Adi Hütter, Trainer bei Eintracht Frankfurt, im Spiel gegen Augsburg.

Gegen den FC Augsburg hat Eintracht Frankfurt erneut mehr Ballbesitz als der Gegner, steht am Ende aber als Verlierer da. Für Trainer Adi Hütter geht es nun darum, die richtige Mischung in seiner Truppe zu finden.

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Wer den Ball hat - alte Fußballer-Weisheit - kann erstens keinen Gegentreffer kassieren und erhöht damit zweitens auch die Chance auf einen eigenen Torerfolg. So zumindest in der Theorie. Eintracht Frankfurt hatte beim FC Augsburg am Wochenende 69 Prozent Ballbesitz, verlor aber dennoch am Ende mit 1:2 - was Coach Adi Hütter im Gespräch mit dem hr-sport kurz und ernüchternd feststellen lässt: "Die letzten Partien zeigen, dass Ballbesitz keine Spiele gewinnt."

In Augsburg, gegen Düsseldorf, ja selbst in Leipzig hatte die Eintracht öfter die Kugel am Fuß als der Gegner. Heraus sprang aber nur ein Sieg - und das beim knappen Heimerfolg gegen die Fortuna. Nur am ersten Spieltag gegen Hoffenheim hatten die Frankfurter weniger Ballbesitz und gewannen dennoch prompt mit 1:0. Auch Hütter muss daher zugeben, dass die Mischung noch nicht ganz funktioniert: "Wir müssen jetzt den Mix finden." Gegen Augsburg gelang das besonders in der ersten Hälfte nicht.

Mehr Kreativität gleich mehr Spielkontrolle

Das Spiel beim FCA soll die Hessen aber nicht an der Weiterentwicklung hindern. Eine solche Veränderung braucht freilich seine Zeit. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob Hütter hier die richtige Mischung findet. Dass der Frankfurter Trainer seine Mannschaft spielerisch aber weiterentwickeln will, hat der 49-Jährige schon in der Vorbereitung betont. Eine Konsequenz daher in der Transferperiode: viele Neuzugänge für das Herzstück der Eintracht.

"Wir haben versucht, im Mittelfeld noch kreativer zu werden", so Hütter. Dominik Kohr und Djibril Sow wechselten dafür an den Main, Sebastian Rode wurde zudem fest von Borussia Dortmund verpflichtet. Alle fühlen sich in der Mittelfeld-Zentrale am wohlsten. Mit ihnen soll mehr Kreativität und Spielkontrolle Einzug ins Frankfurter Spiel finden. Spielkontrolle und Ballbesitz können im Umkehrschluss aber auch Ballverluste bedeuten. Und genau davon hatten die Hessen besonders in Augsburg zuviele.

Hütter: "...dafür haben wir die Spiele gewonnen"

Also Rolle rückwärts? Hütter erklärt ehrlich: "In der vergangenen Saison hatten wir teilweise weit weniger Ballbesitz, dafür haben wir die Spiele gewonnen." Dennoch soll das nicht zum Dauerzustand werden. In Ausnahmefällen kann es aber erfolgreich sein.

Gerade in der Europa League hatte die Eintracht gegen namhafte Gegner selten mehr Ballbesitz. Ähnlich könnte es am Donnerstag gegen Arsenal London werden. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Hütter-Elf gegen die Gunners mehr Ballbesitz haben wird. Vielleicht führt ja aber genau dieser Umstand am Ende zu einem Frankfurter Sieg.

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