Eintracht Frankfurt Fredi Bobic

Eigentlich sollte die Personalie Fredi Bobic in der Länderspielpause geklärt sein. Noch hat sich aber nichts getan im Kaugummi-Poker um den Sportvorstand. Das könnte auch für Eintracht Frankfurt bald zum Problem werden.

Eigentlich sollte bis Ostern alles klar sein. Das war zumindest das erklärte Ziel. Fredi Bobic, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt: Nach der Länderspielpause, so die Hoffnung aller Beteiligten, ist diese Causa endlich durch. Doch nun geht dieser Kaugummi-Poker immer noch weiter, das Feilschen um eine Ablöse ist mitnichten beendet. Und genau das dürfte kurz- und mittelfristig für alle Parteien zu einem Problem werden.

Die Eintracht, das ist keine Neuigkeit mehr, hätte für ihren abwanderungswilligen Sportvorstand dem Vernehmen nach gerne eine Ablöse in Höhe von fünf Millionen Euro. Bobic, der selbst in den Verhandlungs-Ring für die Berliner eingestiegen ist, bot für die Hauptstädter gerade einmal eine Million Euro. Diese Summe hatte zuerst die Sport Bild berichtet. Der Startschuss für das muntere Feilschen. Die Taktik dabei: sich nicht in die Karten schauen lassen und bloß nicht das Blatt überreizen.

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RB-Interesse an Bobic?

Und bei genau solchen Voraussetzungen kommt es dann auch gerne mal zu Störfeuern. Auf einmal stand mit RB Leipzig ein vermeintlich weiterer Interessent für Bobic auf der Matte. Nur: Daran ist nach hr-sport-Informationen nichts dran. Die Sachsen schätzen den Eintracht-Macher, sind aktuell aber nicht auf der Suche nach einem Kaliber wie Bobic. Eine Nummer kleiner ist die Devise der Leipziger für Sportdirektor Markus Krösche, der Leipzig im Sommer verlassen könnte.

Die Geschichte rund um das RB-Interesse dient dem Vernehmen nach eher dazu, den Machern bei der Hertha ein wenig Dampf zu machen. Es bleibt schließlich dabei: Legen die Berliner das fällige Geld auf den Tisch, ist das Thema sofort beendet. Das ist aber weiterhin nicht der Fall. Dieses Hickhack geht nun schon seit Wochen so.

Bobic pocht auf die mündliche Zusage

Und so könnten, sollte der ganze Poker, das ganze Geschacher auch über die Länderspielpause hinaus weiter gehen, bald alle Verlierer sein. An erster Stelle Bobic selbst, der intern weiter darauf pocht, von Ex-Aufsichtrats-Boss Wolfgang Steubing eine mündliche Zusage erhalten zu haben, und den es massiv gestört hat, dass die Indiskretion seines Wechselwunsches nach außen getragen wurde.

Bobic war es, der deswegen auf einmal aus der Deckung treten musste. Der Abwanderungswille in Frankfurt, der Wunsch, bei der Hertha anzuheuern: Alle Karten waren plötzlich auf dem Tisch, Bobic hatte nun keine Trümpfe mehr auf der Hand. Konsequenz: Er entschied sich im Anschluss für die Offensive und erklärte in der ARD-Sportschau öffentlich seinen Wechselwunsch.

Bobic kann in seinen Entscheidungen rigoros sein. Was er sich in den Kopf setzt, zieht er durch. Ohne Wenn und Aber. Das wissen sie auch in Frankfurt. Auf den öffentlichen Druck einer Wechselarie hatte der Eintracht-Sportvorstand aber eigentlich gar keine Lust. Warum - das sieht aktuell jeder.

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zum Video Fredi Bobic erklärt seinen Eintracht-Abschied

Eintracht Frankfurt Fredi Bobic still Sportschau
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Auch Eintracht sollte Poker nicht überreizen

Aber auch die Hessen dürfen den Poker nicht überreizen. Auch wenn es laut Bild-Zeitung im Aufsichtsrat auch Hardliner gibt, die Bobic notfalls zum Bleiben zwingen würden, kann es nicht nach dem Gusto der Frankfurter sein, dass sich die Personalie weiter zieht.

Die Eintracht braucht schließlich einen Nachfolger für ihren langjährigen und erfolgreichen Macher. Und je knapper die Zeit dafür, desto hektischer die Suche. Schließlich hätte die Eintracht sonst ein Vakuum in der sportlichen Führung.

Alle Parteien, auch die Hertha, die ebenfalls Klarheit möchte und die neue Saison planen muss, wären daher gut beraten, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Sollte dies tatsächlich nicht mehr in der Länderspielpause geschehen, wird der Kaugummi-Poker endgültig zum absoluten Problemfall - und zwar für alle.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 29.03.2021, 23.15 Uhr