Jens Petter Hauge von Eintracht Frankfurt

Bei der noch sieglosen SpVgg Greuther Fürth will Eintracht Frankfurt endlich den zweiten Erfolg in der laufenden Bundesliga-Saison einfahren. Die Konstellation weckt allerdings ungute Erinnerungen.

Nach dem Sieg in Piräus geht es für Eintracht Frankfurt am Sonntag mit der Bundesliga weiter: Um 19.30 Uhr gastieren die Hessen beim noch sieglosen Schlusslicht Greuther Fürth.

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Die Ausgangslage

Eine altbekannte: Nach einem Sieg in der Europa League geht es für Eintracht Frankfurt zu einem schwachen Ligagegner, bei dem unbedingt gewonnen werden muss. Vor zwei Wochen landete die Eintracht in Bochum in derselben Gemengelage ordentlich auf der Nase, bei der SpVgg Fürth, bei der man sich angesichts eines Punktes aus zehn Spielen fragt, wie sie es überhaupt in die Liga geschafft hat, sollte das nicht noch einmal passieren. Mehr noch: Gewinnt die Eintracht nicht beim Aufsteiger, brennt der Baum aber mal so richtig.

Für Fürth ist die zweite Bundesligasaison der Vereinsgeschichte bislang eine einzige Enttäuschung. Nur ein Punkt aus zehn Spielen spricht eine deutliche Sprache bezüglich der Leistungsfähigkeit, die Franken sind bislang nicht nur nicht in der neuen Liga angekommen, sie sind schlicht überfordert. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte, fangen die Fürther nicht bald zu punkten an, kann die Zweiligasaison 2022/23 eigentlich schon geplant werden.

Die personelle Situation

Goncalo Paciencia und Christopher Lenz kehren erst nach der Länderspielpause zurück, fraglich sind Filip Kostic (Achillessehne), Ajdin Hrustic (Knöchelprobleme) und Erik Durm (Magen-Darm). Martin Hinteregger, der beim Sieg in Piräus geschont wurde, dürfte in die Innenverteidigung zurückehren.

Fürth-Trainer Stefan Leitl hat aktuell ein ganzes Feldlazarett zu verantworten. Fünf Spieler fallen mit Corona-Virus aus, weitere sieben mit diversen anderen Verletzungen. So hat Leitl aktuell nur noch einen gesunden Innenverteidiger zur Verfügung, außerdem fehlen ihm vier (!) Mittelstürmer. Seine Mannschaft stellt sich quasi von selbst auf.

So könnte die Eintracht spielen:

So könnte die Eintracht in Fürth spielen.

So könnte Fürth spielen: Funk - Meyerhöfer, Barry, Sarpei, Willems - Christiansen - Seguin, Green - Leweling, Hrgota - Itten

Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Es ist ein wichtiges Spiel für uns. Wir werden alles daransetzen, um mit einem Sieg in die Länderspielpause zu gehen. Das gleiche gilt aber auch für Fürth. Wir müssen bereit sein und den Fight annehmen."

Stefan Leitl: "Wir haben das Vertrauen in diese Jungs und werden eine gute Mannschaft auf dem Platz haben. Ich glaube, wir sind jetzt endlich mal an der Reihe, ein Spiel zu gewinnen und das ist das Ziel für Sonntag."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Sollte Filip Kostic ausfallen, wäre die Position im linken Mittelfeld vakant – und dürfte mit Jens Petter Hauge besetzt werden. Der Norweger kommt, wie die meisten anderen Neuzugänge der Eintracht, nur schwer in die Gänge, hat nach seinem späten Siegtreffer gegen Olympiakos aber einerseits Rückenwind, könnte andererseits mit seiner Dynamik und Torgefahr auch genau der Spieler sein, der den Fürthern weh tun kann.

Auf der Gegenseiten stürmt ein alter Bekannter der Eintracht, und das macht er gar nicht so schlecht: Branimir Hrgota, bei Eintracht Frankfurt einst langjähriger Bankangestellter, schoss die Fürther letzte Saison mit 16 Toren in die Bundesliga und ist auch in der laufenden Saison mit drei Treffern bester Schütze des Kleeblatts. Gegen die Hessen kann er aus alter Verbundenheit aber gerne eine Schaffenspause einlegen.

Die Statistik des Spiels

Es klingt harsch, aber es ist so: Einem schwächeren Gegner als die SpVgg Fürth wird Eintracht Frankfurt in dieser Saison nicht mehr begegnen. Ein Punkt aus den ersten zehn Spielen ist historisch mies, nur der 1. FC Saarbrücken in der Debütsaison der Bundesliga 1963/64 war genauso erfolglos. Die Fürther haben aktuell acht Spiele in Folge verloren, der absolut erreichbare Rekord steht bei zehn Niederlagen in Folge. In ihrer Debütsaison in der Bundesliga 2012/13 gewannen die Franken nicht ein einziges Heimspiel, was bedeutet, dass sie seit nun 21 Bundesligaspielen noch immer auf den ersten Heimsieg warten. In dieser Saison gerieten sie in jedem Spiel in Rückstand, kassierten bereits 27 Gegentreffer, schossen nur sieben Tore, davon nur vier aus dem Spiel heraus, die anderen drei per Elfmeter, dafür aber, Ligabestwert, drei Eigentore. Gegen wen, ist die Frage, will Eintracht Frankfurt gewinnen, wenn nicht gegen Fürth?