfurter Anhang zu spüren. 5.000 Fans waren auf die Mittelmeerinsel gepilgert. Teils mit abenteuerlichen Umwegen über Moskau oder Kiew angereist, wurde der Spielort Nikosia für einen Tag zum südlichsten Frankfurter Stadtteil. Die nominelle Auswärtsbegegnung im Stadion war dann sowieso ein Heimspiel.

Wie nahe überragend und rücksichtslos zusammen liegen, bewiesen die Fans aber auch. Trotz der Bitte um Zurückhaltung aus der Frankfurter Chefetage brannte es ordentlich im Block. Die Chance auf weitere Tickets für das Lazio-Gastspiel in rund einem Monat dürfte das nicht erhöht haben. Egal wie man zu Bengalos im Block steht, diese waren zumindest unsolidarisch.

Souverän mit leichten Wacklern

Das Bild auf dem Rasen ließ sich übrigens durchaus mit der Performance auf der Tribüne vergleichen: Eigentlich stark, aber mit einigen Aussetzern. Gegen aggressiv spielende Zyprer kontrollierte die Eintracht die Partie über weite Strecken und war in den Abschlüssen erneut eiskalt. Jovic und Gacinovic mit satten Schüssen sowie Haller, der im genau richtigen Moment den Fuß in einen Pass hielt, verwerteten drei der wenigen klaren Gelegenheiten.

Doch trotz der zwischenzeitlichen 3:0-Führung war der Auftritt nicht völlig souverän. In den letzten 30 Minuten schlich sich wie schon in Stuttgart der Schlendrian ein. Nach der unnötigen Ampelkarte für den übermotivierten Marc Stendera und dem Doppelpack von Zelaya wurde es noch einmal unnötig eng. "Wir sind nicht so frisch, die Doppelbelastung ist nicht einfach", gab Mittelfeldmotor Gelson Fernandes nach der Partie zu. (Weitere Stimmen zur Partie gibt es hier.)

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Rotation auf der Götterinsel

Mit Blick auf das schwere Heimspiel am Sonntagabend gegen Schalke 04 könnte die Frische durchaus ein Thema werden. Vorausschauend hatte Eintracht- Trainer Adi Hütter sowieso schon ordentlich rotiert und mit Filip Kostic und Jonathan de Guzman gleich zwei Dauerbrenner der vergangenen Wochen auf der Bank gelassen.

Außerdem durften sich die drei Sturmstars Haller, Jovic und Ante Rebic über Teilzeitarbeit freuen. Nur der arme Danny da Costa, seines Zeichens einziger gelernter Rechtsverteidiger der Frankfurter, musste ein weiteres Mal 90 Minuten durchackern.

Da Costa übernimmt das Mikrofon

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Auf 1.407 Spielminuten bringt es da Costa mittlerweile, aber nach dem Sieg auf Limassol hatte der Rechtsaußen noch genügend Luft für ein Interview der Kategorie "außergewöhnlich". Hochmotiviert schnappte sich der Eintracht-Profi das hr-Mikrofon und stellte sich die Fragen gleich selbst: "Bin ich froh, dass wir eine Runde weiter sind? Ja! Geht jetzt der Fokus auf Schalke? Ja, das ist ein schweres Spiel. Das ist eine super Mannschaft, die in Fahrt gekommen ist."

Es war ein großartiger Auftritt des Frankfurter Dauerbrenners und ein weiterer Beleg dafür, dass der Eintracht derzeit einfach fast alles gelingt.