Torhüter Kevin Trapp freut sich auf ein heißes Duell bei Inter Mailand.
Torhüter Kevin Trapp freut sich auf ein heißes Duell bei Inter Mailand. Bild © Imago

Ciao bella! Eintracht Frankfurt fiebert dem Europapokal-Spiel bei Inter Mailand entgegen. Sportlich wird einiges anders sein – sowohl an der Seitenlinie als auch mit Blick auf den Stellenwert.

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zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel bei Inter Mailand

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Nur am Anfang gibt es einen kurzen Moment der Unsicherheit. Mit selbstbewussten Schritten betritt Christian Peintinger das Pressekonferenz-Podest, ehe er sich dann doch mit einem fragenden Blick umdreht. Wer sitzt denn jetzt wo? Wenige Sekunden und einen kurzen Plausch mit Kevin Trapp und Marc Hindelang später ist klar: Der Torwart nimmt den Stuhl auf der rechten, der Pressesprecher den auf der linken Seite – und Peintinger sitzt in der Mitte. Das gehört sich so, auch wenn das eigene Dasein im Rampenlicht einer gewissen Halbwertszeit ausgeliefert ist.

Hütter auf der Tribüne statt auf der Bank

Peintinger ist Co-Trainer in Diensten von Eintracht Frankfurt, und lediglich einer harmlosen Trinkflasche mit mittlerweile zweifelhafter Berühmtheit ist es zu verdanken, dass er für rund 30 Stunden in die Rolle des Außenministers schlüpft. Weil Cheftrainer Adi Hütter für das Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale bei Inter Mailand am Donnerstag (ab 21 Uhr im Social Radio bei hessenschau.de) gesperrt ist, übernimmt Peintinger die "kommunikativen Aufgaben", wie er es beschreibt. 

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EINTRACHT-SONDERSENDUNG AM FREITAG

Das Europa-Abenteuer der Eintracht ist am Freitag auch Thema einer Sondersendung des Hessischen Rundfunks. Live im hr-fernsehen und auf hessenschau.de geht es ab 18.25 Uhr um das Spiel der Hessen bei Inter Mailand. Wir berichten von den Reisen der Fans und sprechen mit Eintracht-Vertretern über die Partie.

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Das bedeutet: Video-Analyse und Ansprache am Spieltag im Hotel fallen noch in Hütters Zuständigkeitsbereich, anschließend genießen Peintinger – der das Team von der Seitenlinie aus coachen wird – sowie der zweite Co-Trainer Armin Reutershahn das "volle Vertrauen" ihres Vorgesetzten. Und das völlig zurecht: Ehe Hütter beim Abschlusstraining im Giuseppe-Meazza-Stadion am Mittwochabend noch einmal das Sagen hat, beweist sein jahrelanger Weggefährte, dass er diese "kommunikativen Aufgaben" voll und ganz drauf hat. 

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zum Video Eintracht vor Europa-League-Spiel

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Hütter und Peintinger verbindet eine enge Freundschaft

"Das 0:0 ist kein ganz schlechtes Ergebnis. Wenn wir ein Tor schießen, haben wir keine schlechten Chancen", erklärt Peintinger durchaus eloquent und auf den Punkt, dass die Hessen nach dem Hinspiel in der vergangenen Woche mit einer brauchbaren Ausgangslage nach Italien gereist sind. Klar ist aber auch: Am Abend vor einem der spannendsten Spiele in der jüngeren Vereinsgeschichte steht nicht nur der Kick an sich im Mittelpunkt des Interesses – sondern eben auch diese besondere Konstellation, die Hütter auf der Tribüne statt auf der Bank vorsieht.

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Jubelnde Eintracht-Spieler

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die enorme Entwicklung der Frankfurter Eintracht

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"Natürlich würde er lieber an der Linie stehen", gibt der Österreicher einen Einblick in das Seelenleben seines Landsmannes. "Aber er wird damit leben können. Im Vordergrund steht, dass die Mannschaft gut spielt." Peintinger, einst selbst für kurze Zeit Profi bei Sturm Graz, kennt Hütter seit mehr als 20 Jahren. Beide verbindet eine enge Freundschaft, seit 2015 – als es Hütter zu den Young Boys Bern zog – teilen sie sich denselben Arbeitgeber.

Trapp sieht ein "Champions-League-Spiel"

Während der 51-Jährige auf dem Podium also mehr über das Drumherum sprechen muss, ist der Mann rechts von ihm für das Sportliche zuständig. Keeper Trapp, der im Hinspiel mit unnachahmlichen Elfmeterkiller-Qualitäten auftrumpfte und nun dank fließender Italienischkenntnisse glänzt, hebt "Tempo und Power" in seinem Team hervor, er spricht von einer "Riesenchance" in einem "Riesenspiel" – und er sagt einen bemerkenswerten Satz: "Gegen so eine Mannschaft ist das wie ein Champions-League-Spiel."

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Das habe sich die Mannschaft erarbeitet und verdient. Trapp weiß aber auch: "Es wird ein schwieriges Spiel." Und deutet damit an, dass es während der 90 Minuten (plus x) im San Siro vermutlich nicht so viel Beinfreiheit geben wird, wie während des rund einstündigen Hinflugs im Airbus A330.

Aufgeregter Peintinger

Ob Peintinger über den Wolken bereits an Donnerstagabend gedacht hat? Nach der Landung verspürt er jedenfalls eine "Vorfreude", auch wenn es in seinen Augen nicht um einzelne Personen gehe und er nach eigener Aussagen "eine Aufgabe zu erfüllen" habe. Eine Aufgabe, die dann aber doch einen speziellen Charakter hat: "Dass ich nicht aufgeregt bin, das wäre gelogen", sagt Christian Peintinger. Immerhin die erste Unsicherheit hatte er da aber bereits hinter sich.