Elfmeter-Geschenk: Davie Selke verlädt Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky.
Elfmeter-Geschenk: Davie Selke verlädt Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt hat wichtige Punkte im Saison-Endspurt liegenlassen. Nach einem schwachen Auftritt verloren die Hessen die Partie gegen Hertha BSC und Makoto Hasebe, dem die Sicherungen durchbrannten. Eine Hauptrolle spielte der Unparteiische.

Nach zuvor acht Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage hat es die Eintracht am Samstag erwischt. Gegen Hertha BSC unterlagen die Frankfurter mit 0:3 (0:0) und mussten damit einen Rückschlag im Rennen um den Europacup hinnehmen. Die Eintracht ist weiter Siebter, Gladbach auf Rang acht hat aber nur noch drei Punkte Rückstand.

Wegbereiter für die Pleite war umstrittener Elfmeter von und mit Davie Selke (58.) nach Foul von Makoto Hasebe und vieldiskutiertem Einsatz des Video-Assistenten. Hasebe sah später nach einem rüden Ellbogenschlag gegen Selke glatt Rot (79.). Kurz zuvor hatte Mathew Leckie mit seinem Treffer die Vorentscheidung zugunsten der Gäste herbeigeführt (77.), Alexander Esswein machte den Sack in der Nachspielzeit zu (90.+1).

Hertha bereitet Frankfurter Großchancen vor

Auch wenn die Floskel vom lauen Sommerkick schon längst ausgelutscht ist: Auf die ersten 45 Minuten traf diese Beschreibung bestens zu. Gegen die traditionell mausgraue Hertha musste sich die auf fünf Positionen veränderte Mannschaft auch erst einmal finden. Trainer Niko Kovac, der vom Heimpublikum mit einigen Pfiffen empfangen wurde, verzichtete auf angeschlagene Stammkräfte wie Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf. Stattdessen bekam unter anderem Aymen Barkok eine Bewährungschance. Sébastien Haller stürmte neben Luka Jovic.

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Die vom Pokalfight auf Schalke gebeutelten Hessen mussten im ersten Durchgang nicht für ihre beiden Großchancen ackern. Sowohl Jovic als auch Mijat Gacinovic profitierten von katastrophalen Fehlern der Berliner Hintermannschaft. Nutzen konnten sie ihre Gelegenheiten nicht: Jovic setzte seinen Abschluss zentral vor Rune Jarstein deutlich zu hoch an (9.), der Schuss von Gacinovic klatschte an die Unterkante der Latte und von dort wieder ins Feld (19.).

Und die Hertha? Kam gegen die ebenfalls nicht immer sattelfeste Frankfurter Abwehr auch zu einer hochkarätigen Chance. Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky klaute dem einschussbereiten Leckie den Ball aber noch vom Fuß (25.). Noch vor der Pause musste Kovac wechseln. Jonathan de Guzman ging mit Oberschenkelproblemen raus, für ihn kam "Aggressive Leader" Omar Mascarell aufs Feld.

Videobeweis: Schiedsrichter belässt es bei Hertha-Elfer

Viel attraktiver wurde das Spiel nach dem Seitenwechsel nicht, dafür aber kontrovers: Nach einer Flugeinlage von Selke zeigte Schiedsrichter Sascha Stegemann auf den Punkt. Weil das Signal aus dem Kölner Keller kam, schaute sich Stegemann die Szene aber nochmal an – und blieb bei seiner Ersteinschätzung. Was zunächst nach einer klaren Fehlentscheidung aussah, entpuppte sich später als vertretbarer Pfiff. Hasebe hatte den Berliner Selke am Knie getroffen. Die folgenden Diskussionen der Frankfurter Profis ließen Selke kalt, er verwandelte den Strafstoß flach in die Mitte des Tores (58.).

Kovac reagierte erneut und wechselte innerhalb kurzer Zeit zweimal offensiv. Marco Fabián kam für den unauffälligen Barkok, Jetro Willems ersetzte Marco Russ. Doch an Fahrt nahm das Frankfurter Spiel weiterhin nicht auf. Im Zentrum fehlte die ordnende Hand von Boateng, im vorderen Drittel die Laufwege von Wolf. Zwei Distanzschüsse von Fabián – mehr war nicht drin. Stattdessen erzielte Leckie in der 77. Minute den zweiten Treffer der Gäste nach einem Ballverlust von Gacinovic. Kurz darauf revanchierte sich Hasebe überflüssigerweise mit einem Ellbogenschlag für ein Foul seines Intim-Widersachers Selke und sah dafür zurecht die Rote Karte. Den Schlussstrich unter einen gebrauchten Frankfurter Fußballtag setzte Esswein nach einem Konter (90.+1).

In einer ersten Aktion des Artikels war von einer Fehlentscheidung beim Elfmeter die Rede. Fernsehbilder zeigten später aber, dass ein Kontakt zwischen Makoto Hasebe und Davie Selke stattgefunden hatte.

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Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 0:3 (0:0)

Frankfurt: Hradecky - Abraham, Hasebe, Russ (66. Willems) - da Costa, de Guzman (40. Mascarell), Chandler - Barkok (60. Fabian), Gacinovic - Jovic, Haller    

Berlin: Jarstein - Pekarik, Torunarigha, Rekik (88. Lustenberger), Plattenhardt - Skjelbred, Darida - Duda (59. Kalou), Lazaro, Leckie - Selke (86. Esswein)   

Tore: 0:1 Selke (58./FE), 0:2 Leckie (77.), 0:3 Esswein (90.+1)

Gelbe Karten: Mascarell - Selke
Rote Karte: Hasebe (79./Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)  
Zuschauer: 51.000 (ausverkauft)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 21.4.2018, 17.15 Uhr