Jubel bei den Bayern: 2021 und 2000

Eintracht Frankfurt befindet sich immer noch im Rausch. Zu überraschend und überragend war der 2:1-Sieg bei den Bayern. Doch jetzt gilt es aufzupassen. Denn der Spielplan hält fast schon unheimliche Parallelen zum letzten Sieg in München bereit.

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Kevin Trapp als Krake vor Tor im Fuballstadion. Text: Heimspiel. Ist Trapp weltklasse?
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Eines hat der 2:1-Sieg der Eintracht am Sonntag bei den Bayern schon jetzt bewirkt. Die Fans der Frankfurter müssen nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange auf den letzten Sieg der Hessen in München starren, als der Eintracht im November 2000 genauso überraschend ein Dreier in München gelang. Ebenfalls mit 2:1. Das Vergnügen der Rückschau auf den 2000er-Sieg war aber niemals unbeschwert, weil die Eintracht am Ende der damaligen Saison trotzdem in die Zweite Liga abstieg.

Dem umjubelten Sieg aus dem Jahr 2000 folgte dereinst eine Serie von sieben teilweise recht heftigen Frankfurter Bundesliga-Niederlagen. Und als ob nicht die Deutsche Fußball Liga, sondern ein gehässiger Fußball-Historiker, die aktuellen Bundesliga-Spielpläne gestalten würde, gibt es weitere - fast schon unheimliche - Parallelen.

Denn die ersten beiden Spiele nach dem Bayern-Sieg 2000 verlor die Eintracht mit 0:4 zuhause gegen Hertha BSC und die Woche darauf mit 1:2 beim VfL Bochum. Und gegen wen spielt die Eintracht nach der jetzt beginnenden Länderspielpause? Richtig: zunächst daheim gegen die Hertha und danach bei den frisch aufgestiegenen Bochumern. Verrückt.

Glasner warnt vor Bayern-Rausch

Nun ist es so, dass Fußball-Trainer nie zugeben würden, dass sie an so etwas wie ein schlechtes Omen oder das Gesetz der Statistik glauben. Und deshalb warnte der aktuelle Eintracht-Coach eher aus eigener Erfahrung davor, sich vom Rausch des Bayern-Sieges mitreißen zu lassen. "Was ganz wichtig ist, dass wir jetzt nicht 14 Tage die Hände oben haben und dann kommt Hertha Berlin und dann ist das böse Erwachen", betonte Oliver Glasner daher.

Das böse Erwachen gab es zum Beispiel im Herbst 2019. Da war die Freude nach dem 5:1-Sieg gegen die Bayern auch riesengroß. Doch die Eintracht rutschte auf dem Sieg aus. Es folgten sage und schreibe fünf Pflichtspiel-Niederlagen am Stück. Das soll diesmal nicht passieren.

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"Wir haben noch sehr viel zu tun"

Man könne den Sieg bei den Bayern sehr gut einordnen, so Glasner. Der Österreicher denkt - trotz aller Freude - auch an die Dinge, die im Spiel in München noch nicht so gut funktionierten: "Wir haben noch sehr viel zu tun, vor allem im Ausspielen unserer Situationen. Da waren wir im Bayern-Spiel nach vorne oft noch zu ungenau. Wir werden uns jetzt sehr fokussiert auf die Bundesliga und die Europa League vorbereiten."

Wobei der Fokus vieler Eintracht-Spieler jetzt erstmal bei ihren Nationalmannschaften liegt. Ganze 13 Spieler sind international unterwegs. Wenn am Dienstagmittag die Trainingswoche der Eintracht wieder beginnt, ist an geordnete Übungseinheiten bei dem personellen Aderlass nicht zu denken. Und so wird Glasner seine Warnung vor einem möglichen Rausch-Zustand nach dem Bayern-Sieg in der kommenden Woche nach der Rückkehr der Nationalspieler wohl noch einmal wiederholen müssen.

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Frankfurter Achterbahn

Glasner weiß, dass der Sieg bei den Bayern für das etwas angeschlagene Selbstbewusstsein seiner Spieler Gold wert war und ist. Doch er weiß auch, dass es auch schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. "Fußball ist manchmal verrückt. Da bist du ganz unten und innerhalb einer Woche bist Du plötzlich wieder oben." Eine abermalige Gegenbewegung ist nie ausgeschlossen.

Trotzdem ist es natürlich das Ziel, sich durch erfolgreiche Spiele gegen die Hertha und in Bochum so langsam wieder in die obere Tabellenhäfte der Bundesliga hochzuarbeiten. Zwischendurch wäre ein Sieg in der Europa League gegen den wohl stärksten Gruppengegner Olympiakos Piräus ein Big Point im Kampf um das Weiterkommen ins Achtelfinale. Und hier endet auch die Parallelität zur Saison 2000/2001, denn im Europapokal spielten Alex Schur, Thorsten Kracht und Co. damals nicht. Es gibt also Omen-technisch noch Hoffnung für die Eintracht von heute.

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hs
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