Adi Hütter gegen WOB

Nun ist es mit der Ruhe vorbei. Nach Bild-Informationen wechselt Eintracht-Trainer Adi Hütter im Sommer zu Borussia Mönchengladbach. Doch auch ein Doppelwechsel von Fredi Bobic und Hütter wird die Eintracht nicht umhauen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Doppel-Abgang haut die Eintracht nicht um

Adi Hütter (r.) und Fredi Bobic nach dem Spiel in Dortmund.
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Nun ist es raus. Nach Informationen der Bild-Zeitung wechselt Eintracht-Trainer Adi Hütter im Sommer zum Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach. Demnach sind sich Gladbacher und Hütter einig. Bereits am Morgen hatte der Kicker berichtet, dass die Verhandlungen zwischen den Fohlen und dem Österreicher weit gediehen sind. Eine Bestätigung von einem der Vereine gibt es bislang nicht. Für den Österreicher würde die Eintracht eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro kassieren.

Auch von Hütter selbst gibt es aktuell kein Statement. Bislang hat der Eintracht-Coach auch intern bei Vereinsbossen und den Spielern in Sachen Vereinswechsel nicht mal eine Andeutung gemacht. Die interne Parole hieß: "Jede Woche, in der in Sachen Hütter nichts rauskommt, ist eine gute Woche." Damit scheint es jetzt vorbei zu sein.

Der Karriere-Plan von Adi Hütter

Vor allem die Eintracht-Fans hatten sich immer wieder gefragt: Warum sollte Hütter denn überhaupt nach Gladbach gehen? Die Chancen, dass die Eintracht in der kommenden Saison in der Champions League startet, werden von Spieltag zu Spieltag größer. Im Gegensatz dazu sinken die Chancen von Mönchengladbach im Hinblick auf Europa. Nach dem 2:2 am Wochenende bei Hertha BSC ist der Rückstand auf den Europa-League-Platz auf stolze sechs Punkte angewachsen.

Doch zum Leidwesen der Eintracht lässt sich Hütter von solch kurzfristigen Erfolgsparametern nicht leiten. Hütters Karriere-Plan verläuft nach anderen Gesichtspunkten. Nie war er als Trainer länger als drei Jahre bei einem Verein, diese Deadline endet bei der Eintracht im Sommer. Auch hielten ihn aktuelle Erfolge nie bei einem Klub. Als er im Sommer 2018 zur Eintracht wechselte, verließ er Young Boys Bern, mit denen er gerade Schweizer Meister geworden war.

Hütter geht, wenn es am Schönsten ist. Auch die Verlockung, in Bern über die Champions-League-Qualifikation an der Fußball-Königsklasse teilnehmen zu können, hielt ihn nicht. Der Österreicher denkt mittel- bis langfristig. Und da ist auch mit den Gladbachern wieder zu rechnen. In den vergangenen zehn Jahren spielten die Rheinländer immerhin dreimal in der Champions League, einmal scheiterten sie in der Qualifikation.

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Bislang perlten Hütter-Meldungen an der Mannschaft ab

Jetzt geht Hütter wohl wirklich. Die große Frage ist jetzt: Wie werden die Spieler auf diese Nachricht reagieren? Bislang perlten die Gerüchte rund um ihren Trainer an der Mannschaft ab. Alle redeten über den möglichen Hütter-Wechsel, die Eintracht gewann in Dortmund mit 2:1. Die Hütter-Gerüchte gingen weiter und die Eintracht besiegte nach einem überragenden Spiel Wolfsburg mit 4:3. Bislang gelang der Tunnelblick Richtung Champions League.

Doch geht das auch so weiter? Denn jetzt ist - weitgehend - klar, dass Hütter die Eintracht und damit auch die Spieler zum Saisonende verlässt. Nicht immer geht das an einer Mannschaft spurlos vorbei. Als feststand, dass Marco Rose seine Gladbacher im Sommer Richtung Dortmund verlässt, verloren die Rheinländer sieben Spiele am Stück. Das ist bei der bislang so gefestigten Eintracht-Mannschaft nicht zu erwarten. Beweisen muss sie es jetzt trotzdem.

Der Verhandlungs-Marathon mit Bobic

Der Abgang von Hütter wird immer klarer, der von Sportvorstand Fredi Bobic ist beschlossene Sache. Das hatte Bobic Anfang März in einem Interview mit der ARD-Sportschau verkündet. Seitdem sind sechs Wochen vergangen, ohne dass bei den Verhandlungen um die Vertragsauflösung von Bobic ein Durchbruch erzielt worden wäre.

Da dessen Vertrag bei der Eintracht eigentlich noch bis zum Sommer 2023 geht, wird eine Art Ablösesumme fällig. Der Eintracht schwebten fünf Millionen Euro vor, Bobic eine Million. Dazwischen liegt die Wahrheit. Laut Bild sollen sich Bobic und Aufsichtsrats-Boss Phlip Holzer mittlerweile auf eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro geeinigt haben, bis Freitag soll das Thema vom Tisch sein.

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zum Video Fredi Bobic erklärt seinen Eintracht-Abschied

Eintracht Frankfurt Fredi Bobic still Sportschau
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Auch ein Doppel-Abgang haut die Eintracht nicht um

So oder so wird die Eintracht für den Bobic-Abgang Geld kassieren. Ein Hütter-Wechsel nach Gladbach würde zudem - gemäß Ausstiegsklausel - 7,5 Millionen Euro in die Frankfurter Kassen spülen. Genug Geld für neues Führungs-Personal wäre also da. Sollte die Eintracht die Champions League erreichen, wäre sie zudem eine attraktive Adresse.

Während in Fußball-Talk-Runden im Fernsehen bei einem Doppel-Abgang von Bobic und Hütter schon über ein Auseinanderbrechen der Eintracht diskutiert wird, schauen die Adlerträger intern gelassen in die Zukunft. Dass der umworbene Chefscout Ben Manga gehalten werden konnte und durch seine Beförderung zum Direktor Profifußball mehr Kompetenzen erhält, erweist sich rückwirkend als Glücksfall.

Ansprechpartner auch für die aktuelle Mannschaft war und ist eher Manga und nicht Bobic. Zudem bleiben mit den Vorständen Axel Hellmann und Oliver Frankenbach zwei Bosse, die die Struktur und die Organisation der Eintracht seit zehn Jahren aufgebaut und weiterentwickelt haben. Bei der Eintracht verfahren sie aktuell nach dem beliebten Fan-Slogan: "Kein Spieler, kein Funktionär ist größer als der Verein."

Die Eintracht auf der Suche

Trotzdem müssen jetzt Entscheidungen her. Erst wenn die Ablöseverhandlungen mit Bobic erfolgreich abgeschlossen wurden, kann die Eintracht ernsthaft auf die Suche nach einem Nachfolger gehen. Dort hat sie sich bislang von Ex-Spieler Christoph Spycher schon einen Korb eingehandelt. Andere mögliche Kandidaten wie Christoph Freund und Hendrik Almstadt seien nach Eintracht-Angaben gar kein Thema gewesen oder nicht angefragt worden.

Zudem steht bei der Eintracht jetzt die Suche nach einem neuen Trainer an. Am Samstag (15.30 Uhr) kommt es zu einem äußerst pikanten Aufeinandertreffen: Die Eintracht mit Trainer Adi Hütter spielt bei Borussia Mönchengladbach. Eine Platzbegehung der ganz besonderen Art.