Frederik Rönnow neben Stammkeeper Kevin Trapp

Nach dem Ausfall von Kevin Trapp steht Frederik Rönnow plötzlich im Rampenlicht. Die 17 Spiele, die er für Eintracht Frankfurt bis zur Winterpause zu bestreiten hat, könnten entscheidend für seinen weiteren Karriereweg sein.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rönnow rückt nach Trapp-Verletzung in den Fokus

Makoto Hasebe und Kevin Trapp prallten schmerzhaft zusammen.
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Dass der Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, wie es hierzulande so schön heißt, weiß nun auch Frederik Rönnow. Kaum mehr als einen Monat ist es her, dass Eintracht Frankfurts dänischer Keeper, seit Sommer 2018 am Main, den Klub am liebsten wieder verlassen hätte. Vier Wochen und eine Schulterverletzung der etatmäßigen Nummer eins, Kevin Trapp, später, steht der 27-Jährige nun doch zwischen den Pfosten des hessischen Bundesligisten. "Unser vollstes Vertrauen gilt Frederik Rönnow, der Kevin sicherlich gut vertreten wird", sagte Sportdirektor Bruno Hübner bei Bekanntgabe der Trapp-Verletzung. 

Für Rönnow kommt die Beförderung ins Scheinwerferlicht, auch wenn sie nur vorläufig ist, mit ordentlich Verspätung. 2018 von Bröndby verpflichtet, erwies sich Rönnows Knie schnell als zu labil, er selbst als zu unsicher. Die Verantwortlichen handelten und holten Kevin Trapp, den sie dem Dänen erst 2018, dann 2019 erneut vor die Nase setzten. "Ich bin gut genug, um zu spielen, auch auf diesem Top-Niveau", machte Rönnow in einem Interview mit der Bild im Sommer Eigenwerbung, als der Trapp-Transfer in der Schwebe hing. Kurz darauf kam Trapp zurück.

Karriereimpuls in die richtige Richtung?

Jetzt hat Rönnow die Gelegenheit, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Mehr noch: Er muss. Will er seiner stockenden Karriere einen Impuls in die richtige Richtung geben, muss er seine 17 Spiele – elf in der Liga, fünf im Europacup, eines im DFB-Pokal – unbedingt nutzen, um zu zeigen, dass er ein Torhüter von internationalem Format ist. Das hat er in seinen sechs Einsätzen für die Hessen in fast eineinhalb Jahren nie zweifelsfrei beweisen können, was, das muss fairerweise gesagt sein, natürlich auch daran lag, dass er nie überhaupt in einen Rhythmus kommen konnte.

Dass er sich im Sommer, inmitten der heißen Transferphase, verletzte, nannte Eintracht-Sportvorstand Bobic "tragisch". Zu Recht. In einem fitten Zustand wäre der talentierte Keeper bei einem passenden Angebot sicherlich weitergezogen, auch weil er weiß, dass sein Platz im dänischen Nationalteam hinter Kasper Schmeichel ohne den Status einer Nummer eins in akuter Gefahr gewesen wäre. "Mir ist klar, dass ich kaum Teil des Nationalteams bleiben kann, wenn ich weiterhin nicht spiele", so Rönnow im Sommer.

Rönnow hat es selbst in der Hand

Wobei es längst schon um mehr geht. Ein weiteres Jahr ohne Spielpraxis hätte nämlich sicher nicht dafür gesorgt, dass die potenziellen Interessenten zahlreicher und sportlich besser geworden wären. Die Realität wären wohl eher Angebote aus Österreich, der Schweiz oder der dänischen Heimat gewesen. Denn zu beweisen, dass man gut genug für das Top-Niveau ist, geht nur auf dem Platz, nicht auf der Bank. Und es sind schon aus anderen Spielern ewige Talente geworden.

Kevin Trapp fällt zwei, drei Monate aus, zur Rückrunde wird er wohl wieder im Tor stehen. In diesem Sinne hat es Rönnow nun selbst in der Hand, für einen versöhnlichen Abschluss seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt zu sorgen. Indem er in einer für den Verein wichtigen Phase beweist, dass er tatsächlich gut genug für das Top-Niveau ist. Und sich selbst für attraktivere Abnehmer im kommenden Jahr interessant macht.