Die Spekulationen um Adi Hütter reißen auch nach seiner Wortmeldung nicht ab. Verschiedene Medien berichten von Treffen zwischen dem Trainer von Eintracht Frankfurt mit Borussia Mönchengladbach.

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Adi Hütter
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Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach? Frankfurts Trainer hat am Donnerstag Stellung zu den Spekulationen bezogen. Und damit viele Frankfurter Fans beruhigt, die von einem Verbleib des Coaches ausgehen. Allerdings mehren sich die Stimmen, wonach sich Hütter mit seinem Auftritt einen Ausgang offen gehalten hat.

Die Frankfurter haben spätestens nach Niko Kovac' legendärem "Stand jetzt" gelernt, wie löchrig manche Bekenntnisse werden können. Ist es bei Hütters "Ich bleibe" ähnlich? Es gibt zumindest Indizien für diese These.

Einigung schon Mitte März?

Am Donnerstagmorgen hatte die Bild-Zeitung gemeldet, dass Hütter der favorisierte Kandidat als Trainer bei Borussia Mönchengladbach sei. Das Blatt schrieb: "Bei Hütters Berater liegt bereits eine konkrete Anfrage vor."

Am gleichen Tag schrieb das bei der Borussia gut informierte Blog Mitgedacht sogar von einer Einigung zwischen Hütter und den Gladbachern: "Aus Borussia-Kreisen hat uns darüber hinaus schon vor zwei Wochen die Information erreicht, dass sich Max Eberl mit Adi Hütter rund um den 18. März grundsätzlich über einen Wechsel zur Saison 2021/22 geeinigt hat."

Hütter: "Stehe zu dem, was ich gesagt habe"

Auch der Kicker berichtete von Gesprächen zwischen der Hütter-Seite und der Borussia "vor mehreren Wochen". Demnach lag das kolportierte Treffen rund um das Champions League-Rückspiel der Gladbacher gegen Manchester City – und viel entscheidender: zwei Wochen nach dem Bekenntnis von Hütter am 28. Februar bei Sky: "Ich bleibe". Ein solches Treffen stünde in krassem Widerspruch zur Aussage.

Genau auf diese Aussage wurde Hütter bei der Medienrunde am Donnerstag wieder angesprochen, und er sagte: "Ich kann bestätigen, dass ich das, was ich mal gesagt habe, dass ich dazu stehe." Das klang wie ein klares Ja zur Eintracht. Dennoch spekulieren nicht wenige Beobachter, dass sich Hütter ein Hintertürchen offen gelassen hat.

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Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Doch was könnte dieses Hintertürchen sein? In Bezug auf seinen Auftritt bei Sky blieben nur Hütters weitere Ausführungen nach seinem Bekenntnis. Moderator Patrick Wasserziehr fragte nach, ob sein Bekenntnis in Stein gemeißelt sei. Daraufhin entgegnete Hütter, dass es im Fußball keine Garantien gebe.

Er fragte: "Gibt es eine Garantie, dass ich nächstes Jahr noch Trainer bin? Können Sie mir garantieren, dass ich noch Trainer bin? Was ist, wenn wir in den letzten elf Spielen acht Mal verlieren? Welche Garantie habe ich dann, dass ich noch weiterhin Trainer bin?"

Hübner geht sicher, Bobic vielleicht auch

Zuvor hatte Hütter in der Sendung die Zusammenarbeit mit Fredi Bobic und dessen Bedeutung hervorgehoben. Nur einen Tag später allerdings berichtete Sky, dass Bobic die Eintracht verlassen wolle. Wiederum einen Tag darauf bestätigte Bobic die Meldung in der ARD. Unabhängig vom Verhältnis zwischen Hütter und Bobic brach damit wohl ein wichtiger Ansprechpartner für die Zukunft weg.

Für Hütter dürfte also unklar geworden sein, mit welchem Sportvorstand er sich über die kommende Saison austauscht. Doch nicht nur der Abschied von Bobic steht an: Sportdirektor Bruno Hübner, ein Vertrauter von Hütter, verlässt die Eintracht sicher. Beide hätten eine ganz "enge Beziehung" zueinander gepflegt, so Hübner.

Hütter: "Sehe mich nicht als Ausbildungstrainer"

Sportlich gesehen würde ein Wechsel Hütters vom Main an den Niederrhein derzeit nicht viel Sinn ergeben: Während die Eintracht um die Plätze in der Champions League kämpft, liegt Gladbach auf Tabellenrang zehn. Die Aussicht auf internationalen Fußball hat Hütter allerdings in seiner Laufbahn nicht von einem Wechsel abgehalten.

Trotz Meistertiteln mit Salzburg und Bern beendete er auch aufgrund von aus seiner Sicht unzureichender Perspektiven die dortigen Engagements. In Salzburg sagte er dazu: "Ich sehe mich nicht als Ausbildungstrainer." Eine Aussage, die Hütter bei seiner Vertragsverlängerung im vergangenen September übrigens noch einmal tätigte.

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So stehen auf der einen Seite: Hütters Treue-Statement, die sportliche Perspektive und auch seine Dankbarkeit gegenüber der Eintracht. Im vergangenen Jahr sagte er dem Magazin 11 Freunde: "Ich bin jedenfalls nicht hergekommen, um wieder wegzugehen. Ich kann auch von Glück sagen, dass ich die Anfangszeit hier überlebt habe. Ich will beweisen, dass ich mich hier über Jahre durchsetzen kann."

Auf der anderen Seite stehen: die Berichte über die Treffen mit der Borussia, die ungewisse Personalsituation bei der Eintracht und Hütters Rigorosität. Bleiben also die doch markanten zwei Wörter ("Ich bleibe") bestehen – oder ist das letzte Wort noch nicht gesprochen?

Sendung: hr1, heimspiel!, 03.04.21, 15.05 Uhr