Eintracht Frankfurt steht erstmals in der Geschichte vor dem Einzug in die Champions League. Aber die Fans können in der entscheidenden Phase der Saison nicht dabei sein. Grund genug für die Fanaktion 51.500, dem Team postalisch den Rücken zu stärken.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wir haben den Drang, irgendwas zu tun"

Fans von Eintracht Frankfurt
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Man mag sich ja kaum ausmalen, was am kommenden Sonntag im Frankfurter Waldstadion los wäre, könnten Fans im Stadion sein. Eine historisch gute Saison, die trotzdem auf der Kippe steht. Ein möglicher Champions-League-Einzug, erstmalig, der auf den letzten Metern noch zu scheitern droht. Ein Gegner aus der Nachbarschaft, der mit Rückenwind kommt. Und dann 51.500 Verrückte, die zum 12. Mann werden und Eintracht Frankfurt zum Sieg peitschen.

Allein: Die Pandemie, sie lässt es nicht zu. Was also tun, wenn man als Eintracht-Fan die Mannschaft unterstützen will? Fragte sich auch eine Handvoll eingefleischter Fans der Hessen und tauschten sich darüber aus. Erst auf Twitter, dann im Viererteam via Zoom-Konferenz, schon war die Fanaktion 51.000 geboren.

"Das Stadion symbolisch füllen"

Die Idee: Möglichst viele, die es mit der Eintracht halten, sollen den Hessen bis zum Spiel gegen Mainz eine Postkarte schicken, auf der sie ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen. "Wir dachten: Wie wäre es, wenn wir symbolisch das Stadion vollbekommen?", sagt Lisa Rothenburger, eine der Initiatorinnen der Aktion. "Damit bei der Mannschaft ankommt, dass die Fans zwar nicht im Stadion sein können, aber trotzdem an die Mannschaft denken."

Schon 2019, als sich der Wechsel von Fan-Liebling Martin Hinteregger aus Augsburg an den Main hinzog, schrieben die Eintracht-Fans #freeHinty-Postkarten und schickten sie zum FCA. Nun also der postalische Support im Saisonendspurt, der unter dem Hashtag #forzaSGE in den sozialen Medien schon zu bewundern ist. "Postkarten-Aktionen können wir in Frankfurt ja ganz gut", lacht Rothenburger. 51.500 Karten, also für jeden Platz im Stadion eine, sind freilich etwas sehr ambitioniert, "aber wenn wir 5000 hinbekommen, wäre das schon mega."

"Es wäre schön, wenn sie zur Mannschaft kommen"

Der Rücklauf ist von Beginn an gewaltig, die Postkarten schon jetzt zahllos, bei Rothenburger steht das Telefon nicht mehr still. "Wir haben die Eintracht vorgewarnt", so Rothenburger. "Was sie mit den Karten machen, wissen wir nicht. Es wäre schön, wenn sie zur Mannschaft kommen und vielleicht ein paar vorgelesen werden."

Mittlerweile kommen die ersten Karten aus dem Ausland, auch auf virtuellem Wege per E-Postkarte wird die Mannschaft gegrüßt. Und sie kommen zur rechten Zeit, nach zwei Niederlagen aus den letzten drei Spielen beträgt der Vorsprung vor Borussia Dortmund nur noch einen Punkt. Ein pickepackevolles Stadion mit leidenschaftlichen Fans im Rücken würde den Hessen aktuell wahrlich guttun. "Man hat das Gefühl, dass man etwas beitragen kann. Dass so viele mitmachen, stärkt das Fan-Gefühl", so Rothenburger.

Vielleicht gibt es der Mannschaft einen Push

All das für das eine große Ziel: die erstmalige Qualifikation für die Champions League. "Vielleicht gibt es der Mannschaft einen Push für die letzten drei Spiele", hofft Rothenburger auf ein Happy End. Sie selbst tippt übrigens auf einen 3:2-Sieg, was ja eines dieser klassischen Eintracht-Ergebnisse wäre, bei dem die Fans den Ball Siegtreffer quasi über die Linie schreien. Und vielleicht klappt das ja auch per Postkarte.

Sendung: hr1, 01.05.21, 16 Uhr