Rodrigo Zalazar

Eintracht Frankfurt startet in die Vorbereitung, Zeit, sich dem neuen Trainer Oliver Glasner zu zeigen. Diese fünf Spieler haben das Potential, sich in den Vordergrund zu spielen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner stellt sich vor

Zwei Neue: Trainer Oliver Glasner (li.) und Sportvorstand Markus Krösche
Ende des Audiobeitrags

Für die Spieler von Eintracht Frankfurt heißt es ab Donnerstag: Schuften, schwitzen, Grundlagen legen. Und vor allem: Sich dem neuen Trainer zeigen. Diese fünf Spieler könnten überraschen.

Rodrigo Zalazar

Die Vorbereitung unter Oliver Glasner wird kein Spaziergang im Park, so viel ist sicher. Für sein intensives Spiel braucht Glasner fitte Kicker, in Wolfsburg trietzte er sein Team einst so sehr, dass die Spieler Glasner baten, er möge es doch bitte langsamer angehen lassen. Was dieser dann auch tat, seine Mannschaft zog in der Saison 2020/21 dann trotzdem die meisten Sprints und intensiven Läufe an.

Und damit Vorhang auf für Rodrigo Zalazar, der im Dress von St. Pauli im vergangenen Jahr einer der interessantesten Spieler der Zweiten Liga war. Nicht nur, aber auch wegen seiner Laufstärke. Der Uruguayer lief von allen Paulianern am meisten, sein Spiel hat etwas Aggressives, Kamikaze-artiges. Was nicht bedeutet, dass er mit dem Ball nichts anzufangen weiß: Sechs Tore und sechs Vorlagen sprechen für sich. Und hier wird es interessant: Denn Zalazar vereint spielerische Klasse und Galligkeit. Genau wegen dieser Kombination schulte Glasner in Wolfsburg Yannik Gerhardt zum Zehner um, denn für sein hohes Pressing brauchte Glasner zweikampfstarke Offensivspieler. Bestätigt sich der gute Eindruck, den Zalazar in Hamburg hinterließ, und schafft er es auf das Niveau der Bundesliga, ist er ein perfekter Kandidat, der hessische Gerhardt zu werden.

Danny da Costa

Warum genau Danny da Costa unter Adi Hütter keine Rolle mehr spielte, dürfte wohl für immer ein Geheimnis zwischen da Costa und Hütter bleiben. Gerade mal 105 Minuten durfte der Rechtsverteidiger in der vergangenen Saison für die Eintracht ran, bevor er im Winter zu Mainz verliehen wurde und dort fleißig am Klassenerhalt der Reinhessen mitwirkte. Während im Spiel der Eintracht ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen der linken Kostic-Seite und der rechten Seite herrschte, auf der sich meist Erik Durm versuchte.

Ob Glasner überhaupt beim System mit zwei Schienenspielern bleibt, bleibt abzuwarten und hängt auch von einem Kostic-Verbleib ab. Rückkehrer da Costa kann sowohl als Rechtsverteidiger als auch als rechter Schienenspieler agieren, was er in seiner sehr guten Saison 2018/19 unter Beweis stellte. In Wolfsburg setzte Glasner auf aktive Außenverteidiger, die die offensiven Außen in Angriffssituationen oft hinterliefen, um in den Raum hinter der letzten Kette zu kommen. Eine Rolle, die da Costa liegen könnte. Auch wenn die ein oder andere Extraschicht in Sachen Flanken dann wünschenswert wäre.

Ragnar Ache

Aufgrund diverser Verletzungen konnte Ragnar Ache in der vergangenen Saison noch keine allzu großen Spuren hinterlassen, prinzipiell wissen wohl die wenigsten Fans der Hessen, was von Ache zu halten ist. Im Training vor seinen Verletzungen waren zwei Dinge jedoch augenfällig: Sein Speed und seine Sprungraft. Mit 35,54 km/h wurde Ache als neuntschnellster Bundesligaspieler der vergangenen Saison gestoppt, sein Spitzname der Kollegen ist "Air". Und seinen ersten Bundesligatreffer hat er im letzten Saisonspiel auch noch erzielt.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Oliver Glasner hat viele Spielideen

Oliver Glasner
Ende des Audiobeitrags

Zeit also, durchzustarten. Sportvorstand Markus Krösche wies recht schnell darauf hin, dass der Offensive der Hessen Tempo fehle und zugeführt werden müsse. Ache ist einer, der dieses schon mitbringt. Dank seiner Sprungkraft könnte er auch ein dankbarer Abnehmer für Flanken sein – und dadurch in der Vorbereitung bei Glasner seine Visitenkarte abgeben.

Ajdin Hrustic

Sonderlich viel Spielzeit hat Frankfurts Australier Ajdin Hrustic in der vergangen Saison nicht gesammelt, gerade elfmal durfte Hrustic in der Liga ran, insgesamt nur 264 Minuten. Aber: Die Spielzeit mehrte sich im letzten Saisondrittel, und Hrustic deutete an, was ihn auszeichnet: Dynamik, Zug zum Tor, vor allem aber: Der Mann fackelt nicht lange.

Rechnet man seine Torschüsse auf seine Einsatzminuten hoch, hat Hrsutic mit 1,49 Schüssen pro Spiel den zweitbesten Wert bei der Eintracht hinter Spitzenreiter André Silva mit 2,58. Glasner ist dafür bekannt, dass er den Strafraum und die Zone unmittelbar vor dem Strafraum mit Spielern überladen will, um möglichst oft zum Abschluss zu kommen. So hat der VfL Wolfsburg nach den Bayern in der letzten Saison die zweitmeisten Tore von außerhalb des Strafraums erzielt (12). Eine Spielanlage, die Hrustic entgegenkommen dürfte.

Fabio Blanco

"Diese Personalie ist für mich wegweisend", schwärmte Aufsichtsratsboss Philipp Holzer unlängst über Fabio Blanco, auch Oliver Glasner sagte bei seiner Antritts-Pressekonferenz: "Fabio Blanco ist ein Toptalent", wenngleich er direkt bremste und nachschob, man müsse den Jungen erst einmal ankommen lassen.

Gut möglich aber, dass es Blanco selbst eilig hat. Der flinke, trickreiche Rechtsaußen, der in seiner Heimat mit Manchester-Star Ferran Torres verglichen wird, scheint beim Karrierestart keine Umwege gehen zu wollen. So lässt sich zumindest die relativ kurze Vertragslaufzeit von zwei Jahren plus Verlängerungsoption lesen. Heißt: Schnell durchstarten, viel spielen, schnell herausragen, dann zu einem jener Topklubs weiterziehen, die Blanco schon jetzt auf dem Zettel hatten. Dabei kommt ihm zupass, dass er aktuell der einzige echte Rechtsaußen im Kader ist. Stellt Glasner also auf Viererkette um, ist Blanco erst einmal konkurrenzlos. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um durchzustarten.