Auch Jens Petter Hauge brachte den Ball gegen Augsburg nicht im Tor unter.

Gegen Augsburg stabilisiert sich Eintracht Frankfurt in der Defensive, kriegt aber den Ball vorne nicht ins Tor. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt - FC Augsburg
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Eintracht Frankfurt hat beim 0:0 am Samstagnachmittag gegen den FC Augsburg den ersten Punkt der neuen Bundesliga-Saison geholt. Dabei konnten die Frankfurter 22.000 Fans in der heimischen Arena begrüßen.

1. 22.000 Fans kehren in die Arena zurück

Die beste Nachricht gab es bei der Eintracht schon vor dem Anpfiff: Die Fans sind zurück und machten in der heimischen Arena ordentlich Stimmung. 22.000 waren da, wobei die Frankfurter 25.000 Tickets hätten verkaufen dürfen. "Ausverkauft" konnte das Spiel also überraschend nicht gemeldet werden. "Mit den Fans im Rücken gewinnen wir bald wieder", hat Mittelfeldmann Djibril Sow die Anhänger aber schon als entscheidenden Faktor für kommende Aufgaben ausgemacht.

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zum Video Die Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Augsburg

Oliver Glasner
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Gegen Augsburg versuchten es die 22.000 mit einem lauten Protestschrei, als Ajdin Hrustic im Zweikampf mit Reece Oxford in der 31. Minute zu Boden ging. Schiedsrichter Harm Osmers ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und verweigerte dem etwas zu leicht fallenden Frankfurter den Elfmeter.

2. Glasner setzt auf Viererkette

Dreier- oder Viererkette, das war die Frage vor dem Spiel. Im Pokal in Mannheim sowie zum Bundesliga-Auftakt in Dortmund hatte Eintracht-Trainer Oliver Glasner jeweils zunächst auf ein 3-4-3 gesetzt, das sich aber nicht als sonderlich stabil erwies. In die Partie gegen Augsburg ging es also mit Viererkette: Evan N'Dicka und Martin Hinteregger innen, Christopher Lenz und Erik Durm außen.

"Mit Viererkette sind wir stabiler gewesen als in den beiden Partien zuvor", stellte Sow fest, der vor jener Kette im Mittelfeld agierte und einer der besten Akteure auf dem Platz war. Während Lenz und Durm es immer mal wieder mit Ausflügen nach vorne versuchten, ließen sich Sow und Hrustic gelegentlich nach hinten fallen, holten sich Bälle und verteilten sie. "Wir wollten heute offensiver agieren, deswegen haben wir uns für eine Viererkette entschieden. Filip Kostic hatte so die nötigen Freiräume, wir wollen seine offensive Qualität bestmöglich einbringen und gleichzeitig defensiv gut stehen", erklärte Glasner seine System-Entscheidung nach dem Spiel.

3. Defensive steht wieder besser

Nach den fünf Gegentoren in Dortmund stand die Defensive dieses Mal deutlich besser. Hinteregger und N'Dicka räumten im Zentrum die wenigen gefährlichen Bälle weg, die Augsburg in den Frankfurter Strafraum schickte. Wobei die Offensivbemühungen der Gäste so zaghaft waren, dass selbst der eigentlich so schmerzhafte Ausfall von Mittelfeld-Vorkämpfer und Kapitän Sebastian Rode nicht weiter ins Gewicht fiel.

"Offensiv war es nicht viel", musste dann auch FCA-Trainer Markus Weinzierl eingestehen. "Nach vorne geht es natürlich mutiger." Die größte Chance hatten die Augsburger bezeichnenderweise durch eine Unkonzentriertheit von Eintracht-Keeper Kevin Trapp, dessen missglücktes Abspiel Carlos Gruezo in der 59. Minute mit einem Heber über das Tor nicht nutzen konnte.

4. Es fehlt ein echter Mittelstürmer

Trotz aller Überlegenheit: Eintracht Frankfurt fehlt schlicht ein Knipser. Die Neuzugänge Rafael Borré, Jesper Lindström und Jens Petter Hauge gaben sich alle Mühe, konnten den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Hauge vergab die größte Chance, als er kurz vor der Halbzeit freistehend an Rafal Gikiewicz im Augsburger Tor scheiterte. Sinnbildlich war aber vor allem eine Szene in der 66. Minute: Eine scharfe Flanke von Filip Kostic konnten weder Borré (per Kopf) noch Lindström (per Fuß) über die Linie drücken - wie es in der vergangenen Saison André Silva reihenweise gemacht hatte.

"Der letzte Punch und das Spielglück haben gefehlt. Wenn wir 1:0 in Führung gehen und dann diese tolle Stimmung in unserem Stadion herrscht, gewinnen wir das Spiel", analysierte Lenz. Mit Blick auf den als Mittelstürmer aufgebotenen Borré ergänzte Glasner: "Das Tor hat gefehlt, das müssen wir uns ankreiden lassen. Aber das kommt, Rafael hat sehr gut gearbeitet." Und doch hat das Spiel vor allem eins gezeigt: dass die Eintracht auf der Position im Sturmzentrum noch dringenden Handlungsbedarf hat.

5. Ungewohntes Ergebnis

Ein 0:0 mit Beteiligung von Eintracht Frankfurt? Das hatte es in der vergangenen Saison in 34 Bundesliga-Spielen nicht gegeben. Das ungewohnte Ergebnis hinterließ bei den Akteuren entsprechend gemischte Gefühle. "Das Glas ist halb leer. Wenn wir so viel Aufwand betreiben und dann nicht konsequent genug spielen, ist das frustrierend", befand Sow. Sein Trainer war da etwas froher gestimmt: "Das Wie ist uns wichtig, und damit sind wir sehr zufrieden. 21:4 Torschüsse und über 60 Prozent Ballbesitz sind deutlich."

Das Unentschieden hat den Frankfurtern immerhin den ersten Punkt der noch jungen Bundesliga-Saison eingebracht. An den nächsten Toren und Punkten kann das Team am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld arbeiten.