André Silva jubelt

Mit dem Sieg in Berlin hat die Eintracht den Klassenerhalt endgültig perfekt gemacht. Hauptverantwortlich für den Erfolg war sicherlich André Silva - und ein bisschen auch die Hertha. Eine Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht PK nach Berlin
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Eintracht Frankfurt hat mit einem Auswärtssieg bei Hertha BSC den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die Hessen setzten sich in Berlin mit 4:1 (0:1) durch. Krzysztof Piatek (24. Minute) brachte die Hertha in Führung. Bas Dost (51.), Andé Silva (61., 86.) und Evan N’Dicka (69.) drehten die Partie. Die Berliner mussten die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielen, nachdem Dedryck Boyata wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte (45.).

1. Sicher ist sicher

Adi Hütter hat vor dem Spiel gegen die Hertha das gemacht, was ein Bundesliga-Trainer tun muss. "Wir sind noch nicht safe", warnte der Österreicher all jene, die den Klassenerhalt schon vor der Partie bei den Hauptstädtern ausgerufen hatten. Es war tatsächlich eher unwahrscheinlich, dass die Eintracht noch einmal den bangen Blick gen Tabellenkeller richten muss, rein rechnerisch bestand aber sehr wohl die Chance, dass man im Sommer den Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss. Mit dem Sieg in Berlin und dem Last-Minute-Treffer der Dortmunder in Düsseldorf sind nun aber auch die letzten Zweifel endgültig ausgeräumt.

2. Silva in Top-Form

Einen gehörigen Anteil daran hat André Silva. Seit dem Ende der Corona-Pause blüht der Portugiese regelrecht auf und trifft und trifft und trifft. Gegen die Hertha tat er das gleich doppelt – und bereitete das 1:1 von Bas Dost vor. Auch wenn die Aktion des Spiels wohl Daichi Kamadas Solo vor dem 2:1 war, kann Silva getrost als Matchwinner bezeichnet werden. Seit dem Restart der Bundesliga erzielte die Leihgabe vom AC Mailand sechs Treffer, so viele wie kein anderer Spieler in der Bundesliga. Fredi Bobic wird dieser Tage bestimmt mal wieder in Italien anrufen.

3. Elfer oder Rot?

Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass ohne Boyatas Rote Karte die Partie vielleicht einen ganz anderen Verlauf genommen hätte. Das Foul war an und für sich unstrittig. Boyata berührte den durchgebrochenen Dost an den Beinen, der daraufhin die Balance verlor und stürzte. Aber war das Foul nun vor dem oder im Strafraum? Schiedsrichter Robert Hartmann tendierte zu letzterem, zeigte Boyata Gelb-Rot und entschied auf Strafstoß. Erst nach einem kurzen Besuch in der Review-Area änderte er seine Entscheidung auf glatt Rot und Freistoß. Für die Eintracht machte das letztlich keinen Unterschied. Auch wenn Dost den Elfmeter nur zu gerne verwandelt hätte.

4. Es geht auch ohne

Schon im DFB-Pokal unter der Woche wurden die Eintracht-Fans angenehm überrascht. Da nämlich fehlte Filip Kostic gesperrt gegen die Bayern. DER Spieler, den die Hessen nicht ersetzen können. Dachten zumindest alle. Aber siehe da: Es ging sehr wohl. Die Eintracht zeigte (zumindest eine Halbzeit lang) eine mehr als nur respektable Leistung. Gegen die Hertha nun stand Kostic wieder auf dem Platz. Einen entscheidenden Einfluss hatte der Flügelflitzer aber nicht. Dafür spielte Martin Hinteregger genauso wenig wie Almamy Touré oder Stefan Ilsanker. Sebastian Rode fehlte zudem gesperrt. Alles Spieler, die zuletzt einen festen Platz in der ersten Elf hatten. Es stand also schon eine gute Portion zweiter Anzug auf dem Feld. Und der spielte trotzdem guten Fußball. Geht doch.

5. Blick nach oben?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hoffen auf Patzer der Konkurrenz

Hütter PK Mainz
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Nach der Niederlage gegen Mainz war das Thema Europa League für die Eintracht eigentlich durch. Der Blick ging nur nach unten. Drei Spieltage vor Schluss fehlen den Hessen nur fünf Punkte auf den Tabellen-7. Hoffenheim. Darf man also doch noch mal vom europäischen Geschäft träumen? "Wir müssen dreimal gewinnen und darauf hoffen, dass die Konkurrenz patzt", sagte Hütter und rief immerhin das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz aus. Solange es rein rechnerisch möglich ist, darf man aber ruhig auch ein bisschen von Größerem träumen.