Jubelnde SGE-Spieler

In Bielefeld kämpft Eintracht Frankfurt nicht nur gegen die Statistik, sondern auch um einen Europapokalplatz. Bei den Hessen könnte ein Duo für Furore sorgen, beim Gegner sogar ein Trio. Das Wichtigste zum Spiel.

Videobeitrag

Video

zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel in Bielefeld

Adi Hütter
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt will seine derzeitige Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga fortsetzen und den Sprung auf die internationalen Ränge schaffen. Das Team von Trainer Adi Hütter gastiert am Samstag (15.30 Uhr) zum Rückrundenstart bei Aufsteiger Arminia Bielefeld.

Die Ausgangslage

Die tabellarische Situation ist für beide Teams vor dem direkten Aufeinandertreffen verheißungsvoll. Die Eintracht würde mit einem Sieg auf der Alm den so sehnlichst erhofften Platz im internationalen Geschäft einnehmen, und Bielefeld winkt mit einem Dreier ein mehr als luxuriöses Polster im Tabellenkeller: Auf sage und schreibe 13 Punkte könnten die Ostwestfalen den direkten Abstiegsplätzen enteilen. Für eine Mannschaft der Kragenweite Bielefelds ein absoluter Meilenstein.

Für beide Varianten gibt es angesichts der aktuellen Formkurven schlagkräftige Argumente. Die Eintracht ist seit sechs Bundesliga-Partien ungeschlagen und erzielte in jedem dieser Spiele mindestens zwei Treffer. Allein André Silva hat mit zwölf Saisontreffern fast so viele Tore erzielt wie die gesamte Bielefelder Mannschaft (13). Doch auch die Gastgeber gehen mit tüchtig Rückenwind in die Begegnung: drei Spiele ohne Niederlage, dazu zwei Zu-Null-Heimsiege gegen Hertha (1:0) und Stuttgart. Gegen die Schwaben gelangen Bielefeld sogar erstmals nach 71 (!) Erstliga-Spielen mal wieder drei Tore in einem Spiel.

Das Personal

Das Stammpersonal bei der Eintracht hat sich seit einigen Wochen bis auf kleine Änderungen gefunden. Diesmal muss Aymen Barkok wegen einer Gelbsperre weichen, nach einem etwas matten Auftritt in Freiburg hätte dem Offensivmann aber ohnehin eine Pause gutgetan. Logischer Ersatzmann wäre Daichi Kamada, es sei denn, Hütter wagt eine Systemumstellung und befördert Luka Jovic als zweite Spitze neben André Silva in die Startelf. Im Mittelfeld streiten sich zudem Sebastian Rode und Makoto Hasebe um einen Platz in der Zentrale.

So könnte die Eintracht spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Bielefeld

Auch Bielefeld glänzt derzeit durch Eingespieltheit. In den vergangenen drei Spielen liefen immer die selben elf Akteure von Beginn an auf. Personalprobleme hat Trainer Uwe Neuhaus auch diesmal nicht, so dass höchstens eine Rotation zum Ende der Englischen Woche zu Umstellungen führen könnte.

So könnte Bielefeld spielen: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen - Kunze - Hartel - Doan, Yabo - Klos, Cordova

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Bielefeld macht das richtig gut, sie sind aktuell in dieser Saison in ihrer besten Verfassung. Sie laufen unglaublich viel und lassen wenig Chancen zu. Ich denke schon, dass wir viel Ballbesitz haben werden. Wir sind gut in Schuss und in einer guten Verfassung. Wir werden schon versuchen, auf der Bielefelder Alm zu gewinnen."

Uwe Neuhaus: "Frankfurt ist noch einen Tick stärker als der VfB Stuttgart und hat mit Jovic und Younes zwei absolute Topspieler. Wir sind im Moment zufrieden. Aber ich glaube auch, dass wir in der Rückrunde noch den ein oder anderen Punkt mehr holen müssen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Keine Frage: Auch etwas mehr als eine Woche nach seiner Rückkehr euphorisiert Jovic nach wie vor die Frankfurter Anhängerschaft. In Bielefeld könnte der junge Serbe nun sein Startelf-Comeback feiern – und zwar als zweite Spitze neben Silva, sollte Hütter das System in der Offensive umstellen. Dann gilt es aber nicht nur, auf Jovic allein zu achten: Dann stehen vor allem Potenzial und Qualitäten im Fokus, die das Duo möglicherweise gemeinsam entfalten kann.

Aufseiten der Aminia ist es sogar ein Trio, das Hütter ganz besonders auf dem Zettel hat: "Stefan Ortega ist fast eine Art Libero im Tor, der mit die meisten Pässe im Team spielt. Ritsu Doan ist der absolut Schlüsselspieler, was die Kreativität betrifft. Mit Fabian Klos haben sie einen Goalgetter in der Mannschaft."

Die Statistik des Spiels

Nun, an dieser Stelle gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht aus Sicht der Hessen. Die gute zuerst: Gegen keinen anderen aktuellen Erstligisten hat die Eintracht eine so starke Oberhaus-Bilanz wie gegen Bielefeld. Von 27 Bundesliga-Begegnungen haben die Frankfurter nur sechs verloren, dafür aber elf gewonnen. Zehn weitere Partien endeten mit einem Unentschieden. Die schlechte Nachricht: Bei dieser Statistik handelt es sich vor allem um eine gute Heimbilanz (neun Siege in 14 Duellen) – auf der Alm hingegen konnte der Adler noch nie wirklich landen.

Von 13 Spielen dort wurden nur zwei gewonnen, sechs gingen verloren, hinzu kommen fünf Remis. Was trotzdem Mut macht? Die Arminia wartet seit sieben Pflichtspielen auf ein Erfolgserlebnis gegen die Eintracht. Den letzten Sieg gab es bei einem 3:0 in Frankfurt im November 2006. Weitere sieben Monate älter ist der bis heute letzte Bielefelder Heimsieg. Torschütze beim damaligen 1:0: Heiko Westermann.

Sendung: hr1, heimspiel!, 23.01.21, 15.05 Uhr