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Wirkt inzwischen routiniert - Adi Hütter Bild © Imago Images

Als Adi Hütter im Sommer 2018 voller Ehrfurcht die Bundesliga-Bühne betrat, wirkte der Fußball-Lehrer aus Österreich fast wie ein staunendes Kind. Inzwischen hat er sich als Trainer der Frankfurter Eintracht etabliert. Auch weil er seine Mannschaft mit Fingerspitzengefühl führt.

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Adi ist da

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zum Video Der erste Auftritt von Adi Hütter

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Bei seiner ersten Pressekonferenz schwärmte Adi Hütter vom Anflug auf Frankfurt, den Blick auf das Stadion und das Abenteuer Bundesliga. Die Vorfreude des Coaches war beinahe greifbar.

Ein Dreivierteljahr später staunt eben jene Bundesliga über den Trainer von Eintracht Frankfurt, unter dessen Führung die Hessen sogar international für Furore sorgen. "Das macht mich wahnsinnig stolz, weil man uns das auch nicht zugetraut hat. Ich muss mich manchmal selbst ein bisschen zwicken, weil es außergewöhnlich ist, was wir in diesem Jahr geleistet haben", sagt Hütter über den Höhenflug.

Lob und Quantensprung

Und auch in der Bundesliga ist zwei Spieltage vor Saisonende trotz der jüngsten 1:6-Pleite in Leverkusen der erstmalige Einzug in die Champions League noch immer möglich. In der Europa League kann das Team am Donnerstag gegen Chelsea ins Finale einziehen. "Adi Hütter hat einen ganz großen Anteil daran - auch wenn er das manchmal etwas wegtut. Er hat mit seinem Willen den Fußball der Eintracht und die Mannschaft geprägt", lobt Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner die erfolgreiche Arbeit des 49-Jährigen.

Zitat
„Ich vermittle die Haltung, an etwas zu glauben.“ Zitat von Adi Hütter
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Unabhängig vom Ausgang kann der Verein die Spielzeit schon jetzt als vollen Erfolg und Quantensprung in der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung verbuchen. Das erfreut nicht nur die Vereinsbosse, sondern auch die euphorischen Fans, die den Trainer regelmäßig feiern. "Das zeigt die Anerkennung für das, was hier geleistet wurde", sagt Hütter.

Mit Ruhe und ohne Aktionismus

Dabei schien es anfangs, als sollten die Spuren von Niko Kovac für Hütter zu groß sein. Im ersten Pflichtspiel setzte es im Supercup ausgerechnet bei der Rückkehr seines Vorgängers eine 0:5-Klatsche gegen die Bayern, im DFB-Pokal scheiterte der Cupverteidiger schon in Runde eins beim Viertligisten SSV Ulm und auch in der Bundesliga legte die Eintracht mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen einen Fehlstart hin.

Adi Hütter
"Mit Ruhe und Aktionismus" - Eintracht-Trainer Adi Hütter Bild © picture-alliance/dpa

Doch Hütter, der in der Vorsaison die Young Boys Bern in der Schweiz nach 32 Jahren wieder zum Meistertitel geführt hatte, ließ sich davon nicht entmutigen. Konsequent verfolgte er seine Philosophie, mutigen und attraktiven Offensivfußball spielen zu lassen. "Er hatte es am Anfang schwer. Wie er das gelöst hat, mit Ruhe und ohne Aktionismus, das hat er schon gut gemacht", lobt Hübner.

Hütters Haltung

Geholfen haben Hütter dabei die Erfahrungen, die er vor seinem mittlerweile viel bestaunten Engagement in Frankfurt in Österreich und der Schweiz sammelte. In fast 400 Pflichtspielen in 13 Trainerjahren holte er sich das nötige Rüstzeug, um im Haifischbecken Bundesliga zu bestehen. Sein Erfolgsgeheimnis beschrieb Hütter, der wie sein Co-Trainer Christian Peintinger in einem Mietshaus im Frankfurter Stadtteil Höchst wohnt, unlängst in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem Satz: "Ich vermittle die Haltung, an etwas zu glauben."

Der frühere Mittelfeldspieler, der 14 Länderspiele für sein Heimatland bestritt und mit Salzburg dreimal Meister wurde, steht für seine Überzeugungen. Dadurch ist es ihm gelungen, seine Spielideen in die Köpfe der Akteure zu bekommen. "Er hat einen guten Zugang zur Mannschaft, findet die richtigen Worte", würdigt Sportvorstand Fredi Bobic die Arbeit des Trainers. Das soll auch am Donnerstag in London an der Stamford Bridge klappen, um nach dem 1:1 im Hinspiel das Ticket für das Europa-League-Endspiel in Baku zu lösen.