Amin Younes

Um ein Haar hätte Eintracht-Neuzugang Amin Younes sein Debüt mit dem Siegtreffer gekrönt. Aber auch ohne Tor macht der Einstand des kleinen Dribblers Lust auf mehr.

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Adi Hütter
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Es war nur eine Fußspitze, die das Traum-Debüt von Amin Younes im Eintracht-Trikot verhinderte. 79. Minute, der kurz zuvor eingewechselte Younes nahm einen Ball im Kölner Sechzehner schön mit, zog an seinem Gegenspieler vorbei und schloss ab. Strammer Schuss, kurzes Eck: Es wäre der verdiente Siegtreffer der Eintracht gegen den 1. FC Köln gewesen. Wenn nicht Kölns Rafael Czichos noch den Fuß ausgefahren hätte.

So blieb es beim 1:1, von dem Younes, Eintracht Frankfurts neuer Offensivspieler und so etwas wie der Königstransfer, nach der Partie sagte: "Wir haben zwar nicht verloren, aber es fühlt sich auf jeden Fall nicht so gut an. Mit einem Sieg wäre es ein perfekter Start geworden". Klar, die Eintracht hat in Köln eher zwei Punkte verloren denn einen gewonnen. Und dennoch: Gerade für Younes war es ein durchaus positives Spiel.

"Wir können noch viel von ihm erwarten"

20 Minuten vor Schluss kam der 1,68 m kleine Offensivspieler in die Partie und machte direkt ordentlich Alarm. "Was er in 20 Minuten gezeigt hat, lässt vieles erhoffen" sagte Eintrach-Trainer Adi Hütter. Sportdirektor Bruno Hübner meinte: "Er war eine Belebung für das Spiel. Wir können noch viel von ihm erwarten." Younes selbst gab sich bescheiden. "Ich bin gerade erst ein paar Tage hier, sodass wir uns erst noch kennenlernen müssen und ich das Gefühl entwickeln muss, wo der Mitspieler hinläuft."

Bei aller Bescheidenheit: Das hat schon gut geklappt. Und macht Lust auf mehr. Denn bereits im ersten Pflichtspiel war ersichtlich, was genau sich die Verantwortlichen der Hessen von Younes versprechen: Der 27-Jährige ist einer, der gern ins Dribbling geht, der auf dem Feld überraschende Ideen hat und mit einer Körpertäuschung einen Gegner aus dem Spiel nehmen, die Statik des Spiels verändern kann. Gerade gegen tief stehende Gegner wie den 1. FC Köln, die wenig Raum im letzten Drittel preisgeben, ist das umso wichtiger.

"Tolle Fußballer, die sich noch finden müssen"

Auch wenn gegen Köln nicht alles klappte, die Ansätze waren da, und sie waren gut. Younes versuchte Dribblings, spielte kluge Pässe, schoss gar dreimal aufs Tor. Überraschend zudem: Younes ging weite Wege, versuchte, die Arbeit nach hinten nicht zu vernachlässigen. Exemplarisch dabei sein 60-Meter-Sprint in die eigene Hälfte, bei der er sich eine Gelbe Karte abholte. Auch das war den Verantwortlichen nicht entgangen, Hübner lobte: "Amin Younes hat in beide Richtungen gut gearbeitet."

Kommen jetzt noch Fitness und Matchpraxis dazu, könnte sich der gebürtige Düsseldorfer als Volltreffer für die Hessen erweisen. Auch weil man das Gefühl hatte, dass sich Younes und Spielmacher Daichi Kamada nicht im Weg standen, sondern miteinander harmonierten. Oder wie es Younes ausdrückte: "Wir haben tolle Fußballer, die sich noch finden müssen. Ich bin aber zuversichtlich."