Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic

Bei Eintracht Frankfurt steht am Mittwoch die Sitzung des Aufsichtsrates an. Dabei wird es auch um die Zukunft von Fredi Bobic gehen. Der Sportvorstand will weg, aber wird der Club ihn ziehen lassen? Und was könnte das die Konkurrenz kosten?

Videobeitrag

Video

zum Video Wie gehts weiter im Frankfurter Bobic-Poker?

Blick ins Heimspiel-Studio. Text: Heimspiel - Wie gehts weiter im Bobic-Poker?
Ende des Videobeitrags

"Alle Vereine müssen sich den Realitäten anpassen", sagt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann über die finanzielle Situation nach der Corona-Pandemie. Gepasst hätte die Aussage aber auch zu all dem, was den Club aktuell noch beschäftigt - der drohende Abschied von Fredi Bobic etwa. Und damit die Tatsache, dass der mögliche Abschied des Sportvorstandes der Euphorie der vergangenen Wochen ein jähes Ende setzte.

Denn: Seit Bobic ankündigt hat, den Verein im Sommer verlassen zu wollen, läuft es auch sportlich nicht mehr rund. Die Verantwortlichen betonen zwar, das habe nicht das Geringste mit dem sportlichen Erfolg zu tun, doch eine Klärung der aktuell offenen Fragen dürfte auch dort zur Beruhigung beitragen. "Das ist eine andere Ebene und hat mit uns wenig zu tun", sagte etwa Trainer Adi Hütter. Diese Ebene, das ist der Aufsichtsrat der Frankfurter. Und genau der kommt am Mittwochnachmittag zusammen.

Abschied und Ablöse?

Turnusmäßig trifft sich der Aufsichtsrat mit dem Vorstand - und auch wenn die Personalie Bobic nur einer von mehreren Tagesordnungspunkten ist, soll es auch um die Zukunft des Sportvorstandes gehen. Denn Bobic hat - Wechselwunsch hin oder her - in Frankfurt einen Vertrag bis 2023. Die Eintracht dürfte ihn deshalb kaum ohne Ablösezahlung ziehen lassen.

Zudem soll es trotz des inzwischen verbrieften Interesses der Hertha aus Berlin noch keine offiziellen Gespräche zwischen den beiden Clubs geben. "Das Problem bei Berlin ist, dass es viel Geld kostet. Dann muss man sehen: Lohnt sich das?", sagte Jens Lehmann bei Sky. Ein klares Bekenntnis zu Bobic klingt anders - das hat der Berliner mit dem Frankfurter Aufsichtsrat gemein.

Kommunikation über die Kommunikation

Denn auch bei der Eintracht könnte der Posten des Sportvorstandes bereits vor dem Sommer vakant werden. Bobic muss sich, nachdem er im Gespräch mit der Sportschau vorgeprescht war und seinen Wechselwunsch selbst öffentlich gemacht hatte, erklären. Denn auch die Kommunikation scheint im Nachhinein alles andere als glücklich.

"Ich habe vor einem Jahr bereits schon, also vor Corona, den Wunsch geäußert, den Verein im Sommer 2020 zu verlassen." Wegen der Coronakrise sei er dann aber doch noch ein Jahr länger geblieben - sagt Bobic. Die Verantwortlichen bei der Eintracht, genauer: Philip Holzer als Aufsichtsratsvorsitzender - aber ließen in einem Statement verlauten, davon nichts gewusst zu haben. Die Gespräche würden erst am Mittwoch fortgesetzt.

Wer könnte auf Bobic folgen?

Dann könnten auch mögliche Nachfolger diskutiert werden. Christoph Spycher (Young Boys Bern) oder Jonas Boldt (Hamburger SV) haben einen Wechsel bereits ausgeschlossen. In Ben Manga beförderte die Eintracht jüngst immerhin einen Bobic-Vertrauten zum Direktor Profifußball und fängt damit den Abgang von Sportdirektor Bruno Hübner auf. Bobic aber hinterlässt eine deutlich größere Lücke. Auch das ist eine Realität, an die sich die Eintracht anpassen muss.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 08.03.2021, 23.25 Uhr