Aymen Barkok hat bei Eintracht Frankfurt überrascht.

Aymen Barkok ist der Gewinner der ersten 13 Spieltage bei Eintracht Frankfurt. Diese Entwicklung hätten dem Eigengewächs der Hessen wohl nur die wenigsten zugetraut.

Es lief die 53. Minute im Duell zwischen dem FC Augsburg und Eintracht Frankfurt, als Djibril Sow den Ball behaupten und zu Aymen Barkok spielen konnte. Und was machte der vor Selbstvertrauen strotzende Ballkünstler in diesem Moment? Der überlupfte die letzte Abwehrreihe des Gegners rotzfrech und brachte André Silva in die Partie, dessen Querpass über den Umweg Eigentor im Netz landete. Es war der Dosenöffner, die Frankfurter konnten ihre Sieglos-Serie durchbrechen.

Barkok entwickelt sich rasant

Barkok krönte mit dieser Aktion einen Werdegang, mit dem selbst in Frankfurt so wohl kaum einer gerechnet hätte. Der in der Frankfurter Nordweststadt geborene Deutsch- Marokkaner befindet sich seit Wochen schon in Topform, neben zwei Toren und drei Vorlagen stehen auch zwei vorletzte Pässe auf seinem Konto. Barkok war somit alle 97 Minuten direkt an einem Treffer beteiligt, zuletzt verzückte er mit einem Dribbling in Jay-Jay-Okocha-Manier im Spiel gegen Mönchengladbach.

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Adi Hütter
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Das Eigengewächs der Hessen befindet sich nach zwei schwierigen Jahren in Düsseldorf auf einem sehr guten Weg. Bei den Rheinländern lief es weniger gut für ihn, Barkok hatte mit Verletzungspech zu kämpfen und kam nur auf 15 Bundesligaeinsätze. Doch er nahm die Chance vor allem neben dem Platz wahr und reifte. "Ich war auf mich alleine gestellt, das hat mich geprägt, da wird man anders im Kopf, denkt anders", sagte der vierfache marokkanische Nationalspieler im Sommer bei seiner Vorstellung in Frankfurt.

Barkok und Hütter ergeben ein perfektes Match

Barkok und Trainer Adi Hütter ergeben bislang zumindest ein perfektes Match. "Ich spiele oft mit Risiko und liebe das Eins-gegen-Eins-Spiel. Genau das will auch der Trainer. In der Offensive lässt er uns auf dem Platz alle Freiheiten, das tut mir gut", erklärte Barkok. Inzwischen will Hütter nicht mehr auf seinen Kreativmann mit der Nummer 27 verzichten. Auch die Coronaerkrankung warf ihn nicht aus der Bahn, viermal stand der 22-Jährige in den vergangenen fünf Partien in der Startelf der Hessen.

Die Eintracht muss aber aufpassen, denn Barkok hat mit seinen Auftritten Begehrlichkeiten geweckt. Ausländische Teams haben ihn bereits im Blick, Ex-Arsenal-Coach Arsene Wenger wollte ihn nach seinem Raketenstart im Herbst 2016 bereits nach London holen. Hütter sagte zuletzt zu den Gerüchten: "Wir haben Spaß an Aymens Entwicklung. Aber wenn das so schnell geht, dann ist es nicht okay. Er hat noch einen langen Weg, bevor er zu einem größeren Klub wechseln kann." Denn das Spiel von Barkok weist noch Leistungsschwankungen auf, für sein Alter völlig normal. Aus einem Fehler wie gegen Mönchengladbach, als er nicht rigoros klärte und dadurch einen Elfmeter verursacht hat, muss der talentierte Offensivmann weiter lernen.

Barkok noch bis 2022 gebunden

Und doch spricht die Vertragssituation für Barkok, der noch bis 2022 gebunden ist. Sprich: Sollten sich beide Parteien nicht auf eine Verlängerung einigen, müsste ein Wechsel im Sommer angestrebt werden. Noch wurden keine Gespräche geführt, mit dieser rasanten Entwicklung war nicht zu rechnen. Der Gewinner der Hinrunde jedenfalls wird versuchen, die Euphorie ins neue Jahr zu retten und die nächsten persönlichen Schritte zu gehen. Bislang jedenfalls lässt sich Barkok nicht bremsen - weder von Corona noch von seinen Gegenspielern.