Fredi Bobic
Fredi Bobic formte aus der Eintracht einen Europacup-Anwärter. Bild © Imago

Der Höhenflug der Frankfurter Eintracht macht sich auch im Tagesgeschäft von Sportvorstand Fredi Bobic bemerkbar. Topspieler werden angeboten, Transfers geprüft. Doch nun gefährden ausgerechnet die eigenen Fans den Traum von Europa.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bobic will "im Konzert der Großen mitspielen"

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Es gibt nicht wenige im Umfeld der Frankfurter Eintracht, die der 0:3-Niederlage vor Wochenfrist beim FC Augsburg eine entscheidende Bedeutung beimessen. "Es war gar nicht so schlecht, dass wir mal so eine Klatsche bekommen haben", sagt auch Sportvorstand Fredi Bobic im Gespräch mit dem hr-sport.

Bei den Schwaben waren die Frankfurter erstmals in dieser Saison klar unterlegen. Spielerisch, kämpferisch und auch von der Einstellung hatte das Team von Trainer Niko Kovac nichts zu bestellen. Die bislang höchste Niederlage hätte sogar noch deutlicher ausfallen können. Der Lerneffekt wäre aber vermutlich derselbe gewesen: "Dass du ans Maximum gehen musst", beschreibt Bobic die Lehren von Augsburg.

Lektion gelernt

Was folgte, war eine Reaktion, wie sie deutlicher kaum hätte ausfallen können. Erst das 3:0 im DFB-Viertelfinale gegen Mainz 05, dann die 4:2-Gala gegen den 1. FC Köln. Die Spieler hatten ihre Lektion ganz offensichtlich gelernt. Statt von Europa zu träumen und dabei das eigene Spiel zu verschlafen, besannen sie sich wieder auf ihre Tugenden. Der akribische Arbeiter Kovac dürfte sein Übriges zum Umdenken beigetragen haben.

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Mit 36 Punkten nach 22 Spielen befinden sich die Hessen nun in einer glänzenden Ausgangslage für das letzte Saisondrittel. Angst vor einem neuerlichen Einbruch wie vergangenes Jahr muss man angesichts der Qualität im Kader nicht haben, zumal mit dem Köln-Sieg erstmals auch der Punktestand aus dem Vorjahr getoppt werden konnte. "Die Jungs können sich ihre Grenzen nach oben selber setzen. Sie wissen, wie hart es jede Woche ist", erinnert Bobic.

Kritik an Stimmungsboykott - Verständnis für Unzufriedenheit

Die Offiziellen tun weiter gut daran, als Tabellenvierter nicht die Demut zu verlieren, wenngleich man die Chance nutzen wolle, "im Konzert der Großen mitzuspielen", so Bobic: "Das macht doch auch Spaß." Dass am kommenden Montag mit Vizemeister RB Leipzig ein direkter Konkurrent nach Frankfurt kommt, verdeutlicht die aktuellen Sphären. Die Eintracht kann den Zweiten mit einem Sieg überholen. "Da können wir schauen, wo wir wirklich stehen", freut sich Bobic auf einen "echten Gradmesser".

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Getrübt wird die Vorfreude auf das Spitzenspiel allerdings vom angekündigten Stimmungsboykott des eigenen Anhangs. Aus Protest gegen das erste Montagsspiel der neuen Spielplan-Aufsplittung appellieren verschiedene Eintracht-Fangruppen, auf eine Anfeuerung zu verzichten. "Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt", sagt Bobic. Man könne ja zeigen, dass man mit der Anstoßzeit (20.30 Uhr) unzufrieden sei, dafür habe er Verständnis: "Es ist nicht einfach für einen Familienvater, der mit seinem Sohn eine Dauerkarte hat, an einem Abendspiel ins Stadion zu kommen, wenn es ein Werktag ist." Der Weg des Fanboykotts sei dennoch kontraproduktiv gegenüber der Mannschaft.

Über die Sinnhaftigkeit der Fan-Aktion lässt sich sicher streiten, eine Abkehr scheint aber unwahrscheinlich. Dabei würde ein Großteil der Protestler künftige Abendspiele unter der Woche wohl liebend gerne in Kauf nehmen, sei es dienstags und mittwochs in der Champions League oder donnerstags in der Europa League. Ein Erfolg gegen Leipzig wäre ein wichtiger Schritt dorthin, der mit der entsprechenden Unterstützung sicherlich leichter zu nehmen wäre.

Topspieler im Angebot

Wie stark die Hessen dank ihres Höhenflugs und der Aufbruchsstimmung rund um den Verein bereits auf dem internationalen Radar sind, bekommt Bobic fast täglich zu spüren. "Unsere Arbeit wird bundesweit und europäisch sehr anerkannt", berichtet der Sportvorstand. Berater von Topspielern würden ihre Klienten nun auch mal in Frankfurt anbieten. Man prüfe diese Angebote, auch wenn "der Geldbeutel manchmal noch zu klein" sei, meint Bobic.

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Der Ex-Profi macht sich aber schon jetzt auf einen heißen Transfersommer gefasst, der je nach dem sportlichen Abschneiden mehr oder weniger kostspielig werden könnte. Eine ausufernde Shoppingtour schließt Bobic jedoch auch für den Fall von Europa-Millionen aus. "Die Kosten holen dich irgendwann ein. Ich bin Schwabe - Pech gehabt", bekräftigt der 46-Jährige. Schließlich wäre der Europacup für die Hessen noch die Kür. Die Pflicht heißt weiterhin Augsburg.

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