"Ich habe ihn nicht berührt." Herthas Grujic hat eine klare Sicht zur Szene des Spiels zwischen Berlin und Frankfurt.
"Ich habe ihn nicht berührt." Herthas Grujic hat eine klare Sicht zur Szene des Spiels zwischen Berlin und Frankfurt. Bild © Imago

Der Begriff "Videobeweis" steht seit diesem Wochenende in Frankfurt auf dem Index: Bei der Eintracht herrscht nach der Pleite in Berlin Fassungslosigkeit über die Zurückhaltung im Kölner Keller. Sprüche müssen sich die Hessen auch noch gefallen lassen.

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Der Höhenflug ist vorerst beendet, Eintracht Frankfurt ist vorerst zurück im Bundesliga-Alltag. Das 0:1 beim Spitzenspiel in Berlin bedeutete für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter die zweite Niederlage in Folge. Dabei sorgte ein gewisser Marko Grujic gleich mehrfach für Frust bei den Frankfurtern. Der Berliner Leihspieler vom FC Liverpool hatte mit seinem ersten Bundesligator den entscheidenden Treffer zum Sieg für Hertha BSC gesetzt.  

Ex-Eintracht-Profi Ansgar Brinkmann ist am Montagabend zu Gast im heimspiel!. Ab 23.15 Uhr spricht Brinkmann über die Situation der Eintracht und die Szene des Spiels in Berlin. Auch Lilien-Profi Marcel Heller - selbst ehemaliger Eintracht-Kicker - ist mit von der Partie. Kurz vor dem Ende erhitzte dann ein Zweikampf des Serben mit seinem Landsmann Luka Jovic die Gemüter. "Ich habe einen glasklaren Elfmeter für uns gesehen", wetterte Eintracht-Coach Adi Hütter. Doch der Pfiff von Referee Daniel Schlager und ein möglicher Einspruch der Video-Assistentin Bibiana Steinhaus im Schiedsrichter-Zentrum in Köln blieben aus. Das war nicht nur für den normalen Fußball-Fan schwer zu verstehen.

"Luka beschwert sich immer"

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic verstand die Welt nicht mehr. "Ich halte mich normalerweise zurück, aber das macht mich fassungslos", sagte der einstige Hertha-Stürmer dem ZDF. "Ob man in Köln sitzt oder Jerusalem, das muss man sehen. Das macht vieles kaputt, was der Videobeweis erreichen will - mehr Gerechtigkeit", bemerkte Bobic.

Der "Übeltäter" kommentierte die Szene süffisant. "Luka beschwert sich immer", sagte Grujic mit einem Lächeln über seinen Kumpel Jovic, mit dem er seit der gemeinsamen Jugend bei Roter Stern Belgrad gut befreundet ist. "Er hat mich gefragt, warum ich ihn gestoßen habe. Ich habe geantwortet, dass ich ihn nicht berührt habe."

Eintracht erstmals seit August ohne Tor

Auch wenn Grujic diese Meinung wohl exklusiv hat – die Niederlage der Hessen nur an dieser zweifellos ärgerlichen Szene aufzuhängen, wäre falsch. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig investiert", resümierte Hütter die Leistung, nachdem die Eintracht zum ersten Mal seit dem 0:5-Supercup-Debakel im August ohne eigenen Treffer geblieben war.

Sein Team habe "sicher in der letzten Konsequenz" nicht so agiert, wir er sich das vorgestellt hatte: "Deshalb ärgere ich mich über die Niederlage." Die Eintracht bleibt in der Tabelle zwar auf Rang fünf, Hertha hat als Sechster nach Punkten (23) aber zu den Hessen aufgeschlossen.

"Übeltäter" Grujic will auf Jovics Rechnung schlemmen

Den Berlinern reichte ein Kopfball-Abschluss nach Ecke von Marvin Plattenhardt zum vierten Heimsieg in dieser Spielzeit. Doch nicht nur wegen des Siegtores war Grujic der entscheidende Mann des Abends, wie sein Trainer Pal Dardai befand. "Er ist defensiv und offensiv präsent. Und er macht im richtigen Moment auch das taktische Foul", sagte Dardai am Sonntag mit einigem Abstand.

Damit meinte er allerdings nicht die umstrittene Szene kurz vor dem Ende. "Da arbeiten beide mit den Händen. Da soll mir einer sagen, wer angegangen hat. Das war kein Elfmeter", sagte Dardai. Grujic war das eh egal. Er erwartet jetzt sogar ein Geschenk von seinen Frankfurter Freunden Jovic und Ante Rebic: "Ich glaube, sie müssen mich zum Abendessen einladen."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 10.12.2018, 23.15 Uhr